Nordfriesland : Platz für Lyrik und Prosa

Titel des Jahrbuchs. Foto: hn
Titel des Jahrbuchs. Foto: hn

Lyrik und Prosa den Menschen schmackhaft machen - das will Rolf Hartmann. Der Husumer hat im Jahrbuch "See-Sätze und andere" wieder Tief- und Hintersinniges untergebracht.

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19. April 2009, 06:12 Uhr

Husum | Der Husumer Lyriker Rolf Hartmann hat gemeinsam mit seinem Bruder Dieter das zweite norddeutsche Jahrbuch für Literatur, Geschichte und Malerei herausgegeben. Daran beteiligten sich wieder namhafte schleswig-holsteinische und niedersächsische Autoren, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Der ehemalige Schleswiger Bischof Dr. Hans-Christian Knuth ist mit dem Beitrag "Von Luther lernen" vertreten. Seine vier Thesen sind nach seiner Amtszeit das Abschiedsgeschenk für alle Lutheraner im Lande.
Weitere Autoren
Der Klaus-Groth-Preisträger Jürgen Kropp hat hintersinnige plattdeutsche Gedichte geschrieben, und zwar zum Spannungsverhältnis Deutsche und Ausländer. Diesmal stellt das Jahrbuch außerdem die Husumer Theodor-Storm- und Hermann-Tast-Schule vor. Marianne Ehlers erinnert sich an ihre Storm-Schulzeit. Rüdiger Otto von Brocken, Redakteur der Husumer Nachrichten, würdigt seinen Kunstlehrer Friedrich Laubengeiger, Entdecker und Förderer bekannter Künstler wie Hans-Ruprecht Leiß und Felix Droese.

Der Herausgeber Rolf Hartmann plädiert mit Gedichten für die baldige Erhöhung aller schleswig-holsteinischen Nordseedeiche, eine Schutzmaßnahme, die in Niedersachsen schon anläuft. Dort gibt das Land dafür seit 2008 60 Millionen Euro jährlich aus. Literarische Gegenpositionen nimmt der Dithmarscher Dichter Heiner Egge mit seiner Liebesgeschichte "Sturmflutkino" ein. Kari Köster-Lösche erinnert liebevoll an die Welt ihrer Herzens-Hallig: Langeness.
Niedersachsen
Im Niedersachsen-Teil ragen drei Beiträge heraus: zwei zur Varusschlacht von (9 n. Chr.) - einmal von der Pressereferentin des "Varus-Museums" in Kalkriese bei Osnabrück, Gisela Söger, und dann von Dieter Hartmann zur Schlacht selbst und unter anderem zur Rolle des Siegers Arminius über römische Elite-Legionen.

Für Literatur interessierte Leserinnen beschreibt die niedersächsische Lehrerin Ulla Feiste die erste deutsche Dichterin: Roswitha von Gandersheim. Das erste Buch gab sie um 960 n. Chr. heraus. Ihr Gandersheimer Kanonissenstift war damals ein erstklassiges Bildungs- und Kulturzentrum in Sachsen, ein Schulungsort für die Wissenschaften. Roswitha hat hier als Dichterin auch den Eigenwert der Frau und die Kraft des Weiblichen formuliert. Und das vor 1050 Jahren. In einer reinen, harten Männerwelt.

Vier ausdrucksstarke Laubengeiger-Bilder lassen alle Textbilder an- oder nachklingen.

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