Biosphäre : Pellworm will ins Reservat

Die alte Pellwormer Kirche ist eines der Wahrzeichen der Insel.
Die alte Pellwormer Kirche ist eines der Wahrzeichen der Insel.

Die Insel Pellworm möchte ins Biosphärenreservat Wattenmeer und Halligen aufgenommen werden.

shz.de von
09. Juni 2018, 09:39 Uhr

Umweltminister Robert Habeck und Jürgen Feddersen, langjähriger Bürgermeister der Insel Pellworm, haben gestern ein gemeinsames Projekt gestartet. Ihr Ziel: das Biosphärenreservat „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen“ zu erweitern. „Wir werden die Modellregion gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern weiterentwickeln, um die Chancen für eine nachhaltige Regionalentwicklung und die Anerkennung und Bekanntheit des Biosphärenreservats zu stärken. Die Insel Pellworm ist ein idealer Kandidat für die Erweiterung der Entwicklungszone“, sagte Habeck.

„Wir sind dabei, wenn es darum geht, die Idee der Biosphäre in die Region weiterzutragen“, bekräftigte Feddersen. „Die Halligen sind mit gutem Beispiel vorangegangen. Pellworm hat viel zu bieten: Nachhaltige Landwirtschaft und Naturerlebnis im touristischen Angebot spielen auf unserer Insel eine bedeutende Rolle. Und im Energiesektor sind wir beispielhaft bei der Nutzung regenerativer Energien“, betonte Feddersen. Auch wenn er selbst in Kürze den Staffelstab an seinen Nachfolger übergibt, sei er sich sicher, dass dieses Anliegen weiter befördert wird – „die Gemeinde hat sich klar hierfür ausgesprochen.“

Seit 13 Jahren sind die großen Halligen Entwicklungszone der Biosphäre – ein Erfolgsprojekt, dem weitere nachfolgen sollen: „Mit der Insel Pellworm hat jetzt eine wichtige Gemeinde ihr Interesse an einem Beitritt zur Biosphäre signalisiert. Dieses Signal nehmen wir gerne auf“, so Habeck.

Die Landesregierung plant einer Mitteilung zufolge, in den nächsten drei Jahren mithilfe einer Projektstelle, die bei der Biosphären-Reservatsverwaltung in Tönning angesiedelt sein wird, den Prozess bis hin zu einer Antragstellung bei der Unesco, der Kulturorganisation der Vereinten Nationen, zu unterstützen. „Dieses Projekt ist eine große Chance für die Westküste“, so Habeck.

Biosphärenreservate sind in die streng geschützte Kernzone, eine Pufferzone, in der bestimmte, naturverträgliche Nutzungen zulässig sind, und eine Entwicklungszone, in der modellhaft nachhaltig gewirtschaftet wird, gegliedert. Das schleswig-holsteinische Wattenmeer ist seit 1990 anerkanntes Biosphärenreservat, wobei die Schutzzonen des Nationalparks Kern- und Pufferzone bilden. 2005 kamen nach intensiver Diskussion die fünf großen, bewohnten Halligen als Entwicklungszone hinzu. Für die Wattenmeer-Biosphäre strebt das Land gemeinsam mit den Inseln und Halligen sowie gegebenenfalls geeigneten Regionen am Festland an, die Entwicklungszone zu erweitern. Ziel sei es, die Bekanntheit zu erhöhen, Chancen für eine nachhaltige Regionalentwicklung zu stärken und die Biosphäre gemeinsam mit den Bewohnern weiter zu entwickeln.

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