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125 Jahre Feuerwehr Bargum : Oktoberfest-Stimmung zum Jubiläum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Freiwillige Feuerwehr Bargum feierte ihr 125-jähriges Bestehen an vier Tagen. Die Musiker von Oho sorgten für bayerisches Flair. Die Einnahmen ihres Konzerts gehen an das Wilhelminen-Hospiz in Niebüll.

„Unter vier Tagen geht bei uns nichts. Das Jubiläum soll zünftig gefeiert werden“ – mit diesen Worten gab Bargums Wehrführer Klaus Ley den Startschuss zu einem viertägigen Festmarathon anlässlich des 125. Geburtstages der Freiwilligen Feuerwehr. Gut gelaunt begrüßte er Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Polizei, Bundeswehr, Vereinen sowie Vertreter der Nachbarwehren, im Festzelt. Zunächst ordnete er stille Momente an. „In zwei Weltkriegen sind viele Kameraden gefallen“, so Ley. Zu ihren Ehren ließ er eine Schweigeminute einlegen, der Feuerwehrmusikzug Langenhorn stimmte „Ich hatt' einen Kameraden“ an.

„Sie haben Anerkennung verdient. Danke für die unzähligen Stunden freiwilligen Dienens zum Wohle aller, inbegriffen die vielen Ausbildungsstunden“, erklärte der stellvertretende Kreispräsident Siegfried Puschmann. Das könne niemand hoch genug einschätzen: Neben dem Beruf 24 Stunden täglich in Bereitschaft zu sein, und wenn nötig, Leib und Leben zu riskieren. Auch den Familien gebühre Achtung, denn sie tragen die Verantwortung mit. „Haben Sie wenig Einsätze in Zukunft“, so Puschmann weiter. Die obligatorische Urkunde vom Land Schleswig-Holstein mit Ehrenglocke übergab er dem Wehrführer.

„Die Feuerwehren sind auch wichtige Kulturträger in unseren Dörfern“, gab der Vorsteher des Amtes Mittleres Nordfriesland, Hans-Jakob Paulsen, zu bedenken. Sein Dank gelte auch denen, die Verantwortung in verschiedenen Posten übernommen haben. „Mit kühlem Kopf leiten Sie Einsätze und schicken Kameraden nach vorn“, so Paulsen. Zum Feuerwehrleben gehöre aber auch das Feiern. Das verstünden die Bargumer gut. Kreisbrandmeister Christian Albertsen fasste zusammen: „Es ist alles gesagt. Ich bin begeistert über Euren Teamgeist“, erklärte er.

Etwa 5400 Wehrleute sowie 1111 Jugendliche leisten im Kreis Nordfriesland ehrenamtlichen Dienst. Davon sei die Feuerwehr Bargum ein Teil. Die Ehrengabe vom Kreisfeuerwehrverband – das hölzerne Strahlrohr – erfreute nicht nur den Wehrführer. Amtswehrführer Dirk Paulsen bescheinigte den Blaujacken eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren. „Wir sind als Gemeinde stolz auf unsere Feuerwehr. Eine gute Kameradschaft zeichnet sie aus. Ich bin froh, dass viele junge Leute dabei sind“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Sönke Paulsen. „Ihr dient auf Eure Art Gott zur Ehr, geht für jeden Menschen durchs Feuer, weil sie Gottes Geschöpfe sind“, erklärte Pastor Johannes Steffen und überreichte dem Wehrführer einen kleinen Schutzengel aus Holz.

Schließlich blickte der Wehrführer zurück: Gegründet am 1. Januar 1890 erhielt die Wehr erst 1911 die erste Handspritzpumpe für 1310 Mark. Im selben Jahr war auch das „Spritzenhaus“ für 738 Mark und 47 Pfennig fertiggestellt. Im Sommer 1939 kam die erste Motorspritze. Viele Brandeinsätze habe es in 125 Jahren gegeben. Sie werden immer weniger. Zurückzuführen sei das auf immer fortschrittlichere Brandschutzmaßnahmen in Gebäuden. Am 12. Januar 1980 wurde im Rahmen des 90. Geburtstages die Flagge geweiht, 1997 kam es zum Zusammenschluss beider Ortswehren. 2001 schaffte die Gemeinde das Einsatzfahrzeug LF 8/6 an. Vor elf Jahren richtete Bargum den letzten Amtsfeuerwehrtag im ehemaligen Amt Stollberg aus, 2010 den ersten im neu gebildeten Amt Mittleres Nordfriesland.

Der zweite Abend stand im Zeichen des Oktoberfestes. Dabei sorgte die Gruppe Oho vom Bodensee für eine stimmungsvolle blau-weiße Nacht. Ihnen zu Ehren hatten sich die Gastgeber aus Bargum in Dirndl und Lederhosen geschmissen. Die Veranstalter vom Kegelclub „Die Goldene Neun“ freuten sich über ein volles Zelt, denn schließlich verzichteten die Gäste aus Bayern auf ihre Gage zugunsten des Wilhelminen-Hospiz in Niebüll. Auch die Eintrittsgelder flossen in den Spendentopf. DJ-Ötzi-Double Kay Christiansen sorgte für ein weiteres Highlight – ebenso gagenfrei. Was am Ende als Ergebnis herauskomme, so Günter Asmussen von der „Goldenen Neun“, werde der Kassensturz in dieser Woche ergeben.

Am dritten Abend startete der traditionelle Feuerwehrball, Tanz in den Morgen hieß es mit der Showband „Hotline“ aus Kiel. Gestern feierte Pastor Johannes Steffen einen Festgottesdienst im Zelt, bevor der Frühschoppen das Jubiläum abrundete.

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