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Tier musste eingeschläfert werden : Pferderipper in Goldelund?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Odin stand erst seit einer Woche auf der Sommerweide. Wegen einer Schnittverletzung musste der vier Jahre alte Wallach eingeschläfert werden.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Nachdem Tierarzt Henning Gerlach die Wunde untersucht hat, kann er nur zu einem raten: Odin muss eingeschläfert werden. Vermutlich in der Nacht zu Dienstag (24. Mai) ist das Pferd auf einer Wiese an der Landesstraße 13, der Westerstraße in Goldelund, durch einen Schnitt so schwer verletzt worden, dass jede Hilfe zu spät kam. „Die Alternative wäre gewesen, das Tier in eine entsprechende Klinik zu bringen“, sagt Gerlach von den Nord-Ostsee Tierärzten aus Schafflund. Da Odin aber nicht mehr in der Lage ist, selbst aufzustehen, entscheiden sich die Eigentümer Sabrina und Jan Matthiesen dazu, das Pferd einschläfern zu lassen – um so weiteren Schaden und vor allem Leiden zu vermeiden. „Er wäre wohl nie wieder richtig gesund geworden“, sagt Jan Matthiesen.

Als Gerlach den vier Jahre alte Friesenmix am Dienstagmittag untersucht, stellt er eine etwa 50 Zentimeter lange Verletzung auf Höhe des Sprunggelenks entlang des rechten Hinterlaufs fest – „mit Knochenbeteiligung und Gelenksöffnung. Es ist definitiv eine Schnittverletzung“, sagt der Tierarzt.

Jan Matthiesen schließt nicht aus, dass ein Täter die Sehne durchtrennt hat, „um das Pferd bewusst unbrauchbar zu machen“. Der Wallach war gerade in der Ausbildung, wurde langsam eingeritten. Allerdings war Odin nicht für Turniere vorgesehen. „Es war ein reines Freizeitpferd“, sagt Jan Matthiesen. Auch Gerlach geht davon aus, dass die Verletzung weder durch Stacheldraht, noch durch eine Litze zum Einzäunen einer Weide verursacht wurde. „Das führe ich darauf zurück, dass sie außerhalb liegt, aber nicht die komplette Gliedmaße umfasst. Es ist reine Mutmaßung, aber dafür ist es eigentlich eine untypische Verletzung“, sagt der Tierarzt. Was tatsächlich zu der großen Schnittwunde geführt haben könnte, sei für ihn schwer nachvollziehbar. Aber er sagt auch: „Eine Fremdeinwirkung ist nicht ausgeschlossen.“

Odin stand erst seit einer Woche auf der Sommerweide. Der Wallach teilte sich diese mit zwei weiteren Großpferden – einer drei und einer 15 Jahre alten Stute – sowie einem sechsjährigen Pony. Fremden gegenüber sei er immer sehr zutraulich gewesen, sagt Jan Matthiesen. „Wenn neue Menschen auf den Hof kamen, ließ er sich immer sofort streicheln.“

Eine Nachbarin hatte am Dienstagvormittag entdeckt, dass drei Pferde auf ihrer Wiese liefen, die ihr nicht selbst gehörten. Erst bei genauerem Hinsehen stellte sie fest, dass ein weiteres Tier im Gras lag. Sie rief die beiden Eigentümer an, die gemeinsam mit dem Tierarzt vor Ort eintrafen. Jan Matthiesen hatte gerade Frühschicht, seine Frau war beim Einkauf. „Die Pferde müssen in Panik vor irgendetwas weggelaufen sein“, vermutet der Goldelunder. Alle vier Tiere kamen erst zwei Koppeln von seiner entfernt zum Stehen. Die Stuten sowie das Pony weisen keinerlei Verletzungen auf.

Jan Matthiesens Vater züchtet bereits seit knapp 40 Jahren Holsteiner, Odin kommt allerdings nicht aus dessen Züchtung. Seit Oktober stand das Pferd bei der Familie auf dem Hof, erst Anfang des Monats hat sie es gekauft. An ähnliche Fälle in der Umgebung können sich die Matthiesens aus jüngerer Vergangenheit nicht erinnern. Zuletzt am 3. Januar war dagegen in Ostenfeld ein Pony erschossen worden. Der Täter wurde bis heute nicht ermittelt. Die Goldelunder hoffen nun auf Zeugenhinweise – und darauf, dass weitere Pferdebesitzer gewarnt sind.

Wer in der Nacht zu Dienstag (24. Mai) verdächtige Personen oder Fahrzeuge an der Westerstraße in Goldelund beobachtet hat, wird gebeten, sich mit der Polizei in Bredstedt, Markt 33, Telefon 04671/ 96056, in Verbindung zu setzen.

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