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Langwierige Suche : Pellworm findet keinen Kurdirektor

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeinde geht mit ihrer Stellenausschreibung in die zweite Runde. Übergangsweise werden die Aufgaben erneut von Andreas Kobauer wahrgenommen.

Nachdem Björn Hoppe Ende Januar die Insel Pellworm nach zweijähriger Amtszeit wieder verlassen hat, konnte das Amt des Kurdirektors noch nicht wieder neu besetzt werden. Sein Vorgänger Andreas Kobauer hat daher das Zepter vorübergehend wieder in die Hand genommen. Da der Posten des Kurdirektors auf Dauer nicht unbesetzt bleiben soll, hat die Gemeinde beschlossen, eine weitere Ausschreibungsrunde zu starten, um zum 1. Januar 2018 (oder früher) einen neuen Amtsinhaber zu finden. Die erste Runde Anfang des Jahres verlief erfolglos: „Einige Bewerber entsprachen vom Profil her nicht unseren Vorstellungen, andere wären geeignet gewesen, mochten sich aber aus diversen Gründen nicht für ein dauerhaftes Leben auf Pellworm entscheiden“, berichtet Bürgermeister Jürgen Feddersen. „Somit haben wir unseren früheren Kurdirektor gebeten, uns in diesem Sommer zu unterstützen, was Andreas Kobauer dankenswerter Weise auf hervorragende Weise getan hat.“

Die Stellenbeschreibung hat er in der Job-Börse des Portals www.pellworm.de hinterlegt. „Zusammenfassend ist zu sagen, dass es um die vollumfängliche Leitung der beiden Eigenbetriebe geht – um den Kur- und Tourismusservice und um die Hafenbetriebe“, so der Bürgermeister. Die Herausforderung sieht er in der Vielfältigkeit: „Wer diesen Posten übernimmt, ist künftig verantwortlich für die Tourist-Information, das Kur- und Gesundheitszentrum, das Schwimmbad, Teile vom Bauhof und die Hafenanlagen. Neben administrativen Tätigkeiten, wie die Führung der 22 Mitarbeiter, Finanz- und Haushaltsplanung, Kontrolle und das interne Tagesgeschäft, gehört das Außenmarketing dazu, also Werbung, Messen, der Internetauftritt unter einiges mehr. Diese enorme Bandbreite bringen nicht viele Menschen mit, was die Suche nicht gerade einfach macht“, sagt Jürgen Feddersen und hofft auf aussagekräftige Bewerbungen von Touristikern, die so richtig Lust auf Pellworm haben.

Was das Gästeaufkommen betrifft, so rechnet Amtsinhaber Andreas Kobauer für das laufende Jahr mit einer sehr guten Bilanz: „Generell lässt sich sagen, dass sich die Buchungssituation in diesem Jahr bisher bestens darstellt“, sagt er. Konkrete Zahlen lägen zwar noch nicht vor, Fakt sei aber, dass die Insel-Quartiere bereits im Frühsommer sehr gefragt gewesen sind. In den Ferienmonaten lief es dann so richtig gut, und ein ähnlich positives Ergebnis erwartet Kobauer nun auch für den Herbst. „Im Vergleich dazu sieht es bei den Tagesgästen nicht ganz so rosig aus: Das bisher eher durchwachsene Wetter war dem Tagestourismus nicht zuträglich“, gibt er bedauernd zu.

Eine Korrektur benötigt seiner Ansicht nach auch die Statistik, die bei den Insel-Urlaubern eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von knapp neun Tagen belegt: „Tatsächlich buchen viele Gäste im Juli und August gleich für zwei Wochen, bleiben dafür aber außerhalb der Ferien nur eine Woche oder fünf Tage.“ Während im Sommer Familien mit Kindern auf die Insel kommen, liegt sie in der Vor- und Nachsaison eher in der Hand von Paaren, die Ruhe suchen, die Weite der Insel schätzen und das Wattenmeer lieben. „Grundsätzlich kann man sagen: Wer erst einmal entdeckt hat, wie man hier dem hektischen Alltag auf dem Festland entfliehen kann, wird oft zum treuen Pellworm-Fan und kommt immer wieder“, sagt Kobauer und weiß, dass das auch an der Qualität der Angebote liegt: „Von einigen Kleinigkeiten abgesehen setzen wir hier lieber auf Bewährtes – denn genau das wird von den Gästen auch honoriert.“ Insgesamt gebe es einen Trend zu höherwertigen Angeboten. „Dem können wir mit einer Reihe von neuen, ausgesprochen attraktiven Quartieren sowie gastronomischen Angeboten angemessen nachkommen.“

Dieser Meinung ist auch Jürgen Feddersen. Der Bürgermeister der knapp 1.200 Einwohner zählenden Insel verspricht sich viel von einigen privaten Investitionen, die derzeit in Planung oder in der Realisierung sind. Dazu gehören ein Hotelneubau an der alten Kirche, ein Feriendorf am Kaydeich und die Sanierung des Kur- und Gesundheitszentrums, das für Gäste und Arbeitnehmer attraktiver gemacht werden soll. „Dazu haben wir eine Konzeptstudie in Auftrag gegeben, die schon sehr weit fortgeschritten ist und im Herbst zur Diskussion steht“, sagt er. Ebenfalls gut in diese Strategie passen die Zertifizierung Pellworms als Fair-Trade Insel und das Projekt Sternenpark – die Ausweisung eines Lichtschutzgebiets, in dem noch ein nahezu natürlich dunkler Sternenhimmel beobachtet werden kann.

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