Facebook-Einladung zum „Punk Picnick“ : Polizei ermittelt gegen randalierende Punks auf Sylt

Auch im Husumer Bahnhof ging es am Wochenende hoch her.
Auch im Husumer Bahnhof ging es am Wochenende hoch her.

Nachdem Punks auf Sylt und in Husum für Radau gesorgt hatten, ist jetzt die Polizei gefordert. Einigen der rund 30 Beteiligten wird Landfriedensbruch und Körperverletzung zur Last gelegt.

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24. Juni 2015, 07:00 Uhr

Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung – wahrscheinlich nur drei aus einer ganzen Reihe von Vergehen, die einer Gruppe von Punks zur Last gelegt wird. Nach Polizeiangaben hatten die 30 Frauen und Männer am Wochenende (20. Juni) auf Sylt und in Husum für reichlich Radau gesorgt. In Westerland hätten sie Strandkörbe beschädigt, Passanten beschimpft und einen Crêpe-Stand geplündert, hieß es von offizieller Seite.

Weil die Sylter Beamten der Lage allein nicht Herr werden konnten, wurden Bundespolizei und andere Dienststellen hinzugezogen. Selbst die Feuerwehr soll nach Informationen der Husumer Nachrichten im Einsatz gewesen sein, um die zum Teil „stark alkoholisierten und aggressiven“ Punks von ihrem rüden Treiben abzubringen. Auch Polizeihunde seien zum Einsatz gekommen, berichteten Zeugen.

Mit vereinten Kräften ist es dann gelungen, die Gruppe auf dem Vorplatz des Westerländer Bahnhofs „festzusetzen“. Danach wurden sie von der Polizei auf den „Heimweg“ geschickt. Die meisten sollen aus Hamburg und Kiel an die Westküste gereist sein. Das war wohl auch ein Grund dafür, dass es auf dem Husumer Bahnhof zu weiteren Zwischenfällen kam. Schon auf der Fahrt von Westerland zum Festland sollen die Punks abermals randaliert haben. Außerdem hätten sie die sie begleitenden Ordnungshüter mit Beschimpfungen überzogen, hieß es. Als die Gruppe dann endlich Husum erreichte, wurden diejenigen, die nach Kiel weiterfahren wollten, offenbar separiert und von den Beamten einzeln zum Zug begleitet. Ihre Personalien waren bereits auf Sylt aufgenommen worden.

Wie eine Pressesprecherin der Polizei bestätigt hat, wurde bei dem Einsatz eine Beamtin leicht verletzt. Sie habe aber weiter ihren Dienst versehen können, hieß es. Keine Angaben gab es zu der Frage, warum die Punks überhaupt im Pulk unterwegs waren – und was sie so aggressiv gestimmt haben könnte. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit dem sogenannten Punx Picnic, einem Szene-Festival in Neubrandenburg, das immer mal wieder Zwischenfälle auch andernorts nach sich ziehen soll. Allerdings war dieses Festival bereits Anfang Juni.

Im Umlauf war aber auch eine Facebook-Einladung zu einem „Punk Picnick“ in Westerland, die bereits im Winter 2014 kursierte. Von 16 Uhr nachmittags bis in die darauf folgende Nacht um vier Uhr sollte die Westerländer Fußgängerzone besetzt werden. Die Begründung: „Genug Platz ist da ja. Ein Edeka wohnt da auch und der Strand ist auch nicht weit.“ Unterzeichnet wurde der Aufruf von einer „Angie aus der Uckermark aka Atommüll Gröfaz Pisse“.

Weitere Details zu den Vorfällen vom Wochenende gab es von polizeilicher Seite nicht. Man habe der „Klientel“ kein Forum geben wollen, hieß es – und daher auch keine Pressemitteilung herausgegeben. Es war offenbar nicht das erste Mal, dass es zu einer solchen Konfrontation zwischen Punks und Polizei gekommen ist. Die Ermittlungen laufen.

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