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Retter suchen Kollegen : Pflicht-Wehr noch nicht vom Tisch

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Friedrichstadts Werbekampagne trägt erste Früchte: Sieben Bürger sind der Freiwilligen Feuerwehr beigetreten. Doch das reicht noch nicht. Anfang kommenden Jahres droht weiterhin die Einführung einer Pflicht-Feuerwehr.

Zwei Infoabende, um neue Mitglieder für die Freiwillige Feuerwehr in Friedrichstadt zu gewinnen, lassen Stadtwehrführer Birger Thomsen optimistischer in die Zukunft blicken. Immerhin haben am vergangenen Montag und Mittwoch sieben Mann ihren Beitritt erklärt. „Und vier von ihnen haben bereits gestern mit ihrer Truppmann-Ausbildung begonnen“, berichtet Thomsen. Zufrieden ist er, genauso wie Bürgermeister Eggert Vogt, denn noch schwebt das Damoklesschwert einer Pflichtfeuerwehr über Friedrichstadt. „Doch wenn bis Jahresende noch ein paar Bürger mehr erkennen, dass die Feuerwehr eine wichtige Einrichtung ist, die auch Spaß machen kann, dann könnten wir vielleicht an einer Pflichtwehr vorbeischrammen“, so Vogt.

Laut Gesetz benötigt die Freiwillige Feuerwehr Friedrichstadt 53 Aktive, um den Feuerwehrbedarfsplan zu erfüllen. Die tatsächliche Stärke liegt gegenwärtig aber nur bei 29. Damit stehen für den Brandschutz zu wenig Kräfte zur Verfügung, auch wenn die Bürger nicht Gefahr laufen, dass die Wehr im Falle eines Falles nicht anrückt. „Für den Erstangriff sind wir gut gerüstet“, sagt Wehrführer Birger Thomsen, „und dann kommt nach kurzer Zeit auch Verstärkung aus den umliegenden Gemeinden Koldenbüttel, Seeth und Drage.“ Allerdings betont der Wehrführer auch, dass sich die Aufgaben der Wehr in den vergangenen Jahren ordentlich gewandelt hätten. Der größte Teil der Einsätze werde heute wegen technischer Hilfeleistungen gefahren. Dazu gehören Verkehrsunfälle genauso wie Unglücke auf den Grachten der Stadt.

Um die geforderte Mannschaftsstärke in Friedrichstadt zu erreichen, hatte die Stadt 800 Bürger im Alter zwischen 20 und 50 Jahren angeschrieben, denn diese Altersgruppe kommt für den Dienst in der Feuerwehr in Betracht. Nun lädt die Wehr nach den zwei offiziellen Vostellungsabenden alle Interessierten auch zu den noch stattfindenden vier Übungsabenden in diesem Jahr ein. Der nächste findet am Montag, 3. November, statt. Auch am 17. November, 1. und 12. Dezember, trifft sich die Wehr dann nochmals, jeweils um 19.30 Uhr im Gerätehaus, Eiland, um ihre Fertigkeiten zu optimieren.

Kreisbrandmeister Christian Albertsen betonte in der Info-Veranstaltung im Friedrichstädter Gerätehaus , dass es sich bei nicht genügend Personal nicht um eine Zwangsrekrutierung handeln würde. Es gebe schließlich die Bürgerpflicht. Damit die Wehren optimal ausgestattet sind, gelte die Faustregel drei Mal so viel Leute wie Sitzplätze in den Einsatzfahrzeugen, rechnet der Kreisbrandmeister vor. Und er ist sich sicher, dass es in einer Stadt mit 2600 Einwohnern möglich sein sollte, 53 Feuerwehrmäner- oder -frauen rekrutieren zu könne. Denn auch im Kreis, sagt er, seien von den rund 162 000 Einwohnern drei Prozent in den Wehren aktiv, was für Friedrichstadt 78 bedeuten würde.

Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt, der an den beiden Infoabenden ebenfalls im Gerätehaus anwesend war, hofft darauf, dass die Stadt an einer Pflichtwehr vorbeikommt. Dennoch will er schon in den nächsten Tagen gemeinsam mit dem Wehrführer und einer Vertreterin des Ordnungsamtes nach Burg/Dithmarschen fahren, um sich bei seinem dortigen Amtskollegen über die Burger Pflichtwehr zu informieren. „Denn schließlich gibt es für eine Pflichtwehr keine Mustersatzung“, wie auch Albertsen betont. Ihm bekannt seien nur die Wehren in List und Burg.

Friedrichstadts Wehrführer Thomsen, der auch noch einige Interessenten in einer Liste eintragen konnte, unterstreicht, dass nicht jedes Mitglied an vorderster Front stehen müsse. „Wer kein Blut sehen kann, der braucht bei Unfällen nicht mitzuarbeiten“, betont er. „Wir benötigen auch Leute, die beispielsweise unsere Homepage betreuen, Pressearbeit verrichten oder gute Organisatoren oder Logistiker sind.“

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erstellt am 31.Okt.2014 | 11:30 Uhr

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