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Entwicklung einer Stadt : Perspektiven für Husums Einzelhandel

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Dortmunder Büro plant die Zukunft des Einzelhandels in Husum. Den Stadtvertretern wurden die Ergebnisse des fortgeschriebenen Entwicklungskonzeptes vorgestellt. Die Politik bleibt Herr des Verfahrens.

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erstellt am 25.Okt.2013 | 07:00 Uhr

Die Nahversorgung im sogenannten Stadt-Umland-Bereich (SUB) muss, was den kurzfristigen Bedarf angeht, quantitativ nicht verbessert werden. Mittel- und langfristig gesehen lassen sich auch vor dem Hintergrund der regionalen Versorgungsfunktion des SUB Husum aus der Nachfrage keine Spielräume in Sachen Verkaufsflächen ableiten. So erhält die Ansiedlung zusätzlichen Einzelhandels am städtebaulich richtigen Standort eine herausragende Bedeutung. Mehr Qualität und eine klare Versorgungsstruktur – das müsse denn auch das Ziel sein. Zu diesem Schluss kommt das jetzt für weitere fünf Jahre fortgeschriebene Einzelhandelskonzept des Dortmunder Stadtforschungs- und Planungsbüros Junker + Kruse. Über den Stand der Dinge setzte Diplom-Geograf Stefan Kruse am Mittwochabend den Umwelt- und Planungs- sowie den Finanz- und Wirtschaftsausschuss in einer gemeinsamen Sitzung in den Räumen der Feuerwache in Kenntnis.

Für die Mitglieder der beiden Gremien, das wurde am Ende des Vortrags deutlich, waren eine Menge Informationen zu verarbeiten. Hinweise und Fakten, die sich im Austausch miteinander herauskristallisiert haben. „Wir haben uns erstmals mit konzeptionellen Fragen befasst“, sagte Kruse und meinte mit „Wir“ einen Arbeitskreis, in dem neben seinem Büro die vier Wirtschaftsvereine, die Industrie- und Handelskammer, die Bauverwaltung und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft vertreten sind. Unterschwelligen Andeutungen, die Politik könnte sich dabei übergangen fühlen, entgegnete Uwe Schmitz: „Sie bleiben komplett Herr des Verfahrens.“ Der Bürgermeister, sein Bauamtsleiter Rudolf Hölscher und Referent Kruse machten deutlich, dass es sich bei dem Konzept um eine reine Grundlage für spätere freie Entscheidungen handele.

Aus dieser Grundlage geht unter anderem hervor, dass die Innenstadt das Aushängeschild des Einzelhandels ist – eine Visitenkarte, die laut Kruse am Rand allerdings ausfranst. So seien zum Beispiel die Leerstände auf der Oberen Neustadt „ein Zeichen dafür, dass dieser Standort nicht funktioniert“. Das „amöbenartige Gebilde“ Gewerbegebiet Ost stelle keine Konkurrenz dar, sondern eine Ergänzung. Im zentralen und damit schützenswerten Versorgungsbereich Innenstadt sei vieles möglich – bis auf großflächigen Einzelhandel auf mehr als 800 Quadratmetern. Um der neuesten Rechtsprechung Genüge zu tun, seien die Nachbargemeinden Mildstedt und Hattstedt neu als Nahversorgungsstandorte eingestuft worden, so Kruse weiter.

Ergebnis der Fortschreibung ist unter anderem eine neue Husumer Sortimentsliste. Als „zentrenrelevant“ werden darin unter anderem Getränke (sogar „nahversorgungsrelevant“), Campingartikel, Elektronik und Multimedia, Bastelzubehör, Sammlerbriefmarken und -münzen, Büroartikel, Spielwaren, Teppiche sowie Topfpflanzen aufgeführt. All diese Produkte sind mit dem Vermerk „Verkaufsfläche mehrheitlich außerhalb der Zentren“ versehen – mithin also Fälle für eine optimierte Strukturveränderung.

Kruses weitere Ausführungen mündeten in drei sogenannten Ansiedlungsregeln 2013. Danach sollten Einzelhandelsbetriebe mit nahversorgungsrelevanten Hauptsortimenten in Zukunft nur noch im zentralen Versorgungsbereich – also in der Innenstadt – sowie, je nach nach Lage und Dimension der Verkaufsflächen, „ausnahmsweise auch zur wohnortnahen Grundversorgung an integrierten Nahversorgungs-Standorten in den Stadtteilen und Siedlungsbereichen“ angesiedelt werden. Regel zwei besagt, dass Einzelhandelsbetriebe mit zentrenrelevanten Hauptsortimenten – ohne nahversorgungsrelevante Hauptsortimente – künftig nur noch in der Innenstadt möglich sind. Last but not least geht es darum, großflächige Einzelhandelsbetriebe mit nicht-zentrenrelevanten Hauptsortimenten demnächst im zentralen Versorgungsbereich und, nach Einzelfallprüfung, in dafür vorgesehenen Sondergebieten und damit städtebaulich geeigneten Standorten – sprich: im Gewerbegebiet Ost – anzusiedeln. Außerdem sind sogenannte zentrenrelevante Randsortimente bei Betriebsstandorten großflächiger Unternehmen außerhalb des zentralen Versorgungsbereiches zu begrenzen.

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