Empfang zu den Hafentagen : Peter Cohrs: „An der B5 hängen Schicksale“

Peter Cohrs (l.) im Gespräch mit Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz.
Peter Cohrs (l.) im Gespräch mit Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz.

Auf dem Hafentage-Empfang sprachen Peter Cohrs und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz nordfriesische Grundsatzthemen an.

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10. August 2018, 12:49 Uhr

Es ist bekannte Tradition, dass Peter Cohrs in seinem Grußwort auf dem Hafentage-Empfang auf die aktuellen Themen und Probleme eingeht, die die Husumer Wirtschaft bewegen. In diesem Jahr begann der Vorsitzende des Commerziums seine Rede aber zunächst mit einer kleinen Rückschau: „Früher“, so Cohrs, habe es in Husum eine boomende Windkraft-Branche gegeben und ein Meerwasser-Schwimmbecken, die Bahn sei pünktlich gefahren, Menschen kommunizierten über Briefe, und es habe ausgereicht, „dass eine Stadtverwaltung eine Stadt lediglich verwaltet“. Worauf der Geschäftsmann mit dieser Einleitung hinaus wollte, war klar: So funktioniere die Welt heutzutage nicht mehr. Eine Stadtverwaltung müsse heute auch entwickeln und gestalten, erklärte Cohrs – und diesbezüglich habe die Husumer noch Potenzial. Und damit ging’s auch gleich zur Sache: Beim Schwimmbad habe die Politik nach dem „Schilda-Streich“ des Dockkoog-Bades nun eine Entscheidung getroffen, die die Mitglieder des Commerziums „mittelschwer entsetzt und enttäuscht“ habe. Die These, niemand wolle „von der Liegewiese auf gestapelte Akkuschrauber gucken“, sorgte für spontanen Applaus.

Weiterhin erklärte er, dass sich die Stadt – angesichts der Tatsache, dass die Windkraft nicht mehr boome – nun auf neuen wirtschaftlichen Feldern aufstellen und sich endlich stärker den touristischen Chancen widmen müsse. Er freue sich, dass sich die Stadt dabei nun für die Unterstützung eines touristischen Beraters entschieden habe und hoffe, dass die Politik dessen Expertise doch noch in die Standortentscheidung einfließen lässt.

Mit Blick auf den Ehrengast des Abends, Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, sprach Cohrs ein weiteres Dauer-Thema an: „An der B5 hängen Schicksale, Betriebe in ganz Nordfriesland.“

Auf diese Ernsthaftigkeit ließ sich der Wirtschaftsminister nicht ein: Er habe gedacht, er sei zu einer fröhlichen Veranstaltung geladen, verkündete Buchholz jovial, in das Cohrs’sche Klagelied wolle er nicht mit einstimmen. Stattdessen könne man doch auch positiv nach vorne blicken. So biete Nordfriesland wie kein anderer Kreis in Deutschland die Chance, in der Strom-Veredelung Vorreiter zu werden. Toll sei auch, dass hier nun endlich eine Lokale Tourismus-Organisation gegründet worden sei – und dass Husum in diesem Jahr mit einem Übernachtungsplus von etwa zehn Prozent rechnen könne.

Anschließend lobte sich Buchholz kurz noch selbst dafür, dass er sich durch seine Marschbahn-Politik bei der Deutschen Bahn unbeliebt gemacht habe und ging auch auf die B5 ein: Ende dieses Jahres werde der Planfeststellungsbeschluss für die Strecke Hattstedt-Bredstedt gefällt, danach müsse man den Konflikt mit der AG Jelstrom vor Gericht ausfechten: „Das werden wir durchziehen“. Für den Abschnitt Husum-Tönning rechnet Buchholz mit den Feststellungsbeschlüssen für 2020. Er hoffe darauf, dass noch in dieser Legislaturperiode an der B5 „gebuddelt“ werde. Eine Hoffnung, die sicherlich nicht nur Peter Cohrs mit ihm teilt. Jener erinnerte vorsichtshalber vor dem Auftritt von Buchholz daran, dass in der Historie der Hafentage-Empfänge schon „Generationen von Ministern Geschichten zur B5 erzählt“ hätten.

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