Bramstedtlund : Planung für Windkraft weiter vorangebracht

Kritisch werden die Pläne für den Ausbau der Grenzstraße begutachtet. Foto: Ulrich Jeß
Kritisch werden die Pläne für den Ausbau der Grenzstraße begutachtet. Foto: Ulrich Jeß

Die Umrisse des geplanten Windparks in Bramstedtlund sind auf einer Karte markiert. Der Entwurf wurde vom Gemeinderat gebilligt.

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15. Oktober 2008, 09:04 Uhr

Bramstedtlund | Die geplante Ausweisung von Windeignungsflächen stieß in der Gemeindevertretung Bramstedtlund auf Zustimmung. In der jüngsten Sitzung wurden die Pläne nach ausführlicher Erläuterung genehmigt.

Mit Rücksicht auf die Gemeindevertreter, die nach der Kommunalwahl neu in das Gremium aufgenommen wurden, erinnerte Bürgermeister Joachim Puschmann an einen Beschluss, den die Gemeindevertreter im Oktober 2007 gefasst hatten. Damals hatten diese sich grundsätzlich mit der Ausweisung von Windeignungsflächen einverstanden erklärt. Für Bramstedtlund kommt allerdings nur ein Bürgerwindpark in Frage. Inzwischen ist die Planung so weit fortgeschritten, dass nunmehr eine Karte die Umrisse der ins Auge gefassten Windeignungsfläche genau aufzeigt. Sie stößt im Norden an den Heerweg, berührt die Grenze zur Gemeinde Holt und setzt sich im westlichen Bereich bis zu den Ladelunder Kläranlagen fort. Die Gemeindevertreter nahmen die Zeichnung in Augenschein. In Abwesenheit mehrerer befangener Vertreter erklärten sich die übrigen mit der Planung ohne Einschränkungen einverstanden. Sie betonten, dass es nur um die Ausweisung der Windeignungsfläche, noch nicht aber um deren künftige Bebauung gehe. Für letztere behalte man sich weiterhin die Planungshoheit vor.
An L 192 auf Bäume verzichten
In Fortsetzung der Tagesordnung legte Bürgermeister Puschmann den offiziellen Plan zum "Bauentwurf für eine grundhafte Erneuerung der Landstraße 192 ("Grenzstraße)" vor. Dieser sieht vor, im Falle des Ausbaus der Straße diese von 5,20 Meter auf 6,50 Meter zu verbreitern und im Abstand von 4,50 Metern an der Nordseite Bäume zu Pflanzen. Letzteres gab den Gemeindevertretern im Hinblick auf die Unfallgefahr erheblich zu denken, so dass sie dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein empfahlen, die geplanten Bäume durch Büsche zu ersetzen oder ganz auf die Bepflanzung zu verzichten. Mit großem Bedauern wurde zur Kenntnis genommen, dass sich der dringende Wunsch nach einem Radweg wegen Geldmangels nicht realisieren lässt. Die Gemeinde erachtet es deshalb für besonders dringend, den Ausbau der Grenzstraße in Angriff zu nehmen. Diese Forderung ist auch Teil der Stellungnahme zum Landesentwicklungsplan. Weiter stimmen die Gemeindevertreter mit ihren Amtskollegen der benachbarten Gemeinden darin überein, dass das Land seine Unflexibilität im Umgang mit kleinen Gemeinden im Hinblick auf die Schaffung von Wohnraum (Erschließung von Bebauungs-Gebieten) und die starre Reglung der Ausweisung von Windeignungsflächen aufgeben müsse. Denn auch kleine Gemeinden könnten sehr wohl für sich selbst verantwortlich entscheiden, was sie sich leisten können. Bevormundung schaffe nur Unwillen und Verärgerung.

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