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Hilfe für Grundschüler : Ohne Schulsozialarbeit geht es nicht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Schulverband Witzwort will das Angebot für seine Grundschule unbedingt erhalten und beteiligt sich mit 7000 Euro, nachdem das Land seinen Anteil zurückgefahren hat. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 10.000 Euro im Jahr.

Die Mitglieder des Schulverbandes Witzwort waren sich einig: „Die Schulsozialarbeit an der Grundschule muss trotz Kürzung der öffentlichen Mittel auch nach den Sommerferien weitergehen. Falls nötig, muss eben ein Nachtragshaushalt her“, so der einmütige Tenor aus der Runde. Verbandsvorsteher Willi Berendt erklärte: „Uns lässt man im Regen stehen. Aber das darf nicht zu Lasten unserer Kinder gehen. Die Arbeit ist wichtig.“ Fakt ist, dass der Kreis Nordfriesland für die Schulsozialarbeit 2014 nur 260.000 Euro an die Schulen – anteilsmäßig errechnet nach den Schülerzahlen – verteilen kann. Das Land stellt nämlich für die Kreise insgesamt nur 4,6 Millionen Euro zur Verfügung. Für Witzwort macht das eine Summe von 3040 Euro aus. Pro Kind werden 38 Euro gezahlt. Insgesamt gibt es 80 Schüler. 10.000 Euro kostet die Schulsozialarbeit jährlich. „Das reicht für zehn Stunden wöchentliche Schulsozialarbeit und ist das Minimum“, bestätigte Schulleiter Jörg-Hinrich Meier. Die Differenz von knapp 7000 Euro trägt somit der Verband.

Schulsozialarbeiterin Christin Scharre stellte sich dem Gremium vor. „Ich bin Mittlerin zwischen Schülern, Eltern und Lehrern“, erklärte sie. Die Stärkung der Persönlichkeit der Kinder sei sehr wichtig. Das habe sie bei mehreren Projekten erlebt. Beispielsweise habe sich nach der Gruppenarbeit mit Jungen ergeben, dass sie im Unterricht viel ruhiger geworden seien. „Die Eltern kommen bei Problemen immer mehr und offener auf mich zu“, so Scharre. „Die Kinder sind nicht mehr so wie früher. Sie müssen geerdet werden“, erläuterte der Schulleiter. Das resultiere einfach aus den Familienstrukturen, die sich verändert haben. Das Sozialverhalten komme zu kurz. „Frau Scharre ist uns eine große Hilfe. Sie leistet die Vorarbeit, damit Lehrer und Schüler sich besser auf den Unterricht konzentrieren können“, so Meier. Er selbst lieferte einen positiven Bericht ab. Das 2012 erworbene Zertifikat „Zukunftsschule Schleswig-Holstein“ wurde für zwei weitere Jahre genehmigt. Stolz sei er, dass sich die Grundschule nun als eine von 27 in Schleswig-Holstein zudem „Plattdeutsch-Schule“ nennen dürfe. Sein eingereichtes Konzept habe überzeugt. Die Hans-Ahrenstorf-Stiftung hat bereits eine Spende von 500 Euro angekündigt. Davon soll Literatur angeschafft werden. Die vorgeschriebene Schülerzahl 80 werde auch im Schuljahr 2014/15 erhalten bleiben. Auf jeden Fall könnten den Kindern attraktive Angebote gemacht werden. Neu sei beispielsweise das tägliche gesunde Frühstück, dass mit Hilfe engagierter Eltern und dem Sponsor, Markt-Treff Witzwort, umgesetzt wird.

Für ein neues Angebot für die Herbstferien bat der Schulleiter um Bewilligung der Kosten von 225 Euro. Er möchte einen Diplom-Pädagogen für eine Woche in die Schule holen – für ein kreatives Programm. Es könnten auch Kinder aus benachbarten Schulstandorten dazukommen. Versuchsweise gab das Gremium einstimmig grünes Licht.

Schließlich genehmigte die Runde weitere Schallschutzdecken für den Mensabereich und einen Klassenraum. 4000 Euro wird das schätzungsweise kosten. Enttäuscht zeigten sich die Verbandsmitglieder, dass trotz Einladung kein Vertreter des TSV Witzwort erschienen war. Der Verein hatte einen schriftlichen Antrag an den Verbandsvorsteher für Sanierungsmaßnahmen der Sportanlage gestellt. Insbesondere wurden die marode Tartanbahn, die desolaten Fußballfelder, eine fehlende Flutlichtanlage und zu wenig Umkleidekabinen genannt. Der Verein signalisierte, einen Förderverein gründen zu wollen, wenn ein positives politisches Zeichen komme. Das Gremium war sich einig, das Projekt unter Einbindung des Vereins, Schulverbandes und der vier angehörigen Gemeinden anzustoßen. Es soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die die Finanzierungsmöglichkeiten, rechtliche Grundlagen und konkrete Entwürfe erarbeiten soll. Berendt will Kontakt zum TSV-Vorstand aufnehmen.


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