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St. Peter-Ording : Pflanzenjäger unterwegs in den Dünen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In St. Peter-Ording befreien Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer per Hand die einzigartige Naturlandschaft von unerwünschten Gewächsen. Dazu zählen Kiefern und das Kaktusmoos.

Wer in etwa 22 Metern Höhe auf der Aussichtsplattform Maleens Knoll zwischen Bad und Ording steht, vor dem breitet sich ein beeindruckend großes Dünengebiet aus. Weißer und grauer Sand wechselt sich ab mit leuchtendgrünen Kaktusmoos-Teppichen und dunkelgrünen Kieferngruppen. Die Dünen erstrecken sich zwischen Seedeich und durch den gesamten Ort von Ording bis nach Süderhöft. Sie waren einst vom Strand her kommende Wanderdünen, deren weitere Ausbreitung der Mensch durch Anpflanzungen gehindert hat. Man bezeichnet sie deswegen als Küstendünen. In der Nachfolge der Pflanzungen sind daraus die heutigen Kiefernwälder entstanden. Typische Dünenpflanzen sind unter anderem Besenheide, Sandsegge, Silbergras, Bergsandglöckchen und Rentierflechten. Kiefern und Kaktusmoos gehören dagegen ursprünglich nicht hierher.

Jetzt sind in diesem Dünengebiet vom Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt (DHSV) Pflegearbeiten mit Maschinen vorgenommen worden. Ziel der Maßnahmen ist der Erhalt der Lichtungen mit den offenen Dünenflächen und der typischen Flora und Fauna. Geschlossene Waldflächen bleiben dabei unangetastet. Es geht um die Beseitigung von lockerem Bewuchs von Kiefern und der ebenfalls nicht heimischen Traubenkirsche. Unterstützt wird der Maschineneinsatz des DHSV von der Schutzstation Wattenmeer. „Wir setzen dabei auf Handarbeit mit Astscheren und kleinen Sägen, um den Kiefern-Jungwuchs einzudämmen. Viele kleine Bäumchen werden so am Großwerden gehindert“, erläutert Sabine Gettner, Diplom-Biologin und Leiterin des Nationalparkhauses in St. Peter-Ording.

Sie ist mit Alicia Wagner, Martina Wendler, Lea Busch und David Benkel – jungen Freiwilligendienst-Leistenden der Schutzstation Wattenmeer – unterwegs. Mit ihrem Handgerät rücken sie den bis hüfthohen Kiefern zu Leibe. Sie sind so noch leicht zu beseitigen. Möglichst tief werden auch schon die kleinsten abgeschnitten. Da Kiefern höchst selten wieder austreiben, werden die jungen Leute vorsorgend tätig, bevor die Bäume zu groß werden und ihre Entfernung viel Aufwand erfordert.

Schon seit 2012 sind Freiwillige der Schutzstation in den Dünen aktiv, dabei vor allem in den feuchten Tälern, in denen Maschinen schlecht einsetzbar sind und Schaden anrichten würden. Inzwischen hat sich der Naturschutzverein auf Vorschlag des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) um die offizielle Betreuung des FFH-Gebietes „Dünen St. Peter“ beworben. In Vorbereitung ist für Maleens Knoll außerdem eine Dünenwanderung, die sich an eine Nationalparkhaus-Führung anschließt. Alicia Wagner erstellt dazu derzeit das Konzept. Ab April soll das schon umfangreiche Naturerlebnisangebot der Schutzstation dadurch erweitert werden.

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