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Husumer Nachrichten

15. Dezember 2017 | 06:23 Uhr

Langenhorn : Per Internet zum Bucherfolg

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Svenja Lassen aus Langenhorn hat ihr erstes Buch online veröffentlicht – es kam gleich in die Top 100. Bevor es so weit war, hat sie sich Internet zum Thema Self-Publishing schlau gemacht.

Dass sie eines Tages mal ein Buch schreiben würde, hätte Svenja Lassen vor gar nicht so langer Zeit noch weit von sich gewiesen. 1981 in Husum geboren und in Langenhorn aufgewachsen, ist sie vor sieben Jahren mit Mann und Sohn wieder in ihren Heimatort gezogen. „Obwohl ich schon früh ein ausgeprägtes Lese-Gen hatte“, erinnert sie sich daran, dass ihr die Mutter abends immer Pferdegeschichten vorlas. Irgendwann fing sie an, selbst Geschichten zu schreiben – aber nie ernsthaft mit dem Gedanken, diese auch zu veröffentlichen. Bis ihr eines Tages die Idee zu einem Liebesroman kam. „Dark Haze heißt so viel wie dunkler Dunstschleier und steht für das Dunkle, das sich über das Leben meiner Heldin Ophelia legt“, soviel verrät sie zu ihrem Erstlingswerk, das seit Januar unter dem Titel „Dark Haze – Verloren bis zu dir“ in den virtuellen Bücherregalen steht und schon einige Liebhaber gefunden hat.

„Anfangs“, so die frischgebackene Autorin, „hatte ich nur einzelne Szenen im Kopf, die wochenlang auf dem PC vor sich hin schlummerten. Dann habe ich mit Hilfe von Youtube-Videos gelernt, wie man die Figuren und den Handlungsstrang der Geschichte entwickelt.“ Ohne jemandem davon zu erzählen, legte sie einfach mal los. Vier Monate später war das Manuskript fertig. Ersten Testlesern aus dem privaten Umfeld gefiel es gut, doch Svenja Lassen war es wichtig, auch ein fachmännisches Urteil zu hören. Allerdings verzichtete sie darauf, das Manuskript an einen Verlag zu schicken, „denn wenn man von dort eine Absage erhält, dann ohne Hinweis darauf, was man hätte besser machen können. Ich wollte aber etwas dabei lernen“, sagt sie, daher beschloss sie, das Buch selbst zu veröffentlichen. Im ersten Schritt bat sie eine Lektorin um ihre ehrliche Meinung, ob das Buch dafür überhaupt in Frage komme. „Als ihr Urteil positiv ausfiel, hat mich das sehr motiviert. Ich dachte: Wenn 100 Leute mein Buch kaufen und jeder zweite es gut findet, dann wäre das super.“ Auf Facebook, wo sie Mitglied in diversen Gruppen zum Thema Bücher ist, richtete sich die Nordfriesin eine Autoren-Seite ein, veröffentlichte dort testweise erste Textschnipsel und schickte an verschiedene Blogger Leseproben und Rezensionsexemplare. Mit überraschendem Erfolg: „Ich hätte nie mit so viel Unterstützung gerechnet und bin allen Bloggern dankbar, die meinen Roman vorgestellt und bewertet haben und mir als unbekannte Self-Publisherin eine Chance gaben“, sagt Svenja Lassen glücklich, denn auf diese Weise fand sie ihre Zielgruppe – eBook-Leserinnen zwischen 18 und 45, die viel in den sozialen Medien unterwegs sind.

Als es „Dark Haze“ am Veröffentlichungstag als „Aufsteiger des Tages“ sofort in die Top 100 der Amazon-Kindle-Charts schaffte, platzte Svenja Lassen fast vor Stolz. Diesen seit dem 4. Januar andauernden Boom kann sie bis heute kaum fassen. „Mittlerweile wurden mehr als 1200 eBooks verkauft. Und da Kindle Unlimited-Nutzer den Roman kostenfrei ausleihen können – dafür erhalte ich später eine Vergütung – komme ich dort inzwischen auch schon auf gut 300.000 gelesene Seiten. Umgerechnet sind das mehr als 1100 Leser.“ Allen, die lieber ein „richtiges“ Buch in den Händen halten möchten, rät sie, den Roman über Amazon zu ordern. „CreateSpace ermöglicht es dort Autoren, ihr Manuskript als Taschenbuch anzubieten, ohne Kosten vorab.“

Einfach sei der Weg zum Erfolg nicht gewesen, gesteht Svenja Lassen im Rückblick. Beim Self-Publishing musste sie Kosten übernehmen, die sonst der Verlag tragen würde – für das professionelle Korrektorat etwa und das Lektorat. „Man muss schon sehr genau abwägen, was man selbst machen kann, und was besser ein Profi übernehmen sollte“, so die Autorin. Unverzichtbar war für die 35-Jährige ein Onlinekursus zum Thema Self-Publishing/Marketing. „Ohne den hätte ich wahrscheinlich meine Lektorin und meine Coverdesignerin mit unzähligen Fragen in den Wahnsinn getrieben“, gibt sie selbstkritisch zu. Im Mai soll es eine Fortsetzung von „Dark Haze“ geben.

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