zur Navigation springen

Verbotsschild überrascht : Plötzlich ist der Wanderweg geschlossen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vom Parkplatz an der Eiderbrücke ist der Zugang zum beliebten Friedrichstädter Deichweg nicht mehr möglich. Der Eider-Treene-Verband aus Pahlen will sich um eine Lösung bemühen.

von
erstellt am 27.Jan.2016 | 12:00 Uhr

Mehr oder weniger durch Zufall kam es ans Licht der Öffentlichkeit: Der Wanderweg auf dem Eiderdeich bei Friedrichstadt, von der stählernen Brücke im Zuge der L 156 bis zur Schleuse am Hafen, ist nicht mehr zugänglich. Dabei schätzen Urlauber und Einheimische diesen Spazierweg auf dem Deich, immer an der Eider lang. Überrascht waren die Friedrichstädter Kommunalpolitiker einschließlich des Bürgermeisters Eggert Vogt, als sie in der jüngsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Umweltschutz, Landschaftspflege, Energie und Technik darüber unterrichtet wurden, dass dieser Weg nun gesperrt ist.

Auf dem Deich neben der Eiderbrücke, wo bislang ein hölzerner Übergang über den Zaun aufgebaut war, stehe nun ein Schild mit der Aufschrift „Zutritt verboten“, wurde das Gremium unterrichtet, zudem sei der hölzerne Übertritt abgebaut worden. Dies sei auch in Höhe des Friedrichstädter Campingplatzes am Deich geschehen.

Der Bürgermeister vermutete in der Sitzung, dass der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) den Deich neu verpachtet habe. Der neue Pächter, so Vogt, habe vermutlich nicht gewusst, dass dort auf der Deichkrone ein Wanderweg verlaufe. Von Seiten der Stadt wolle man nun Kontakt mit dem LKN aufnehmen, um möglichst bald wieder den alten Zustand herstellen zu lassen. Zugleich wolle man darum bitten, dass künftige Neupächter darüber informiert werden, dass dort auf dem Deich ein Wanderweg verläuft. LKN-Sprecher Hendrik Brunckhorst sagte auf Anfrage, dass nur ein Teil des Deiches, nämlich von der Schleuse bis zur Mitte des Campingplatzes, seiner Behörde gehöre. Und in diesem Bereich plane man keinerlei Änderungen. Eigentümer des Abschnitts zwischen Eiderbrücke und Campingplatz ist der Eider-Treene-Verband in Pahlen. Dessen Geschäftsführer Sven Wollesen sagte auf Anfrage, dass er von dem Betretungsverbot bisher noch nichts gewusst habe. Sein Verband habe in der Tat einen neuen Pächter. „Natürlich wollen wir, dass die Friedrichstädter ihren Wanderweg behalten können. Dafür werden wir wohl auch sorgen“, unterstreicht Wollesen. Er warte nun auf die Kontaktaufnahme durch die Stadt. Er sei sicher, unterstreicht der Geschäftsführer, dass es keine Probleme mit dem Pächter geben werde. „Für uns Friedrichstädter ist der Weg auf dem Deich sehr wichtig, denn wir haben in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt nur wenige geeignete Spaziermöglichkeiten, es gibt auch keine Wälder. Die Bürger sind quasi auf diesen Weg für einen Rundgang in der Natur in Stadtnähe angewiesen“, sagt Vogt.

Das Thema Wanderweg wurde im Rahmen der Debatte über die Zukunftsstadt 2030 angesprochen. Gemeinsam mit den städtischen Ausschüssen werden Arbeitsgruppen etabliert (wir berichteten), die sich verschiedener Bürgervorschläge annehmen sollen. Für den Umweltausschuss wurde unter anderem das Thema Wanderweg entlang des Eiderdeiches, einschließlich der Schleusenquerung vorgegeben. Ehe dies verwirklicht werden könne, so Ausschuss-Vorsitzender Ernst Otto Huß, seien umfangreiche Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen, denn auch das eigentliche Schleusenbecken müsse auf einer kleinen Brücke überquert werden. Und ob dies aus versicherungstechnischen Gründen möglich sein werde, könne er nicht beurteilen. Das will nun die Arbeitsgruppe herausfinden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen