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Sorge in Husum-Rödemis : Parkplatznot fest eingeplant

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Reichen 0,7 Stellplätze pro Wohnung bei Neubauten? Mehr sollen für das Bauprojekt auf dem Gelände der früheren Husumer Iven-Agßen-Schule nicht eingeplant werden.

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erstellt am 15.Feb.2017 | 14:00 Uhr

Droht ein Parkplatzmangel in Rödemis? Gerd Jensen, der in dem Ortsteil lebt, befürchtet es. Er bemängelt, dass die Stadt der Gewoba erlauben will, für die geplanten Häuser auf dem Gelände der früheren Iven-Agßen-Schule nur 0,7 Parkplätze pro Wohneinheit einzurichten. Auf dem brachliegenden Areal sollen im Sommer die Bauarbeiten beginnen und sieben mehrstöckige Häuser mit insgesamt 54 Wohnungen entstehen.

In einem Schreiben an unsere Zeitung kritisiert Jensen, selbst Anwohner des Geländes, dass sich die Politik auf diesen Kompromiss eingelassen hat. Die Stadt würde „investorenfreundlich“ handeln: „Eine Einigung mit der Gewoba ist leichter zu erreichen, wenn das Vorhaben zugunsten der Gesellschaft entschieden wird. Die Stadt kann so die dringend benötigten Sozialwohnungen vorweisen und die Gewoba kann so auf der vorhandenen Fläche mehr Wohnungen bauen und damit die Rendite der Investition erhöhen.“

Der Rödemisser Rentner ist der Ansicht, dass pro Wohneinheit heutzutage zwei Autos vorhanden sind, „von den Fahrzeugen möglicher Kinder ganz zu schweigen“. Er verweist auf jetzt schon „vollgeparkte“ Straßen wie Harmsens Koppel, die Beseler Straße, die Lorenz-Lassen-Straße oder die Bismarckstraße. Wenn jetzt noch die neuen Wohnungen dazu kommen, werde alles noch viel schlimmer, befürchtet er.

Generell halte sich die Stadt an den Stellplatzerlass des Landes, der einen Parkplatz pro Wohneinheit vorsieht, sagt Bauamtschef Jörg Schlindwein. „Wenn wir meinen, dass dies nicht erforderlich ist, reduzieren wir auf 0,7.“ Im Falle des Iven-Agßen-Geländes sei ein hoher Anteil an gefördertem Wohnraum geplant, so Schlindwein: „Da ist nicht zu erwarten, dass jeder ein Auto hat.“

Jensen sieht das anders und rechnet vor: „Bei 54 Wohnungen mit je 0,7 Parkplätzen pro Wohnung fehlen bereits 16 Parkplätze nach der städtischen Stellplatzverordnung. Wenn man davon ausgeht, dass in einem Haushalt mindestens zwei Fahrzeuge vorhanden sind, was ja eher der Realität entspricht, dann fehlen insgesamt 70 Parkplätze.“

Das Problem ist nicht neu: Schon vor fünf Jahren monierten die Stadtpolitiker am B-Plan Nr. 77 für die Wohnhäuser in der Klaus-Groth-Straße eine „verkorkste Stadtplanung“ in Sachen Parkplatzschlüssel. Da hatte die Verwaltung ein Verhältnis von 0,8 zugrunde gelegt, weil bei einem Eins-zu-eins-Schlüssel die Zahl der Wohneinheiten reduziert werden müsse, was „dem Investor kaum gefallen“ würde, so die Begründung des damaligen Bauverwaltungs-Leiters Schlindwein im Umwelt- und Planungsausschuss.

Derzeit arbeite die Verwaltung an einem eigenen Husumer Stellplatzerlass. Wie der inhaltlich aussieht, will Schlindwein noch nicht verraten: „Vielleicht können wir unsere Vorstellungen aber schon im nächsten Bauausschuss vorstellen.“ Hinsichtlich der Kritik an den Rödemisser Parkplatz-Plänen sagt er: „Demnächst wird der B-Plan für das Areal ausgelegt. Dann haben alle Bürger die Möglichkeit, ihre Einwände einzureichen.“

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