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Gemeinde bleibt am Ball : Oldenswort zeigt großes Interesse an Privatschule

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

130 Einwohner kamen zur Informations-Veranstaltung in die Sporthalle. Bereits im März folgt ein weiteres Treffen, bei dem schon Details – wie das Anmeldeverfahren – besprochen werden.

Wie kann die für das nächste Jahr angekündigte Schließung der Oldensworter Grundschule, die gegenwärtig nur noch von 38 Schülern besucht wird, abgewendet werden? Eine Antwort auf diese Frage könnte die Einrichtung einer Privatschule sein. Aus diesem Grund hatte Bürgermeister Frank-Michael Tranzer den Geschäftsführer der Privatschule Mittelholstein gGmbH, Michael Claßen, zu einer öffentlichen Infoveranstaltung in die Sporthalle eingeladen. Rund 130 Einwohner nahmen teil.

„Wir sind eine große, lebendige Gemeinde, zu der eine Schule gehört“, erklärte der Gemeinde-Chef. Dazu verwies der Gast aus Rendsburg in seinem Vortrag darauf, dass in Schleswig-Holstein in der Vergangenheit die Umwandlung bestehender Schulen in staatliche genehmigte Ersatzschulen politisch gebremst worden sei. „Gegenüber mehreren anderen Bundesländern sind wir auf dem Gebiet Entwicklungsland.“ Dabei unterliege dieser Schultyp den gleichen gesetzlichen Auflagen wie öffentliche Einrichtungen. Zu den wesentlichen Unterschieden gehöre das besondere Bildungskonzept seines Unternehmens. Dieses sehe vor, dass Grundschüler aller Klassen sowohl in Deutsch als auch in Englisch unterrichtet werden, um ihre Sprachkompetenz zu fördern und ihnen den Übergang zu einer weiterführenden Schule und ins Berufsleben zu erleichtern. Zur Demonstration zeigte er eine Videoaufnahme eines Unterrichts, in demSchüler einer zweiten Klasse problemlos einer zweisprachigen Unterweisung folgen konnten.

Außerdem sollen nach dem Konzept ein wertschätzender Umgang miteinander und das Vertrauen in die Selbstwirksamkeit gefördert werden. Neben den klassischen Fächern stehen Sport, Medienkunde und Wirtschaftslehre auf dem Stundenplan. Eine Unterrichtsstunde dauert rund 90 Minuten, von denen nur die erste viertel Stunde der Instruktion in unmittelbarer Nähe zur Lehrkraft dient. Danach nehmen die Schüler ihre Plätze an den Tischen ein, um in einer Stunde das Gehörte zu verarbeiten. Dabei erhalten sie entsprechend ihrer Leistungsfähigeit differenzierte Aufgaben und werden individuell begleitet. Nach einem gemeinsamen Rückblick zur Verankerung der Lerninhalte beginnt die Pause ohne das übliche Klingelzeichen. „Für den Lernerfolg ist es besonders wichtig, dass auch die Eltern die Bindungsbereitschaft ihrer Kinder an die Schule nachhaltig fördern“, betonte der Referent.

Das Schulgeld soll pro Kind und Monat 130 Euro betragen, das für den Oldensworter Nachwuchs nach sozialen Verhältnissen gestaffelt werden kann. Eine kostenpflichtige Nachmittagsbetreuung wird möglich sein. Die Normgröße der Klassen liegt bei 20 Schülern. Der Übergang in weiterführende Schulen sei bisher überall problemlos erfolgt, so der Referent.

Im März wird eine weitere Veranstaltung folgen, bei der Details besprochen werden. „Dieser Standort wäre für eine private Bildungsstätte fantastisch,“ sagte Claßen mit Blick auf das großzügige Schulgebäude, die Gemeindestruktur und das enorme Interesse. Seinem Unternehmen sei die Umwandlung öffentlicher Einrichtungen seit 2010 in vier Fällen gelungen. Stolz verwies er auf den Erfolg in dem Dorf Gnutz bei Nortorf. Dort sei die Schülerzahl seit der Übernahme vor zwei Jahren von 13 auf 66 Kinder gestiegen.

„Wir werden das Pflänzchen Privatschule hegen und pflegen und hoffen dabei auf die weitere Unterstützung der Eltern“, so Bürgermeister Tranzer.

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