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Ärger um Wanderweg : Oldenswort verklagt den Kreis

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wegen der Sperrung eines Wegs im Naturschutzgebiet an der Eider zieht die Gemeinde Oldenswort vor Gericht. Der Kreis Nordfriesland war nicht auf einen Kompromissvorschlag eingegangen.

Nicht hinnehmen wollen die Oldensworter Gemeindevertreter die Sperrung des parallel zum Eiderdeich verlaufenden Weges im Oldensworter Vorland. Bei einer Enthaltung stimmten sie in ihrer Sitzung für eine Klage gegen den Kreis Nordfriesland. Der hatte den Widerspruch der Gemeinde gegen das Vorhaben Anfang Dezember vergangenen Jahres abgelehnt.

Der Hintergrund: Im Juni 2014 hat das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) beantragt, die Nutzung der rund drei Kilometer langen Wegstrecke entlang des Eiderufers für Radfahrer und Fußgänger zunächst für die Dauer von fünf Jahren zu verbieten. Dadurch sollen Störungen der brütenden Wiesenvögel vermieden werden. Denn deren Bestände haben sich nach Beobachtungen der Naturschützer in den vergangenen Jahren um etwa 50 Prozent verringert. Außerdem soll das Gebiet weiterhin als ruhiger Rast- und Futterplatz für Gänse erhalten bleiben. Diesem Antrag hat der Kreis Ende Mai vergangenen Jahres entsprochen und den Weg gesperrt.

„Vor 25 Jahren haben wir ein funktionierendes Biotop übergeben“, sagte Bürgermeister Frank-Michael Tranzer in der Sitzung. Inzwischen sei das 250 Hektar große Gebiet verödet. „Mit EU-Fördermitteln in Höhe von sechs Millionen Euro soll in den kommenden Jahren der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden.“ Der Rückgang der Vogelpopulation habe seine Ursachen in Managementfehlern. Dazu zähle die fortlaufende Reduzierung der Beweidung im Vorland. Deshalb hätten fast alle örtlichen Landwirte die Bewirtschaftung der Flächen aufgegeben. „Jetzt dürfen Nabu-treue Tierhalter aus der weiteren Umgebung dort Hochlandrindern wieder bis zum Ufer weiden lassen“, empörte sich Wilfried Massow (CDU). Der Schutz der Besucher vor den Tieren sei seiner Ansicht nach der Hauptgrund für die Sperrung.

In dem umfangreichen Schriftwechsel mit der Husumer Behörde hatten der Gemeindechef und das Amt Eiderstedt darauf hingewiesen, dass sie in Gesprächen einem Kompromiss hinsichtlich der Betretens und Befahrens zugestimmt haben. Dieser sah jedoch nur eine Sperrung des Vorlandes zu bestimmten Jahreszeiten vor, wenn alternativ dazu ein durchgehend befestigter Weg auf der Deichkrone gebaut wird. Ein derartiger Pfad, den auch Fahrradfahrer benutzen können, sei unter Hinweis auf die dadurch eingeschränkte Sicherheit des Bollwerks nicht angelegt worden.

Ein weiterer Knackpunkt ist die Frage, ob es sich bei dem gesperrten Weg um eine öffentliche Straße im Sinne des Gesetzes handelt, was der Kreis bestreitet. Sonst wäre dessen Abriegelung ein Eingriff in das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinde. Während die Rechtsabteilung des Beklagten davon ausgeht, dass der Weg erst um 1980 gebaut wurde und nie eine öffentliche Straße war, vertritt Oldenswort eine gegenteilige Auffassung. Danach wurde er bis zur Fertigstellung der Tönninger Eiderbrücke 1971 regelmäßig genutzt, um zu einer der beiden Fähren zu gelangen.

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