Attraktion für Tönning : Per Rikscha durch Tönning

Bei der Testfahrt auf dem Tönninger Stadtfest vor drei Jahren kam die Rikscha gut an.
Bei der Testfahrt auf dem Tönninger Stadtfest vor drei Jahren kam die Rikscha gut an.

Der Tönninger Klaus Peter Carstensen möchte einen Förderverein für Rikscha-Ausflüge starten.

shz.de von
30. Mai 2018, 12:00 Uhr

Was macht Mann mit einer Rikscha? In der heimischen Garage hüten und pflegen sowie ab und zu auf Veranstaltungen einsetzen? Das ist dem Tönninger Klaus Peter Carstensen, Schriftführer im Seniorenbeirat der Stadt, auf Dauer zu wenig. „Ich stehe nach wie vor hinter dem weltweiten Rikscha-Gedanken und möchte ihn irgendwie auch für Tönning umsetzen. Nur das Wie ist noch nicht klar“, sagt der rüstige Rentner. Vor drei Jahren hat er sich ein speziell auf die ältere Generation zugeschnittenes Gefährt angeschafft. Knapp 4000 Euro hat er investiert, um seine Idee voranzutreiben. Die sei damals, so Carstensen weiter, im Seniorenbeirat gut angekommen, und man habe gemeinsam beschlossen, das Projekt zu starten. Doch rasch musste zurückgerudert werden, weil die sieben Mitglieder des Gremiums sich nicht in der Lage sahen, als ständige Akteure zu agieren, nicht zuletzt auch wegen rechtlicher Fragen und des versicherungstechnischen Aufwandes. „Ich versichere die Rikscha für jede Aktion mit Gästen extra“, informiert Carstensen.

Am besten, fährt er fort, wäre es, einen Förderverein zu gründen, der dann das Vehikel mit Hilfe von Sponsoren entsprechend vermarkten könnte. Im Bereich Tourismus sieht der Tönninger Potenzial. Auch für Feste, wie Hochzeiten, Geburtstage oder Jubiläen wäre der Einsatz der Rikscha denkbar. „Da muss doch was gehen“, meint Carstensen zuversichtlich. Sehr gut angekommen seien die Rundfahrten anlässlich der 425-Jahr-Feier der Stadt vor drei Jahren.

Seither unterstützen ihn sportliche Asylbewerber, die kräftig in die Pedale treten, wenn er sie frage, wie derzeit die Afghaner Najib Haidari und Mohammad Zia. Beide seien sehr dankbar für solche Einsätze, denn das sei auch ein Stück gelebte Integration. „Sie sprechen fast perfekt deutsch und lieben es mit Menschen in Kontakt zu treten. Für mich ist eine Rikscha ein kommunikatives und soziales Werkzeug“, so Carstensen. Gerade bei älteren Menschen wecke das viele Erinnerungen an ihre Kinder- und Jugendzeit, in der Fahrräder noch eine ganz andere Rolle spielten.

Er orientiere sich gern an der Initiative „Radeln ohne Alter“ im Nachbarland Dänemark. Dabei handelt es sich nicht um ein wirtschaftliches Unternehmen, wie bei den Velos-Agenturen in den Metropolen Barcelona, Berlin oder Hamburg, sondern ein soziales Projekt, das Jung und Alt zusammenbringen soll. Initiator war Ole Kassow aus Kopenhagen, der 2013 eine Rikscha kaufte und den Seniorenheimen Fahrten angeboten hatte. Das sei gut angekommen. In Berlin gibt es übrigens bereits einen eingetragenen Verein „Radeln ohne Alter“, der nach dem dänischen Prinzip arbeitet. „Wer Ideen hat, darf mich gern anrufen“, so Carstensen. Info: 04681/610718.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen