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Fachtagung „Mit uns für das Watt“ : Ohne Ehrenamtler kein Nationalpark

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auch den zahlreichen engagierten Ehrenamtlern ist es zu verdanken, dass der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer vor 30 Jahren entstanden ist.

shz.de von
erstellt am 10.Mär.2015 | 12:30 Uhr

Ohne engagierte Ehrenamtler gäbe es den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wohl nicht, jedenfalls nicht seit 30 Jahren und in seiner jetzigen Struktur. Auf diese Formel konnten sich die Protagonisten einer Tagung unter dem Titel „Mit uns für das Watt“ im Christian-Jensen-Kolleg in Breklum einigen. Im Mittelpunkt standen dabei die Geschichte des Naturschutzes im schleswig-holsteinischen Wattenmeer – von den Anfängen bis zur Nationalparkgründung – sowie die Rolle der damals weitgehend ehrenamtlich organisierten Verbände bei dieser Entwicklung. Die Veranstaltung bildete den inoffiziellen Auftakt der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Nationalparks und zugleich die vorläufige Bilanz eines seit 2012 laufenden Zeitzeugenprojektes der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Schutzstation Wattenmeer.

So viele Zeitzeugen würden wohl kaum wieder zusammenkommen, sagte der Vorsitzende der Schutzstation Wattenmeer, Johann Waller, in seiner Begrüßung und erläuterte die Geschichte des Vereins und dessen Anliegen eines „pädagogischen Naturschutzes“. Bei allen Gemeinsamkeiten mit anderen Nationalparks – der ehrenamtliche Naturschutz sei ein Alleinstellungsmerkmal in Schleswig-Holstein, betonte der Leiter der Nationalparkverwaltung, Dr. Detlef Hansen, in seinem Grußwort. In Gesprächsrunden, Vorträgen und Statements einzelner Akteure wurde dann an die Vorgeschichte des Nationalparkes erinnert – aus den unterschiedlichen Perspektiven von Praktikern (Naturschützer) und Planern.

Als „Gesamtschau aller Fakten“ bezeichnete Projektleiter Prof. Hans-Peter Ziemek von der Gießener Universität diesen Tag mit rund 100 Teilnehmern – „alten Kämpen“ ebenso wie ihren jüngeren Nachfolgerinnen und Nachfolgern. Beleuchtet wurde dabei der lange Weg von ersten Ideen zum Schutz des Lebensraumes Wattenmeer etwa als „Großreservat Halligmeer“ oder „Nationalpark Halligen“ bis hin zur Gründung des Nationalparkes zum 1. Oktober 1985. Beleuchtet wurde die tragende Rolle der 1962 gegründeten Schutzstation Wattenmeer – des heute im Nationalpark am stärksten vertretenen, betreuenden Naturschutzverbandes –, aber auch anderer wie des WWF (World Wide Fund for Nature) und des bereits 1907 gegründeten Vereins „Jordsand“. Beleuchtet wurden die Beweggründe der damals aktiven Ehrenamtler, die ihre Aufgaben „freiwillig, bedingungslos und freudig“ erfüllt hätten, wie Hans Otto Meier, Mitinitiator und heute im Ältestenrat der Schutzstation, versicherte.

Und beleuchtet wurden einige politische Hintergründe. Denn während zum Beispiel mancher Beteiligte gerätselt haben mag, was die Landesregierung Anfang der 1980er-Jahre dazu bewegt hatte, die 1976 wegen heftiger Widerstände vor Ort ad acta gelegten Planungen für einen Nationalpark wieder aufzunehmen, hatte Peter-Uwe Conrad dafür eine Erklärung parat: Es sei der Ehrgeiz des damaligen jungen Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) gewesen, der sich von dem ebenfalls mit Nationalpark-Konzepten beschäftigten Bundesland Niedersachsen „nicht die Schau stehlen lassen wollte“, so die Einschätzung des damaligen Abteilungsleiters im Landwirtschaftsministerium. Dass das Weltnaturerbe Wattenmeer nicht zuletzt vom Wechselspiel mit dem Menschen geprägt wurde und aufgrund seiner kulturellen Bedeutung auch als Weltkulturerbe anerkannt werden sollte, stellte Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut, das die Tagung unterstützt hatte, heraus.

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