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Husumer Nachrichten

28. Juli 2017 | 04:37 Uhr

Husum : Politik erhöht Busfahrtzeiten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Kritik an hohen Kosten für die Neuausschreibung des ÖPNV. Wird Mildstedt abgehängt?

Rund ums Thema Busverkehr ging es in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. Da der Öffentliche Personennahverkehr in der Storm-Stadt neu ausgeschrieben werden soll (wir berichteten), klärten Politik und Verwaltung letzte offene Fragen.

So wurde mehrheitlich beschlossen, dass dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt werden soll und die Taktung einiger Buslinien erhöht wird. Die Linien Richtung Norderschlag, Kronenburg, Plaza, Grunert und Mozartstraße sollen nun während des gesamten Tages im Halbstunden-Takt fahren und nicht, wie zwischenzeitlich überlegt, phasenweise nur einmal pro Stunde. Diese höhere Taktung könnte die Stadt jährlich rund 80.000 Euro zusätzlich kosten. Diese Zahl war auch der Grund, warum die SPD–Fraktion der Takterhöhung nur „zähneknirschend“ zustimmte, wie Fraktionsvorsitzender Horst Bauer sagte. Letztendlich habe bei seiner Fraktion die Auffassung überwogen, dass der ÖPNV auch durch zusätzliche Fahrtangebote attraktiver gemacht werden müsse, um die Bevölkerung dazu zu motivieren, häufiger mit dem Bus zu fahren. Hans Pahl-Christiansen von den Grünen begrüßte die Entscheidung enthusiastischer – diese Verbesserung spreche den Grünen aus dem Herzen. Der CDU-Fraktion wäre es dagegen lieber gewesen, dass die Entscheidung, ob die Taktung erhöht werde, lieber erst entschieden worden wäre, wenn die Ergebnisse der Ausschreibung vorliegen, wie der Ausschussvorsitzende Ralf Fandrey erläuterte.

Um Kosten ging es auch bei der Frage, wie viel die Ausschreibung die Stadt kosten wird. Da gleichzeitig der Busverkehr des Kreises Nordfriesland, der der Stadt Husum und der von St. Peter-Ording ausgeschrieben wird, übernimmt Husum gut fünf Prozent der Kosten. Das sind rund 30  000 Euro, erklärte Kämmerer Dirk Pohlmann und sorgte mit der Nennung dieser Summe für Protestrufe von Bauer: „Es darf nicht wahr sein, dass die öffentliche Hand insgesamt 600  000 Euro für so eine Ausschreibung zahlen muss. Ein irrer Preis!“

Geklärt werden konnte die Frage, in welcher Höhe sich die Umlandgemeinden an den Kosten für den ÖPNV beteiligen: Mildstedt, Hattstedt und Wobbenbüll würden jeweils einen Zuschuss von 110  000 Euro zahlen, vermeldete der Kämmerer.

Um die künftige Linienführung in die Umlandgemeinden geht es auch in einer Anfrage eines Lesers unserer Zeitung: Er kritisiert an der neuen Planung, dass es gerade älteren Mitbürgern schwer fallen wird, die Steigung bis zu den geplanten Haltestellen Norderschlag oder Turnhalle zu bewältigen. Pohlmann auf Anfrage unserer Zeitung: „Die Gemeinde Mildstedt war in den Planungsprozess vollumfänglich eingebunden und hat den Standorten der Haltestellen nicht widersprochen. “

 

 

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erstellt am 17.Jul.2017 | 09:00 Uhr

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