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Kennenlern-Nachmittag : Ostenfeld begrüßt seine Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Volles Haus beim Kennenlern-Nachmittag in Ostenfeld, zu dem die Gemeinde Flüchtlinge und Einheimische eingeladen hatte. Dem Unterstützerkreis traten an diesem Tag gleich zehn neue Mitglieder bei.

Viele Ostenfelder Bürger waren zum Kennenlern-Treff mit den Asylbewerbern in die Sporthalle gekommen. Einfühlsam führte Bürgermeisterin Eva-Maria Kühl durch die mehrstündige Veranstaltung, die durch viele Torten und Kannen Kaffee versüßt wurde. „Ich bin überrascht, wie viele hierher gekommen sind“, freute sich Gemeindevertreter Karl-Heinz Moeskes. Einwohnerschaft und Asylbwerber gingen dabei ohne Vorurteil und ganz offen aufeinander zu. Die Gemeinde-Chefin lobte „die liebevoll-freundliche Art des Umgangs miteinander in der Gemeinde“. Die Menschen, die nach langem Weg endlich in Ostenfeld angekommen sind, haben Schreckliches erlebt. „Einer von ihnen saß vier Jahre grundlos in Syrien im Gefängnis“, berichtete Ulli Rode, der lange Zeit in Husums Kulturzentrum „Speicher“ engagiert war.

Dann trat ganz spontan Claude Beresheim, der eine Asylbewerberfamilie in seinem Haus untergebracht hat, nach vorn, ergriff eine Gitarre, hängte sich die Mundharmonika um und sang mit Ulli Rode gemeinsam ein Lied von Bob Dylan. Unter stimmgewaltiger Beteiligung aller Teilnehmer erscholl der nachdenklich stimmende Song „Blowing in the wind“. Große Freude auch bei Bernd Gründer, der gemeinsam mit der Bürgermeisterin und zehn weiteren Personen einen tatkräftigen Unterstützerkreis ins Leben gerufen hat. An diesem Nachmittag trugen sich zehn weitere Helfer in eine Liste ein. Neun Asylbewerber sind in Ostenfeld untergebracht – sechs aus Syrien und drei aus dem Irak. Großartiges leisten auch die vier pensionierten Lehrer Erich Fuchs, Ulli Rode, Ille Eggers und Gudrun Brunk, sie unterrichten die Schutz suchenden Menschen in der deutschen Sprache. Der Erfolg kann sich hören lassen: Alle stellten sich in deutscher Sprache vor, grüßten mit „Moin moin“ oder „Guten Tag“.

„Jeder neue Asylbewerber bekommt völlig unbürokratisch seitens der Gemeinde Ostenfeld einen großen Korb voller Lebensmittel. Es ist ein Fahrdienst organisiert, denn die Flüchtlinge müssen zum Überleben die Tafel in Husum in Anspruch nehmen“, stellte die Bürgermeisterin fest. Auch Krankenscheine gibt es im Sozialzentrum in Husum und Papiere bei der Ausländerbehörde der Kreisverwaltung – ebenfalls in Husum. Kostenlos stellt Ostenfeld den neuen Gemeindebus bereit.

Neben vielem Erfreulichen ist auch dies zu vermerken: Der in seiner Heimat Syrien als Zimmermann arbeitende Tarek hat mittlerweile einen Platz bei einer Tischlerei in Rosendahl gefunden, seine Ehefrau Ala wartet noch auf die Anerkennung ihrer Ausbildung, sie ist ausgebildete Englischlehrerin.

Ostenfeld zeigt „Flagge“ in Bezug auf die Hilfe gegenüber jenen Menschen, die hier vor Ort Schutz suchen. Wie sagte doch Ulli Rode in einem nachdenklichen Statement: „Um uns herum ist nur Krieg und Elend – wir leben hier auf einer Insel des friedlichen Miteinanders. Lasst sie uns mit den Schutz suchenden Menschen teilen.“

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