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Tourismus-Konzept für Husum : Politik der kleinen Schritte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Projekt genießt hohe Priorität, aber über Gedankenspiele zum Anforderungsprofil ist es noch nicht hinaus. Unterdessen beklagt die Bürgerinitiative den Stillstand bei der Entwicklung der Dockkoogspitze.

Klar, das von allen gewollte Tourismus-Konzept steht neuerdings auf der Prioritätenliste von Politik und Verwaltung ganz oben. Gleichwohl kann man natürlich im Rathaus nicht einfach alles andere stehen und liegen lassen, um dem Projekt mal eben zum Schnellstart zu verhelfen. „Ganz so weit sind wir noch nicht gekommen“, musste Bürgermeister Uwe Schmitz denn auch in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses einräumen – unter anderem mit Hinweis auf die momentane Arbeitsbelastung und die dünne Personaldecke.

Noch ist also die Zeit der ganz kleinen Schritte, die zum Ziel führen sollen: Er habe zunächst einmal mit der Geschäftsführerin der Tourismus- und Stadtmarketing-Gesellschaft Husum (TSMH), Jutta Albert, ein leeres DIN-A4-Blatt vollgeschrieben, berichtete Schmitz – und tat damit einem Vorschlag von Helmut Stemke Genüge. Das Mitglied der Wählergemeinschaft hatte zuvor von einem zu erstellenden Leistungskatalog gesprochen. Der solle zunächst einmal ermitteln, was auf dem Gebiet der Tourismus-Entwicklung konzeptionell überhaupt so alles angeboten werde. Schließlich gelte es, die Frage zu klären, ob man den ganzheitlichen Ansatz verfolge, sich nur auf bestimmte Zielgruppen fixiere oder vornehmlich die Infrastruktur vorantreibe.

Neben den diesbezüglichen Gedankenspielen mit der TSMH-Chefin seien außerdem für den Haushalt 2015 schon einmal 50.000 Euro als Merkposten vorgesehen worden, so Schmitz. „Und ich werde versuchen, für die nächste Hauptausschuss-Sitzung die weitgehende Vorgehensweise nebst Zeitplan schriftlich vorzulegen“, versprach er. Dem Hinweis, man möge doch mal wieder in Kiel den Stand in Sachen Deichverstärkung am Dockkoog einfordern, entgegnete der Bürgermeister: Nach Aussage von Dr. Johannes Oelerich, dem Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), werde „das Ganze 2018/2019 scharf geschaltet“. Die Botschaft aus Kiel sei klar, so Schmitz: „Wenn Ihr etwas habt in Sachen Bauleitplanung, orientieren wir uns daran.“ Das Land sei hier nicht in der Pflicht, aber offen.

Frank Hofeditz (Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen) fasste am Ende den Status Quo so zusammen: „Wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen, um das Tourismus-Konzept auf die Schiene zu setzen. Und dann werden wir sehen, wie sich die einzelnen Aspekte daraus an die Entwicklung anpassen lassen.“

Unterdessen hat die Bürgerinitiative (BI) Dockkoog in einem an Bürgervorsteher Peter Empen, Bürgermeister Schmitz, Bauamtsleiter Rudolf Hölscher und die Mitglieder des Stadtverordnetenkollegiums gerichteten Schreiben daran erinnert, dass ja „im vergangenen Jahr Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Rahmen einer ,Offenen Planungswerkstatt‘ Vorschläge zu einer Verbesserung der Situation an der Dockkoogspitze erarbeitet haben“. Im März dieses Jahres habe die BI angeregt, einige mit relativ geringem finanziellen Aufwand verbundene Vorschläge noch vor dem Sommer umzusetzen. Dabei brachte man konkret ein Besucherleitsystem mit Hinweisschildern – zu Weg und Entfernung zur Dockkoogspitze, Gezeiten, Parkplatz und Campingplatz hinter dem Deich – sowie Bänke entlang des Weges zum Dockkoog ins Spiel.

„Auf unsere Nachfrage in der Einwohnerfragestunde am 26. Juni erhielten wir die Antwort, dass für diese ,kleineren Maßnahmen‘ 2014 keine Haushaltsmittel zur Verfügung stünden“, heißt es in dem von Ingke Fries, Dörte Nicolaisen und Carsten Stellert unterschriebenen Brief weiter. „Wir möchten Sie hiermit bitten, für das kommende Haushaltsjahr entsprechende Mittel vorzusehen.“ Zugleich wolle man nochmals darauf hinweisen, „dass flexiblere Öffnungszeiten und ein besseres gastronomisches Angebot des Restaurationsbetriebes erheblich zu einer touristischen Aufwertung der Dockkoogspitze beitragen würden“. Wenn denn mal vom besagten „Merkposten“ überhaupt etwas am Dockkoog hängen bleibt . . .

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erstellt am 15.Okt.2014 | 11:30 Uhr

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