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Dialog Auf dem roten Sofa : Ohne Ehrenamt geht nichts mehr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bürgerschaftliches Engagement stand thematisch im Mittelpunkt beim Jahresempfang des Kirchenkreises Nordfriesland im Breklumer Jensen-Kolleg. Dazu fand ein „Sofagespräch“ mit Landrat Dieter Harrsen und dem Synoden-Präses der Nordkirche, Dr. Andreas Tietze, statt.

„Wäre ich damals nicht Landrat geworden, hätte ich auch als Schiedsrichter weitergemacht und meine Ausrüstung wieder aus dem Schrank geholt“, erzählt Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen beim „Sofagespräch“ anlässlich des Jahresempfangs des Kirchenkreises Nordfriesland im Breklumer Christian-Jensen-Kolleg.

Das „Sofagespräch“ zum Thema „Ehrenamt als Lückenbüßer“ stand im Mittelpunkt der traditionellen Veranstaltung mit rund 200 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und verschiedenen Bereichen des Ehrenamtes. Nach der Begrüßung durch Synoden-Präses Carl-Heinrich Feddersen und der musikalischen Einstimmung durch die „Singing Voices“ unter der Leitung von Pastorin Sylvia Goltz aus Schwabstedt führte Propst Jürgen Jessen-Thiesen in das Thema des Abends ein. Er stellte die Frage: „Wohin entwickelt sich das bürgerschaftliche Engagement?“ Thiesen erinnerte an die Worte Albert Schweitzers: „Schafft euch ein Nebenamt, ein unscheinbares, vielleicht ein geheimes.“ Das Ehrenamt habe immer zwei Wirkungen: eine nach außen und eine nach innen. Das Äußere könne jeder sehen, nach Innen aber schaffe es Identität. „Manche blühen im Ehrenamt erst richtig auf“, meinte der Propst.

Darüber, ob das Ehrenamt noch ausreichend Anerkennung findet, diskutierten Dieter Harrsen und der Synoden-Präses der Nordkirche, Dr. Andreas Tietze. Kolleg-Leiter Friedeman Magaard moderierte das „Sofagespräch“ und machte gleich zu Beginn deutlich: „Ohne Ehrenamt geht in Nordfriesland nichts mehr.“ Die Region zählt zu den fünf Kreisen in Deutschland mit dem höchsten ehrenamtlichen Engagement, betonte der Landrat. Dabei hob Harrsen das Engagement im dörflichen Bereich besonders hervor. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen und sprach von einer „Verantwortungsgemeinschaft“.

In der neu geschaffenen Nordkirche bestehen sehr viele ehrenamtliche Beteiligungskulturen, berichtete Tietze. Die Aufgabe bestehe jetzt darin, den Weg vom Nebeneinander zur Vernetzung zu gehen. „Das Ehrenamt braucht nicht nur Rentner und Ruheständler. Man kann nicht 30 oder 40 Stunden in der Woche zur Verfügung stehen. Man muss auch mal Nein sagen können“, warb er für ein Engagement auch mit geringerem Einsatz. „Die Hauptamtlichen müssten mehr Vertrauen in die Arbeit der Ehrenamtlichen haben. Deren Arbeit aus fachlicher Sicht aber trotzdem kontrollieren“, forderte Tietze.

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