Ungewöhnliche Kollision : Pkw auf Abwegen: Prellbock "Adler V"

Wie ein Puffer fing das Passagierschiff den Pkw auf, dessen Handbremse nicht angezogen war. Foto: hn
Wie ein Puffer fing das Passagierschiff den Pkw auf, dessen Handbremse nicht angezogen war. Foto: hn

Im Hafen von Strucklahnungshörn: Das Fahrzeug einer Festlandsbewohnerin macht sich selbstständig und rollt über die Kaikante. Wie gut, dass ein Schiff im Weg liegt...

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16. September 2008, 09:36 Uhr

Nordstrand | Nur auf die Schnelle ein Ticket für einen Trip nach Amrum kaufen wollte eine Frau vom nordfriesischen Festland und löste damit gestern Morgen am Hafen Strucklahungshörn auf Nordstrand einiges aus. Die 63-Jährige stellte ihren Wagen auf dem Parkstreifen am Hafenbecken ab, vergaß aber, die Handbremse anzuziehen.
"Adler V" lag goldrichtig

Als die Frau ihrem Pkw den Rücken zugedreht hatte, machte sich der selbstständig und rollte - bedingt durch das leichte Gefälle - unaufhaltsam rückwärts Richtung Hafenkante. Nur das Ausflugsschiff "Adler V" verhinderte das Abrutschen in das Hafenbecken. Das am Kai vertäute Passagierschiff lag goldrichtig und diente als Puffer. Die Wucht des Aufpralls drückte aber die hintere rechte Rückleuchte, die Stoßstange und Hinterachse am Auto ein. Am Schiff entstand kaum sichtbarer Schaden. "Das wird beim nächsten Werftbesuch ausgemerzt", erklärte Sönke Wehrmann von der Adler-Reederei.

Sein Kollege Stefan Rautenberg war als erster am Ort des Geschehens. "Ich saß im Fahrkartenhäuschen und hörte den Knall. Gott sei Dank war keine Person im Fahrzeug. Ich habe dann den Notruf abgesetzt", berichtete er. In kürzester Zeit waren zehn Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Nordstrand vor Ort. "Wir brauchten zum Glück nicht eingreifen. Das Fahrzeug hing ja zwischen Schiff und Kante völlig fest. Wir legten nur Hand an beim Bergen des Autos", erläuterte Feuerwehrmann Christian Stark.
Höchstens eine Verwarnung

Hans-Harro Andresen von der Polizeistation Hattstedt, der den Unfall aufnahm, sprach von großem Glück für alle. Wäre das Auto ins Wasser gefallen, wäre ein weitaus größerer Schaden nicht nur für die Fahrzeughalterin entstanden. Womöglich wäre Öl ins Hafenbecken gelaufen. Es war immerhin Flut. Ganz andere "Hebel" hätten hinsichtlich der Bergung in Bewegung gesetzt werden müssen. So bräuchte die Verursacherin wohl höchstens, wenn überhaupt, mit einer Verwarnung zu rechnen. Einen Tag später wäre alles anders gelaufen. "Die Adler V hatte Ruhetag", so Wehrmann.

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