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Viele Förderungen für Husum : Pläne für die Zukunft der Stadt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Besserer Schutz für den Dockkoog, ein grünes Klassenzimmer an der Mühlenau – und die Rückseite des Shopping-Centers wird auch gefälliger. Viele Vorhaben in der Storm-Stadt werden durch Fördergelder unterstützt.

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erstellt am 26.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Es war eine lange Tagesordnung, die sich der Umwelt- und Planungsausschuss vorgenommen hatte, und eine interessante dazu – von der Zukunft des Dockkoogs über die Renaturierung der Mühlenau und das Einkaufszentrum in der Innenstadt bis hin zur Sanierung der Oberen Neustadt. Entsprechend viele Zuhörer drängelten sich im Sitzungsraum. Umso erstaunlicher war dann das Tempo, mit der das Programm abgehandelt wurde – und die Einigkeit, die dabei herrschte.

Zum Beispiel bei der Vorstellung des Projektes „Zukunft Dockkoog“ durch den World Wide Fund For Nature (WWF), das darauf abzielt, „Klimaanpassung, Küstenschutz, Naturschutz, Tourismus und Erholung im Husumer Westen zusammen zu entwickeln“, wie der Leiter des WWF-Wattenmeerbüros Dr. Hans-Ulrich Rösner erläuterte. „Wie wird der Rand des Wattenmeeres in 50 oder 100 Jahren aussehen?“, fragte Rösner und warnte: „Der Meeresspiegelanstieg bedroht nicht nur die Natur, sondern auch den Menschen.“ Für die Nordseeküste sei allgemein ein Anstieg von 0,3 bis 1,1 Meter bis 2100 prognostiziert. „Das betrifft auch Husum und den Dockkoog.“ Daher habe der WWF in Kooperation mit der Stadt das Vorhaben „Pilotmaßnahmen zur Klimaanpassung mit Kommunen in Schleswig-Holsteins Wattenmeer-Region“ ins Leben gerufen – „kurz PiKKoWatt, denn das Wichtigste für eine Förderung ist eine griffige Abkürzung“, so Rösner schmunzelnd. Und eine Förderung vom Bundesumweltministeriums gibt es jetzt für das „Leuchtturmprojekt“, das Bürgermeister Uwe Schmitz als „Chance für alle Beteiligten“ würdigte.

Ziel sei es, den Dockkoog auf den Anstieg des Meeresspiegels vorzubereiten und den Sturmflutschutz in diesem Gebiet ebenso zu verbessern wie den Natur- und Tierschutz sowie die touristische Anziehungskraft – und zwar in einem gemeinsamen Planungsprozess, so Rösner weiter: „Dazu wird eine Lenkungsgruppe mit kommunalen Vertretern eingerichtet und eine Projektgruppe mit Akteuren aus der Stadt, der Wirtschaft, von Küsten- und Naturschutz und der Dockkoog-Bürgerinitiative.“ Deren Aufgabe sei es, eine solide fachliche Basis für ein Entwicklungskonzept zu finden. Es gebe keine Vorfestlegungen, alles sei ergebnisoffen. „Die Rahmenplanung soll 2015/16 erfolgen, die Untersuchung und Investorenfindung 2016/17 und 2017 soll eine Empfehlung stehen, die bis 2022 in einen formalen Plan gegossen und umgesetzt wird“, so Rösner zur Zeitschiene. Das erste Treffen von Beteiligten sei am Montag, 27. April.

Um die Natur ging es auch beim Tagesordnungspunkt „Renaturierung der Mühlenau“. Der kanalartige Verlauf des Gewässers soll durch Strömungsabweiser im Bachbett und Aufweitung des Ufers verändert werden, was einerseits mehr Stauraum im Stadtbereich schafft und zudem die Ökologie der Au verbessert. Das sah ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen vor. Damit wäre das Gebiet auch für die Naherholung attraktiver und es kann ein Freilandlabor als „grünes Klassenzimmer“ für die Schulen der Stadt eingerichtet werden. Die Förderquote für die Maßnahmen liegt bei 90 bis 100 Prozent.

Von der Au in die Innenstadt: Bei den Planungen für das Shopping-Center habe man sich für eine gravierende Änderung im Bereich der Schlossstraße entschieden, so Bauamtsleiter Rudolf Hölscher. „Es wird nur noch eine ebenerdige Zufahrt zum Parkhaus geben, die Überwindung des Höhenunterschieds muss im Inneren erfolgen. Wir wollen keine drei Zufahrtsrampen gegenüber dem Torhaus.“

Und für die Sanierung der Oberen Neustadt konnte Bauamts-Mitarbeiter Jörg Schlindwein einen „vorläufigen Meilenstein“ vermelden: „Wir haben jetzt im Rahmen des Programms ,Soziale Stadt‘ den Förderungsbescheid erhalten – 1,3 Millionen Euro für 2016 bis 2018.“ Das sei die Voraussetzung für die Bewilligung der Sanierungssatzung – und die erteilte der Ausschuss dann auch prompt.

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