Storchenberingung in Seeth : Paten für die Jungstörche

 Jörg Heyna erklärt den Kindern den Beringungs-Vorgang. Die Tiere stellen sich währenddessen tot.
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Jörg Heyna erklärt den Kindern den Beringungs-Vorgang. Die Tiere stellen sich währenddessen tot.

Weißstorch-Gebietsbetreuer Jörg Heyna beringt in Seeth drei Jungvögel.

shz.de von
12. Juni 2018, 08:00 Uhr

Die Jungstorch-Beringung als Fest – warum nicht? In Seeth hat dieses Ereignis gute Tradition, zu der sich jedesmal viele Einwohner einfinden. Unter ihren Blicken fährt Weißstorch-Gebietsbetreuer Jörg Heyna aus Dithmarschen mit dem Hubsteiger acht Meter in die Höhe und holt die Jungstörche aus dem Nest. „Das ist alles gar nicht so schwer“, berichtet er lächelnd, „die jungen Störche stellen sich tot, deshalb liegen sie jetzt so reglos vor uns auf dem Tisch.“ Zunächst wurden sie kurz begutachtet, dann beringt und anschließend gewogen. Jungstorch Nummer eins bringt stolze 3900 Gramm auf die Waage, Storch zwei dann 3530 Gramm, und Storch drei wiegt 2950 Gramm.

Paten sind für die Jungstörche schnell gefunden: Für den Storch mit Namen „Ito“ meldet sich Paul Blume. Als der Vorsitzende Peter Bier vom Förderverein Weißstorch in Seeth den zweiten Storchennamen vorträgt, geht ein Lachen durch die Runde. „Ich habe den Namen Alfred Rosalinde mit Absicht gewählt – er enthält einen männlichen und einen weiblichen Vornamen – denn man weiß ja nicht, zu welchem Geschlecht dieser Storch gehört. Bei den jungen Tieren lässt sich das ja noch nicht feststellen.“ Als Paten treten die Enkelkinder von Bürgermeister Peter „Peti“ Dirks hervor – es sind Marlene Johanna, Frieda Luise und Lotta Mimi. Auch für den dritten Storch findet sich eine junge Patin – es ist Lisa Pramschüfer, die just an diesem Tage ihren zwölften Geburtstag feiert und zunächst mal Glückwünsche erhält. Alle Paten erhalten eine von Peter Bier ausgefüllte Urkunde und stellen sich damit begeistert den Fotografen.

Auch der Förderverein darf stolz sein – 38 Mitglieder zählte er vor Beginn der Aktion, und durch den abendlichen Neueintritt von Annelie Nowök und Inge Dornbusch erhöht sich die Zahl auf 40. Als Gäste sind Landfrauen-Vorsitzende Ingrid Sattler und einige Mitglieder dabei – und sie spendieren dem Förderverein an Ort und Stelle 250 Euro. „Diese lobenswerte Arbeit muss unterstützt werden“, begründete die Vorsitzende das Geldgeschenk ihres Vereins.

Gebietsbetreuer Jörg Heyna hat vor sehr aufmerksamen Zuhörern einiges zu berichten. „70 Tage – und manchmal auch etwas mehr – brauchen die Jungstörche nach dem Schlüpfen bis zur Flugreife. Diese hier sind ungefähr sechs Wochen alt.“ Eigentlich waren sie zu viert – einen Jungstorch hat ein Raubtier – vermutlich Seeadler oder Uhu – ergriffen, erzählt Heyna. „Die Störche, die wir heute in Eggebek beringt haben, waren nicht so schwer wie die Seether Störche.“ Im Kreisgebiet Schleswig-Flensburg seien bis jetzt 80 Jungstörche gezählt worden. Dort gibt es 41 Nester – in Wohlde, Norder- und Süderstapel, Bergenhusen, Bünge, Hollingstedt, Esperstoft, Eggebek, Langstedt, Havetoft, Satrup und Schafflund. In Nordfriesland gibt es zehn Nester – in Ramstedt wurden vier Jungstörche, in Schwabstedt drei, in Winnert zwei, in Rantrum zwei geboren. In Wisch, Oster-Ohrstedt und Ahrenviöl ist die Zahl noch unbekannt. „An Futter sollte es in diesem Jahr nicht mangeln – es gibt viele Mäuse.“

Die „Jungstorchen-Beringung“ ging schließlich über in ein größeres Beisammensein – bei Bratwurst und Getränken an einem lauem Sommerabend.

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