Pastor geht nach zweieinhalb Jahren

Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk (l.) und der  Kirchenvorstand verabschiedeten Pastor Jens-Otto Jensen.   Foto: rah
Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk (l.) und der Kirchenvorstand verabschiedeten Pastor Jens-Otto Jensen. Foto: rah

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22. Februar 2011, 07:58 Uhr

Langenhorn | Eigentlich ein normaler Sonntag in Langenhorn. Doch alles war anders. Viele Menschen eilten zum Gottesdienst in die St.-Laurentius-Kirche, um Pastor Jens-Otto Jensen zu verabschieden, unter ihnen auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Vereinen. Schon nach nur zweieinhalb Jahren Dienstzeit ließ er sich auf eigenen Wunsch versetzen. Ab kommenden Monat wird er seine Tätigkeit in der Kirchengemeinde Leck aufnehmen sowie für Vertretung seiner Amtskollegen im Kirchenkreis eingesetzt. "Nein, das ist kein gewöhnlicher Abschied. Na klar, da sind Fragen. Und na klar, da ist Traurigkeit - und vielleicht auch Enttäuschung", brachte es Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk auf den Punkt. Wichtig sei es, solche Gefühle zu benennen und zuzulassen. Niemandem falle der Abschied leicht, weder den Gemeindegliedern noch dem Kirchenvorstand noch ihm selbst oder Pastor Jensen.

"Das machen wir nicht mit links", betonte der Propst. Die Gemeinde müsse eine Erfahrung machen, nämlich, dass es manchmal gut ist, voneinander zu lassen. Nicht immer könne alles zu Ende gebracht werden und manchmal sei es ein Segen, alles in größere Hände zu legen. Der Seelsorger habe in seiner Amtszeit seit September 2008 einige Projekte in Angriff genommen. Schmerzlich, aber ein mutiger Schritt, sei im Einvernehmen mit dem Kirchenvorstand die Entwidmung der Mönkebüller Kapelle gewesen. Der Zustand der Kapelle gab nichts anderes her. Gut war es, so Bronk, die Kindergärten in das Kindertagesstättenwerk Nordfriesland zu überführen. Das habe entlastet und mehr Raum für inhaltliche Arbeit gegeben. Ein neues Konzept und neue Öffnungszeiten waren die Folge. Den wichtigen Draht zu den Kommunen und Einrichtungen im Ort habe Pastor Jensen vorbildlich geschaffen. Der Vorkon firmandenunterricht mit den Jüngeren und der Unterricht mit den Älteren war ein großer Erfolg. Nicht umsonst hätten die Eltern darauf bestanden, dass Jensen den Unterricht weiter fortführt und die Jugendlichen konfirmiert. Ein besonderer Höhepunkt war die Reise mit 16 ehemaligen Konfirmanden nach Sarajewo. Jensen habe sich als Prediger und Pädagoge gesehen. Viele Menschen hätten traurig angerufen, um sich für das Bleiben des Pastors einzusetzen. Doch er habe sich anders entschieden und die Tür für einen Neuanfang geöffnet.

"Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung", so Dr. Bronk. Das sei weder Sieg noch Niederlage gewesen. Drehe sich ja niemand das eine oder andere daraus. Respekt gebühre dem Kirchenvorstand, der in schwieriger Zeit an Bord geblieben sei und stark gefordert war. Viele Hände musste der Seelsorger nach dem Gottesdienst schütteln. Der Gospelchor "Good News" gab musikalische Segenswünsche mit auf den Weg. Bürgermeister Horst Petersen erklärte bewegt: "Ich habe bei der Amtseinführung gesagt, de Pastor passt na Langenhorn. Auch heute bin ich noch der Meinung. Du hast Pflöcke eingeschlagen. Schade, dass Du gehst." Genau das und das Herausstellen von Eigenschaften wie konstruktiv, geradlinig und menschlich war Tenor aller Grußworte. "Ich bin dankbar für die Zeit. Nicht alles ist gelungen. Machts gut", verabschiedete sich Jensen. Seine Stationen: von 1981 bis 1988 in Hohn, bis 2000 Standortpastor in Husum, bis 2008 Barmstedt, bis 2011 Langenhorn.

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