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Hilfe für Reitverein : Pferdeherpes in Mildstedt besiegt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Den Mildstedter Reit- und Fahrverein plagen nach der Herpes-Infektionswelle finanzielle Sorgen. Der Vorstand hat nun Landwirtschaftsminister Robert Habeck um Unterstützung gebeten.

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erstellt am 08.Apr.2016 | 15:00 Uhr

Das tiefe Durchatmen von Dieter Friedrichsen ist laut und vernehmlich. Der Vorsitzende des Mildstedter Reit- und Fahrvereins hat auch allen Grund dazu, denn die „für mich schwerste Zeit im Verein ist nun beendet“, sagt er. Gemeint ist die Welle von Herpes-Infektionen in den Mildstedter Stallungen. Sechs Pferde mussten nach ihrer Erkrankung wegen neurologischer Störungen von Tierärzten eingeschläfert werden. „Sechs tote Pferde, das ist schon hart“, sagt Friedrichsen und freut sich gleichzeitig über die große Solidarität, die der Club in dieser Zeit erfahren hat. Denn wegen der strengen Isolation der Anlage, zum Schutz der umliegenden Vereine und Pferdebestände, gab es finanzielle Einbußen. Rund 25.000 Euro fehlen laut Berechnungen des Steuerberaters in der Vereinskasse, denn die üblichen Kosten für Futter, Strom und die Darlehen liefen ja weiter. Auf der Einnahmenseite hingegen stand der Zeiger permanent auf Null. Der Reitunterricht für Privatleute, das Voltigieren, der Schulsport für verhaltensauffällige Kinder der umliegenden Grundschulen und das therapeutische Reiten für behinderte Menschen fielen aus – damit natürlich auch die Einnahmen.

Überwältigt zeigt sich Friedrichsen von der Hilfsbereitschaft von Privatleuten und anderen Vereinen, denn immer wieder wurde auf das extra eingerichtete Spendenkonto Geld überwiesen. Erst dieser Tage auch von der Christiane- und Rudolf-Schmidt-Stiftung aus Schwesing. Zu den 1000 Euro aus dem Stiftungstopf legte Stiftungsgründerin Christiane Schmidt nochmals 500 Euro privat hinzu. „Der Verein benötigt dringend Hilfe, da wollte ich mich daran beteiligen“, sagte Christiane Schmidt. Und selbst die Reitergemeinschaft Augustenhof aus Höbek veranstaltet am morgigen Sonnabend von 13 bis 17 Uhr einen Spenden-Aktionstag. Für das leibliche Wohl der Besucher ist gesorgt. Und wer sich sportlich betätigen möchte, kommt beim Voltigieren und Zumba auf seine Kosten. Sportlich geht es auch bei einer Rallye und dem Ponyreiten zu. Eine Tombola und Aufführungen stehen ebenfalls auf dem Programm. Zudem gibt es Infostände von einem Hufschmied und einem Tierarzt zum Thema Herpes. Der Erlös des Aktionstages wird dem Reit- und Fahrverein Mildstedt übergeben. „Es hätte jeden Verein treffen können“, heißt es bei der Reitgemeinschaft Augustenhof in der Nähe von Rendsburg.

Auch einen Hilferuf an den Landwirtschaftsminister des Landes, Robert Habeck, hat Friedrichsen gestartet. Darin heißt es unter anderem: „Ende Januar brach in den Stallungen des Vereins eine hochansteckende und sehr aggressive Herpesviren-Infektion bei einem Pferd aus. In der folgenden Zeit sind bisher 33 Pferde und Ponys erkrankt. Mittlerweile mussten sechs Pferde eingeschläfert werden. Die Erkrankung ist nicht anzeigepflichtig, folglich ist auch eine Beihilfe aus dem Tierseuchenfond nicht möglich.“ Weiter wird betont, dass der Ausbruch der Erkrankung nicht dem Verein anzulasten sei, wie die behandelnden Tierärzte und auch der Kreisveterinär bestätigt hätten. Daher bittet der Verein den Landwirtschaftsminister um eine Härtefall-Beihilfe, da die Existenz des rund 300 Mitglieder zählenden Vereins auf dem Spiel steht.

Am morgigen Sonnabend jedenfalls wird es auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Mildstedt hoch hergehen. Viele Vereinsmitglieder haben bereits ihr Kommen für die anstehende Entmistungs- und Desinfektionsarbeiten angesagt. „Wir wollen quasi Großreinemachen“, sagt der Vorsitzende. Danach wird alles nochmals desinfiziert, damit auch die letzten eventuell noch vorhandenen Krankheitskeime abgetötet werden. Der interne Reitbetrieb kann dann wieder Anfang der Woche aufgenommen werden, der Reitunterricht für Schüler, die nicht dem Verein angeschlossen sind, beginnt allerdings erst wieder Anfang Mai.

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