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Hochkarätige Konzertreihe : Orgelsommer mit neuer Handschrift

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Um die hochkarätige Konzertreihe in Langenhorn kümmert sich jetzt der Verein zur Förderung von Kirchenmusik – und macht einiges anders.

von
erstellt am 28.Mai.2017 | 12:00 Uhr

Die Plakate sind grün, die Schrift ist gelb und dunkelblau, die abgebildete Orgel rot-blau angeleuchtet. Der Langenhorner Orgelsommer kommt schon optisch in neuem Gewand daher. Und das hat seinen Grund: Die Planungen für das Konzertprogramm liegen erstmals in den Händen des Vereins zur Förderung der Kirchenmusik St. Laurentius. Gegründet wurde er am 17. Januar als Nachfolger des früheren Orgelbauvereins, der mehr als 30 Jahre – damals zunächst unter dem Vorsitz von Johannes Brodersen, später von Christian Sönksen – die Aufgabe mit Bravour meisterte.

Nun kümmert sich der Verein zur Förderung der Kirchenmusik. Vorsitzender ist Martin Stephan, ehemaliger Kantor und Organist in der Westerländer St.-Nikolai-Kirche. Unterstützt wird der Langenhorner von seinem Stellvertreter Erhard Stern sowie Dr. Gerhard Steinort (Kassenwart), Manuela Nitzsche (Schriftführerin) und Mario De Mattia (Beisitzer). 50 Mitglieder zählt der Verein mittlerweile.

4000 Flyer, zehn Aufsteller, 350 Plakate in den Größen A  4, A  3 und A  1 werben für den neuen Orgelsommer. Und dieser unterscheidet sich in vielen Dingen von seinen Vorgängern. Zunächst einmal gibt es zwei Konzerte mehr als bisher. Neu sind beispielsweise die Orgel-Plus-Konzerte. Stephan: „Das bedeutet, es gehört ein zweites Instrument, wie Trompete, Violine oder Horn dazu – aber auch Gedichte sind als Ergänzung möglich.“ Und damit ist auch schon ein zweites Novum angesprochen: die Kombination von Worten und Musik.

Neu ist die Auswahl der Interpreten. Dabei kommen Stephan – er arbeitet freischaffend, ist weltweit unterwegs und gehört noch zum Sylter Blechbläser-Ensemble – seine Erfahrungen und seine Kontakte zu anderen erfahrenen Musikern zugute. So werden neue Interpreten zu hören sein. „Ich möchte eine breite Handschrift haben“, beschreibt Stephan die Neuausrichtung. Die Künstler sucht er selbst aus. Aber: „Wir hatten auch schon früh die ersten Anfragen“, berichtet Stern. „Sogar ein Student aus Kanada, der gerne einmal unsere Langenhorner Orgel spielen würde, hat sich gemeldet“, ergänzt Steinort. Von der Existenz des Instrumentes hat der junge Mann über das Internet erfahren. Bei anderen laufe es über Flüsterpropaganda.

Stephan, der schon seit etlichen Jahren in Langenhorn lebt und sich schon immer für den Orgelsommer interessierte, war es wichtig, dass die Konzertreihe auch nach Auflösung des Orgelbauvereins weiter besteht. „Die Kirche ist ein Wallfahrtsort. Die Leute kommen von überall her, um die Künstler zu hören.“ Zu jedem Konzert – sie beginnen Anfang Juni und dauern bis Ende August – gibt es künftig einen Flyer. Mehr über die Vita der Interpreten ist unter www.orgelkonzerte-langenhorn.de zu finden.

Geblieben ist das traditionelle Glockengeläut, immer ab 19.55 Uhr vor den Konzerten, die dienstags um 20 Uhr beginnen, sowie die Ansprache des Pastors, in diesem Fall Guido Jäckel. Geblieben ist auch Christian Kerschies, der Stamm-Organist von St. Laurentius. Stephan: „Er wird weiterhin die Orgel betreuen.“ Und Christa Petersen, die der Vorsitzende gerne die Orgel-Seele nennt, bleibt dabei. „Sie kennt die Orgel besser als ich.“ Petersen zieht die Register, was bei anderen Instrumenten längst elektronisch vonstatten geht, und blättert die Noten um.

Für den neuen Verein stehen zum einen die Künstler im Vordergrund. „Es ist wichtig, dass sich jeder Organist wohlfühlt“, sagt der Vorsitzende. Daher wurde die Bank an der Paschen-Orgel angepasst. Stephan: „Dort war es früher sehr eng, der Organist hatte nicht viel Platz.“ Jetzt ist sie nach vorne und hinten verstellbar. Die häufig von weither – manchmal zu zweit – anreisenden Gäste werden wie in der Vergangenheit vom Verein untergebracht, verpflegt und betreut.

Wichtig ist zum anderen das Publikum. „Wir freuen uns auf den Start, wollen ein Zeichen setzen, damit alle ihre Freude haben“, sagt Stephan. „Ich hoffe, dass die neuen Konzerte angenommen werden.“ Und man hoffe auf mehr Mitglieder, ergänzt Steinort. Denn die Jahresbeiträge (15 Euro, Paare zahlen 20 Euro) werden dringend benötigt. Schließlich soll der Eintritt frei bleiben.

Das Programm

6. Juni: Trompete und Orgel; Frank Zimpel und Alexander Pfeifer

(Telemann, Bach, Glass)
13. Juni: Violine und Orgel; Katrin und Matthias Wand

(Bach, Vitali, Dvorak, Elgar, Mozart)
20. Juni: Saxofon und Orgel; Ralf Benschu und Jens Goldhardt

(Monteverdi, Quanz, Benschu)
27. Juni: Orgel; Domorganist Andreas Meisner

(Vivaldi, Bach, Mendelssohn-Bartholdy)
4. Juli: Orgel; Istvan Ella (Bach, Mendelssohn-Bartholdy und andere)
11. Juli: Blockflöte und Orgel; Prof. Susanne Ehrhardt und

Martin Stephan (Beethoven, Rossini, Vivaldi)
18. Juli: Gesang und Orgel; Martina Rüping und Martin Stephan

(Bach, Händel, Dvorak und andere)
25. Juli: Orgel; Dorothee Raschwitz (Tunder, Coates, Cappelen u. andere)
1. August: Flöte, Violine, Orgel; Ralf und Katrin Mielke, Martin Stephan
(Bach, Mendelssohn-Bartholdy, Rheinberger)
8. August: Orgel; Jan Dolezel (Bach)
15. August: Orgel und Gesang; Jan Christoph Semmler und

Maria Jürgensen (Jiddische Lieder, Torelli, Rheinberger und andere)
22. August: „Worte wie Musik“; Domorganist Thomas Sauer und

Roswita Sauer (Böhm, Bruhns, Buxtehude)
29. August: Horn und Orgel; Ralf Ludwig und Martin Stephan

(Bach, Händel, Müller, Klier und andere)

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