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Einwohner angetan : Pläne für Altenheim kommen gut an

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Akte Großer Garten in Friedrichstadt könnte bald geschlossen werden, dort soll ein Altenheim gebaut werden. Zwei Dithmarscher Investoren wollen zudem noch 17 altengerechte und 17 Ferienwohnungen errichten.

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erstellt am 02.Apr.2014 | 12:30 Uhr

Schon vor dem offiziellen Beginn war der Saal in der Friedrichstädter Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge gefüllt. Der Große Garten war der einzige Tagesordnungspunkt der Einwohnerversammlung, denn schließlich beschäftigt das Thema die Kommunalpolitik und die Bürger bereits seit gut zehn Jahren. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, das Gebäude des ehemaligen Ausflugslokals zu verkaufen, wurde es schließlich im vergangenen Jahr abgerissen. Nun haben mit Friedhelm B. Kretschmann und Harald Schmidt aus Dithmarschen zwei Investoren ihren Hut in den Ring geworfen, die mit ihrem Projekt den Beifall der Friedrichstädter fanden. Sie wollen auf dem Gelände an der Treene ein Altenheim mit 79 Plätzen, 17 altengerechte und 17 Ferienwohnungen errichten.

Kretschmann, der bereits in Lunden ein Seniorenheim gebaut hat, stellte das Projekt vor. In einem separaten Gebäude sollen 17 Ferienappartements mit einer Größe zwischen 40 und 95 Quadratmetern, mit Terrasse, Balkon oder Loggia errichtet werden. Der Gebäudekomplex wird parallel zur Treene gebaut.

Die 17 Wohnungen des betreuten Wohnens entstehen ebenfalls in einem separaten Gebäude, das im östlichen Bereich des Großen Gartens, in Richtung des Sportplatzes errichtet werden soll. Die Pläne sehen Wohnungsgrößen zwischen 40 und 65 Quadratmeter vor. Zudem wird es einen Tagesraum geben, der von allen Bewohnern genutzt werden kann.

Das Kernstück der Planungen, das Seniorenzentrum, wird 79 Plätze in Einzelappartements mit eigenem befahrbarem Duschbad haben. Hinzu kommen Gemeinschaftsräumen, Aufzug, Wintergarten über zwei Ebenen, Rezeption, zentrales Café/Restaurant, große Außenterrassen, Gartenanlage, Friseur, Fußpflege, eigene Produktionsküche und Wäscherei.

Bei einem Zentrum dieser Größe, unterstrich Kretschmann, würden etwa 40 bis 50 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen. Hinzu kämen noch eine ganze Reihe von Teilzeit- und 400-Euro-Jobs.

Von dieser Aussage zeigte sich besonders Bürgermeister Eggert Vogt angetan, der mehrfach betonte, dass die Vorstellung des Modells in einer ganz frühen Phase erfolge, damit die Bürger mitgenommen werden können. Noch, so unterstrich das Stadtoberhaupt, seien keinerlei Verträge unterzeichnet. Auch Kretschmann sagte, dass er noch nicht jedes Detail benennen könne, da daran noch gefeilt werden müsse. Ihm sei es aber wichtig, dass die Bürger, besonders die Anlieger, informiert werden. Hinzu komme, dass er natürlich den Markt habe untersuchen lassen – und der Bedarf sei vorhanden.

Auf die Einwände einiger Friedrichstädter, dass die Wohnungen nur für gut betuchte Personen bezahlbar seien, entgegnete der Investor, dass er noch gar keinen Preis genannt habe. Einen Quadratmeterpreis wie jüngst in Garding für betreutes Wohnen genannt, von 2700 Euro je Quadratmeter, halte er in Friedrichstadt aber für absolut illusorisch. Er räumte freimütig ein, dass das Projekt gebaut werde, um es dann zu verkaufen. „Viele Menschen bekommen heute für ihre Sparguthaben so gut wie keine Zinsen mehr. Da lohnt sich eine Investition in Eigentum. Vielleicht erst für die Eltern, später um die Wohnung selbst zu nutzen.“ Auch sei er überzeugt, dass viele Buten-Friedrichstädter in die Stadt zurückkehren, wenn ein vernünftiges Angebot im Ort bestehe.

Sollten die Verhandlungen mit der Stadt positiv verlaufen, dann müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden, so dass frühestens in sechs Monaten mit dem Bau begonnen werden kann. Kretschmann sagte, dass die drei Gebäude nicht zeitgleich, wohl aber zügig nacheinander gebaut werden sollen.

Fast durchweg positiv wurden die Pläne von der Versammlung aufgenommen, lediglich ein Anwohner kritisierte die Bauform, die ihn doch sehr an eine Kaserne erinnere.

 

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