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Für eine gesunde Ernährung : Ohne erhobenen Zeigefinger

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Am Beruflichen Gymnasium in Husum engagieren sich Jugendliche und ihre Lehrerin für eine gesunde Ernährung. Der Vegetarierbund zeichnete ihr Projekt mit Grundschülern aus.

„Mein Anliegen ist es, möglichst viele Kinder und Jugendliche für einen gesunden Lebensstil zu begeistern“, sagt Ann Kristin Thun. Sie unterrichtet am Beruflichen Gymnasium Ernährungslehre und Sport und versteht es wie kaum eine andere, ihre Schülerinnen und Schüler mit gut durchdachten Ideen zum Nachahmen anzuregen. „Aber immer ohne erhobenen Zeigefinger“, betont die 46-Jährige, die ihr jüngstes Projekt gerade in Düsseldorf im Rahmen der Messe „Veggie World“ vorstellen durfte und dafür mit dem Kinder- und Jugendpreis der Stiftung „Vegeterra“ des Vegetarierbundes ausgezeichnet wurde.

Dass dieser erste Platz mit 1500 Euro dotiert war, freut Ann Kristin Thun ganz besonders, denn das Geld verschafft ihr einen finanziellen Spielraum für eine wirkungsvolle Gestaltung des „GEbbI“-Tages in der benachbarten Klaus-Groth-Schule. Gemeint ist ein Aktionstag zur gesunden Lebensführung, denn „GEbbI“ steht für „Gesunde Ernährung braucht besondere Initiative“. 2015 fand dieser Aktionstag bereits zum achten Mal in Kooperation mit dem Beruflichen Gymnasium statt. Gut vorbereitet und mit Begeisterung bringen die Jugendlichen bei diesen Gelegenheiten den rund 300 Grundschülern „GEbbI“-Themen nahe: wie etwa Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln, Geschmackstests oder die richtige Zubereitung von Obst und Gemüse. Gemeinsam werden dann vegetarische und vegane Snacks zubereitet – zudem wird zu vielfältiger Bewegung angeregt. Bei einem Show-Kochen sollen die Kinder möglichst viele gesunde Gerichte probieren und nehmen dann nur die Rezepte mit nach Hause, die ihnen auch wirklich geschmeckt haben.

Ein Grundsatz des Projektes ist es, dass die Großen von den Kleinen und die Kleinen von den Großen lernen, Lehrer und Eltern von Jugendlichen und umgekehrt. Um das zu gewährleisten, wurden zusätzlich zu den jährlichen Aktionstagen Klassen-Patenschaften zwischen Gymnasium und Grundschule gebildet. Über drei Jahre hinweg kann so eine enge Bindung zwischen Kindern und Jugendlichen entstehen. „Ich konnte beobachten, dass die Großen ihre eigene Ernährung überdenken und häufig positiv verändern. Ein Erfolgsrezept, wie ich finde“, freut sich Ann Kristin Thun.

Legte sie mit „GEbbI“ im Jahr 2009 den Grundstein für diese besondere Zusammenarbeit des Beruflichen Gymnasiums mit der Klaus-Groth-Grundschule, so ist die Grundschule heute als „Gesunde Schule“ zertifiziert. Auch in einem anderen Punkt hat die Initiative eine tolle Entwicklung genommen: „Zwei Schüler des damaligen Projektkurses sind mittlerweile Betreiber des Restaurants ‚Alex Kitchen‘ – das erste Restaurant in Husum, das eine vielfältige Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten anbietet.“ Zusätzlich betreiben die Gastronomen seit 2014 in ihrer Schule einen Kiosk. „Das erleichtert die Umsetzung von Projektideen erheblich.“

Gern berichtet die engagierte Lehrerin von der jüngsten dreitägigen Aktion „Folgen des Fleischkonsums“ für Schüler und Lehrer des Beruflichen Gymnasiums: „Meine Schüler wussten aus Diskussionen in ihren Familien, dass dieses Thema emotional stark belastet ist. Fleischesser fühlen sich schnell angegriffen.“ Auf die Schwerpunkte Klima, Tierschutz und Gesundheit hatte sich die Klasse gut vorbereitet: „Uns war wichtig, niemanden zu bevormunden, daher wählten wir Sprüche aus, die nachdenklich machen sollten“, berichten einige Schülerinnen, die unter anderem einen Aufenthaltsraum mit Zeitungspapier abgedunkelt hatten, um die Lebensbedingungen von Tieren in Bodenhaltung zu demonstrieren. Passend dazu wählten sie tierische Kostüme aus: Verkleidet als Kuh, Schwein oder Küken informierten sie dann über Tierschutz. Im Schul-Kiosk gab es an den drei Tagen vegetarische und vegane Snacks zum Probieren. Alles diente einem guten Zweck: „Die während der Aktion gesammelten Spenden kommen dem BUND, der Stiftung Hof Butenland und Brot für die Welt zugute“, so Ann Kristin Thun zufrieden.

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