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Klinikum Nordfriesland : Patienten weiter gut aufgehoben

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Versorgung der Patienten ist jederzeit gesichert, betont Nordfrieslands Klinikums-Chef Frank Pietrowski. 2016 drohe keine Insolvenz. Die finanzielle Schlagseite der Krankenhäuser ist heute Thema im Kreistag.

„Kein Patient muss Sorge haben, dass er in unseren Kliniken nicht mehr behandelt werden kann“, bekräftigt Frank Pietrowski, Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland. Und: „Die Klinik Tönning ist voll funktionsfähig, in der Klinik Niebüll werden weiterhin Geburten und Operationen durchgeführt. Auch die Neurochirurgen behandeln und operieren weiter. Ebenso bieten die Physiotherapien des Klinikums weiter ihr breites Behandlungsspektrum an.“

Offenkundig sorgen die seit November in den politischen Gremien des Kreises laufenden Beratungen über die Zukunft des Klinikums mit seinen vier Häusern in Husum, Niebüll, Tönning und Wyk bei einigen Bürger für Verunsicherung. Der Geschäftsführer macht deshalb deutlich: „Die Patientenversorgung an allen vier Standorten ist derzeit im vollen Umfang gesichert.“ Die Diskussionen seien auf die Zukunft ausgerichtet – etwaige Veränderungen im Leistungsspektrum würden also auch erst in der Zukunft wirken. Nur die stationäre Geburtshilfe auf Föhr sei aus qualitativen Gründen geschlossen worden (wir berichteten). Schwangere Insulanerinnen würden jetzt in den Kliniken in Niebüll, Husum und Flensburg versorgt.

„Im Jahr 2016 droht ganz sicher keine Insolvenz“, stellt Pietrowski überdies klar. Gegenteilige Behauptungen seien falsch und entbehrten jeder Grundlage. „Wir befinden uns gemeinsam mit unserem Träger, dem Kreis NF, in einem Umstrukturierungsprozess, um die Liquidität auch ohne Zuschüsse des Kreises langfristig sicherzustellen. Auch 2016 unterstützt der Träger unser Klinikum mit einem sehr hohen Betrag, der gewährleistet, dass wir jederzeit zahlungsfähig sind.“

Wichtig ist Pietrowski zudem der Hinweis, dass das von externer Seite vorgelegte „Thesenpapier“ nur Empfehlungscharakter besitzt. Diese Handlungsempfehlungen würden in den nächsten Monaten zunächst einmal hinsichtlich ihrer betriebswirtschaftlichen Auswirkungen und der Folgen für die medizinische Versorgung im Kreisgebiet überprüft. „Erst danach erfolgen Entscheidungen“, erläutert er. Die Diskussion um die Wirtschaftlichkeit des Klinikums sei allerdings dringend notwendig. „Seit vielen Jahren werden wir durch die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen immer mehr ausgetrocknet“, so der Geschäftsführer. Alle Investitionen, Anpassungen und Kürzungen, aber auch alle Proteste hätten unter dem Strich nicht geholfen: Das Klinikum schreibe weiterhin rote Zahlen – ungeachtet der hohen Einsatzbereitschaft aller Beschäftigten.

„Hinter jeder Gesundheitsreform muss man den bundespolitischen Willen vermuten, weitere Krankenhäuser vom Markt zu drängen – ohne Lösungen dafür bereitzuhalten, wie eine medizinische (Notfall-) Versorgung in einem ländlichen Gebiet wie Nordfriesland finanziell tragfähig zu gestalten ist – gerade in einer alternden Gesellschaft“, sagt Pietrowski. In diesem Punkt würden Klinikträger, Mitarbeiterschaft und Geschäftsführung seit vielen Jahren allein gelassen. „Dabei sind wir stolz auf das, was wir gemeinsam dennoch immer wieder erreicht haben“, schließt der Geschäftsführer.

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erstellt am 10.Dez.2015 | 18:02 Uhr

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