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Von den Inseln und Halligen : Pellworms Pumpen reichen nicht aus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das einzige Schöpfwerk auf der Insel kann die Regenfälle der vergangenen Wochen nicht bewältigen.

„Mit so einem Andrang hatte ich nicht gerechnet“, wunderte sich Pellworms Deichgraf Ernst-August Thams über die Medienpräsenz bei der jüngsten Herbstdeichschau auf der Insel. Hintergrund war nicht zuletzt die Protestaktion der Pellwormer, die Mitte vergangenen Monats eine Sanierungsmaßnahme des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) im Bereich des Johann Heimreichs Deichs verhindert hatten (wir berichteten).

Von Interesse waren ebenfalls mögliche Konsequenzen nach den außergewöhnlichen Regenmengen durch Sturmtief Sebastian vor einigen Wochen. Die Wassermassen hatten das Süderkoogtief am Kaydeich unter Wasser gesetzt und zu einem umfangreichen Einsatz von Feuerwehr und THW geführt (wir berichteten). All das kam bei der Deichschau jetzt zur Sprache, die Teilnehmer inspizierten die neuralgischen Punkte vor Ort.

„Wir müssen uns überlegen, ein zusätzliches Schöpfwerk zu bauen. Wie wir gesehen haben, kann unser einziges Schöpfwerk auf der Insel am Hafen solche Regenmengen nicht bewältigen“, ist sich Thams sicher. „Durch den Klimawandel werden die Wetterphänomene immer häufiger und zu solch ungewöhnlichen Wetterlagen mit Sturm und starken Regenfällen führen. Die Pumpen auf Pellworm können das nicht mehr leisten.“ Noch immer steht Wasser im Süderkoogtief, ein kleines Schöpfwerk an dieser Stelle könnte künftig für Abhilfe in der Niederung sorgen, waren sich die Pellwormer einig. Am Ende der Inspektion überzeugten sich die Schauteilnehmer vom Zustand des Hafensiels. Dort war der Antrieb für die Hubschutztafeln vom LKN gerade instand gesetzt worden.

Zuvor diskutierten die Fachleute die Problematik bei der Binnen-Entwässerung am Süderkoog. „Hier muss über Verbesserungen nachgedacht werden“, kündigten Florian Schröter und Fabian Lücht vom LKN an. Den Beginn der Arbeiten der nach dem durch die Pellwormer gestoppten Sanierungsmaßnahme am Johann Heimreichs-Deich kündigten die beiden für das kommende Frühjahr an. Im weiteren Verlauf der Schau wurde das jetzt fertig gestellte und in Betrieb genommene Treibsellager gesichtet. Am Bupheverkoog überzeugte man sich von der wieder hergestellten Deichfußentwässerung. Am Ende waren sich alle einig, „die Landesschutzdeiche befinden sich in einem guten und wehrhaften Unterhaltungszustand“.

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