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Umsiedlung von 300 Wasserpflanzen : Paradiese für Krebsscheren und Mosaikjungfern

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine seltene Wasserpflanze soll ein Heim für eine schöne Libelle werden. In Koldenbüttel sind in drei Teichen optimale Lebensbedingungen entstanden.

Ohne Krebsschere keine Grüne Mosaikjungfer. Diese Schlussfolgerung leuchtet Biologen sofort ein. Sie wissen, dass sich hinter diesen Begriffen eine seltene, unter Naturschutz stehende Wasserpflanze und eine Libellenart verstecken. Einige Koldenbüttler gehören jetzt ebenfalls zum Kreis der „Sachverständigen“, nachdem in ihrem Dorf ein besonderes Projekt umgesetzt worden ist.

Pflanze und Libelle stehen im Mittelpunkt dieses Gemeinschaftsvorhabens der Landesstiftung Naturschutz und der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein in der kleinen Gemeinde. Es soll als Kompensationsmaßnahme für den geplanten Höchstspannungsnetzausbau an der Westküste dienen.

Auf einer etwa sieben Hektar großen Grünfläche waren bereits im Frühjahr drei Teiche angelegt worden. Jetzt machten sich Gudrun Beuck, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz, Julia Riepen, Projektmanagerin der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein, Bürgermeister Detlef Honnens, sein Stellvertreter Wolfgang Pauls und Pächter Hans-Jürgen Rackow auf, jeden dieser Teiche mit rund 100 Exemplaren der raren Krebsschere zu bestücken. Die Pflanzen stammen aus einem Kleingewässer in Drage. Dort gedeihen sie üppig. „Trotzdem brauchten wir die Genehmigung des Landrates“, verrät Gudrun Beuck. „Die Mutterpopulation darf durch einen solchen Eingriff nicht beschädigt werden.“

Während die Stiftung die Verantwortung eines Eigentümers und Verwalters übertragen bekommen hat, zeichnete die Ausgleichsagentur verantwortlich für die Vorfinanzierung der Maßnahme. Beide Seiten hoffen, dass einige Eier der Grünen Mosaikjungfer mit umgesiedelt worden sind. Denn deren Weibchen legen diese fast ausschließlich an der Krebsschere ab. So könnte der negativen Bestandsentwicklung der europaweit geschützten Libellenart in Nordfriesland zumindest ein wenig entgegengewirkt werden.

Damit genügend Krebsscheren überleben, darf der Winter nicht allzu zeitnah im Norden eintreffen. Dafür drücken die Naturschützer jetzt die Daumen.

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erstellt am 30.Sep.2014 | 16:00 Uhr

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