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Auch 11. Auflage ein Erfolg : Ohne Ehrenamt läuft gar nichts

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zum elften Mal ließ der Speicher den Husumer Hafen rocken. Neun Bands folgten der Einladung, darunter auch einige Nachwuchsformationen. Über den Tag besuchten rund 400 Besucher die Veranstaltung. Ein Interview mit Stefan Stoll – Aktivist der ersten Stunde.

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erstellt am 24.Feb.2014 | 09:00 Uhr

Zum elften Mal wurde am Hafen gerockt. Nicht weniger als 400 Zuschauer wollten die neun Bands hören. Wie aus der Idee einiger Jugendlicher ein fester Bestandteil des Speicher-Programms wurde, das berichtet Stefan Stoll – Aktivist der ersten Stunde und Bassist der Husumer Punk-Band „Das Niveau singt“.

Wie kam es zu diesem etwas anderen Musik-Ereignis?

Ursprünglich war „Der Hafen rockt“ ja mal als reines Nachwuchs-Festival gedacht. Und am Anfang hatten wir auch keine großen Headliner. Aber dafür war es natürlich auch nicht so gut besucht wie heute.

Nachwuchsbands liegen Euch aber doch immer noch am Herzen, oder?

Auf jeden Fall. Nach wie vor freuen wir uns über junge Bands, für die es natürlich ein Ansporn ist, vor größerem Publikum zu spielen. Um aber eine noch breitere Masse zu erreichen, haben wir das Konzept ein wenig verändert und uns für eine bunte Mischung aus Nachwuchsbands und bekannteren Gruppen entschieden. Denn der Aufwand ist im Endeffekt genauso groß, egal, ob mehr oder weniger Gäste da sind. Dann lieber viele. Immerhin spielt sich das Ganze auf zwei Etagen ab. Und den Backstage-Bereich unterm Dach belegen wir auch noch. Da ist einiges zu tun.
Wer entscheidet, wer dabei ist?

Das läuft alles über unsere Rettungsboot-Gruppe. Die wurde 2001 von Jugendlichen gegründet, die gern mal etwas eigenes auf die Beine stellen wollten. So viele Möglichkeiten gab ja es damals in Husum nicht.
An so einem Festival-Wochenende hängt ja einiges dran: Vorbereitung, Plakate, Küchen- und Tresendienst, Kassieren, Aufräumen etc. pp. Wer kümmert sich darum?

Das Booking läuft über mich. Alles andere machen wir gemeinsam in der Gruppe. Wir sind so ungefähr 20 Leute. Und die brauchen wir auch. Das beginnt morgens um 11 Uhr. Und bis der letzte Gast den Speicher verlassen hat, ist es dann auch schon 1 oder 1.30 Uhr, und die Aufräumarbeiten können beginnen.

Einige Bands, die bei Euch aufgetreten sind, haben sich mittlerweile einen Namen gemacht. Was ist das für ein Gefühl, zu sehen, wie eine Band aus den Startlöchern kommt?

Das ist schön zu sehen. Und wir bleiben ja auch in Kontakt. Dadurch ergibt sich immer mal wieder die Möglichkeit, den einen oder anderen als Headliner nach Husum zu holen. Früher haben wir ausgeschrieben. Das machen wir nicht mehr. „Der Hafen rockt“ hat sich herumgesprochen. Und inzwischen kommen die Bands auf uns zu. Auch wenn ich erklärtermaßen Punk-Fan bin, soll das Ganze ja kein reines Punk-Festival sein, sondern von allem etwas bieten. Deshalb haben wir mittlerweile auch einen Zeitplan. So weiß jeder, wann seine Bands drankommen, und die Eltern, die ihre Kids unterstützen wollen, geraten nicht unvermittelt in ein Punk-Konzert.

Sind die Jungen heute besser ausgebildet als früher?

Na, ich bin jetzt 36 und manchmal schon ganz schön von den Socken, wenn ich sehe, was ein 13-Jähriger da auf der Bühne macht. Ja, die sind schon gut.

Ihr tischt nicht nur Musik auf, sondern auch Essen. Wie wichtig ist Euch
das Rundum-Festival-Erlebnis?

Ganz wichtig! Das muss alles stimmen. Küche und Kicker – das ist alles Teil des Konzepts. Die Leute sollen miteinander ins Gespräch kommen, sich aber auch zurückziehen können. Und natürlich soll „Der Hafen rockt“ publikumsnah und trotzdem preisgünstig sein – auch in Zukunft.

Die Kulturnacht wird voraussichtlich erst mal auf Eis gelegt – aus sachlichen und finanziellen Gründen, heißt es. Personell scheint Ihr – dem Ehrenamt sei dank – ja gut aufgestellt zu sein. Wie steht’s bei Euch mit den Finanzen?

Anfangs war es manchmal schon ganz schön eng, aber jetzt, nachdem die Sache sich herumgesprochen hat, decken Eintrittsgelder und die Einnahmen vom Tresen die Unkosten – jedenfalls meistens. Aber wenn wir die ehrenamtlichen Mitarbeiter bezahlen müssten, sähe die Sache natürlich anders aus.

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