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Energiewende : Pellworm testet intelligentes Stromnetz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auch bei Wolken und Flaute genug Energie: Auf der Insel Pellworm wird das erste intelligente Stromnetz in Norddeutschland eingeweiht. Moderne Hochleistungsbatterien dienen dabei als Zwischenspeicher für Strom aus erneuerbaren Energien.

Pellworm | Für die Marscheninsel ist es ein weiterer Meilenstein: Am kommenden Montag wird auf Pellworm offiziell ein intelligentes Stromnetz in Betrieb genommen. Es ist das erste seiner Art in Norddeutschland. Das rund neun Millionen Euro teure Projekt macht die nordfriesische Insel im Zuge der Energiewende zur Modellregion für die Speicherung regenerativ erzeugter Energie und den Betrieb intelligenter Stromnetze – englisch „smart grid“. Es soll Erkenntnisse liefern für die künftige Nutzung solcher Speichersysteme.

Der Clou dieser hochmodernen Technologie: Wird bei Starkwind und Sonne zu viel Strom erzeugt, fließt dieser in Hochleistungsbatterien sowie dezentrale Haushaltsspeicher. Bei Flaute und an sonnenarmen Tagen liefern die Batterien den Strom für die mehr als 1000 Inselbewohner. So soll nach Angaben des Energie-Unternehmens Eon die Schwankungsbreite bei der Einspeisung erneuerbarer Energie verringert, deren Verwertung auf der Insel verbessert und die Abhängigkeit vom Energietransport reduziert werden.

Dafür haben die Eon und die Schleswig-Holstein Netz AG gemeinsam mit ihren Projektpartnern ein spezielles Speichersystem errichtet und die Stromanschlüsse der Kunden über Datenverbindungen mit den Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen auf der Insel gekoppelt. Damit firmiert diese künftig als „SmartRegion Pellworm“.

Den offiziellen Startschuss für den Betrieb werden Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig sowie Vertreter der beteiligten Unternehmen geben. Dazu werden allein von Nordstrand aus rund 200 Gäste per Fähre übersetzen, um an den Einweihungs-Feierlichkeiten am sogenannten Hybridkraftwerk Pellworm teilzunehmen. Als Leuchtturmprojekt wird die neu errichtete Technologie mit rund fünf Millionen Euro vom Land gefördert, den Rest schultert das Energieunternehmen.

Mit der im Laufe der Jahrzehnte mehrfach modernisierten Anlage zur Nutzung von Wind- und Solarkraft war auf Pellworm 1983 ein neues Kapitel im Energiezeitalter aufgeschlagen worden. Zudem ist das Hybridkraftwerk mit seinem Infozentrum in der Saison ein Anlaufpunkt für Touristen. Mit Solar- und Windpark sowie einer Biogasanlage ist Pellworm Selbstversorger und kann sogar überschüssige Energie ans Festland abführen. Dabei dient das Netzkabel dorthin zurzeit noch der Versorgungssicherheit.

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erstellt am 05.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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