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Hilfe für Senioren : Ohne Ehrenamt geht es nicht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In einem Tönninger Alten- und Pflegeheim spielen und schnacken Freiwillige mit den Bewohnern. Marja-Leewa, Hahn und Anke Skutecki, selbst schon im Rentenalter, helfen gern anderen Senioren.

Mit ihren 88 Jahren ist Irmgard Kopka noch richtig fit. „Dafür bin ich dankbar, und ich fühle mich gut aufgehoben im Paul-Gerhardt-Haus“, sagt sie. Sie freue sich auch über die Ehrenamtler, mit denen sie so viel Spaß habe. Neben ihr sitzen heute Gerda Carl und Elsie Büttner. Fröhlich plaudern die Frauen über Gott und die Welt und rätseln, was es wohl zum Mittagessen gibt. Marja-Leewa Hahn, ihres Zeichens Ehrenamtlerin, gesellt sich dazu, will wissen wie es allen geht, hält Smalltalk. Rasch sind sie sich einig: „Jetzt wird eine Runde Mensch-Ärgere-Dich-Nicht gespielt. Es läuft gut, jede gewinnt tatsächlich einmal.

Es ist schon etwas dran an der Definition vom Ehrenamt, „der Gesellschaft etwas zurückzugeben“. Da sind sich nicht nur der Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt Tönning, Heiner Hahn, und dessen Stellvertreter, Bernd Skutecki, einig, sondern alle Mitstreiter der aktiven Runde. „Das Ehrenamt ist eine wichtige Säule unserer Gesellschaft und ohne geht es nicht“, sagt Hahn. Er erlebt es hautnah, sowohl in seinem Amt, als auch im Rahmen der freiwilligen Tätigkeit seiner Frau Marja-Leewa, die sich – wie Skuteckis Ehefrau Anke – ehrenamtlich im Paul-Gerhardt-Haus, eine von vielen Senioren-Pflege-Einrichtungen der Stiftung Diakoniewerk Kropp, einbringt.

Beide Frauen unterstützen in ihrer Freizeit – wie übrigens drei weitere Tönninger, die nicht im Seniorenbeirat aktiv sind – freiwillig und ohne Entgelt die derzeit 50 angestellten Fachkräfte, die sich um 69 Bewohner kümmern. Anke Hinrichsen, Pflegedienstleiterin im Hause, weiß diese Arbeit zu schätzen. „Alle Freiwilligen sind uns willkommen und eine große Hilfe. Sie entlasten unser Personal. Sie schenken den Bewohnern Zeit, die die Mitarbeiter leider nicht immer haben“, sagt sie.

Während Anke Skutecki sich gern mit demenzerkrankten Menschen beschäftigt – eine entsprechende Ausbildung hat sie genossen – ist Marja-Leewa Hahn eher für die anderen da. Am liebsten spielt sie mit ihnen und das wird immer dankbar angenommen, berichtet sie. Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und Canasta sind die Renner. „Das hält den Denkapparat fit und vor allem wird kräftig geplauscht und gelacht. Das tut der Gesundheit und der Seele gut.“ Wichtig sei es auch, jedem zuzuhören.

Die Menschen mit dementen Zügen oder diejenigen, die schon im fortgeschrittenen Stadium sind, weiß Skutecki, benötigen viel Zuwendung und immer wieder persönliche Ansprache sowie Gedächtnistraining. Das was gestern war, ist für sie weiter weg als das Vergangene. Sie zum Lachen zu bringen, ist genauso wichtig. „Es ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation. Ich selber bekomme genauso viel zurück, wie ich selbst gebe. Ich fühle mich, wie in einer großen Familie“, so Anke Skutecki.

Als sie vor sechs Jahren von Hamburg in die Eider-Stadt zogen, sei es beiden von Anfang an ein Anliegen gewesen, sich ehrenamtlich einzubringen. „Ich persönlich würde es schön finden, wenn sich noch mehr Menschen ähnlich engagieren würden. Wir alle werden älter und freuen uns sicher, wenn auch wir eines Tages so umsorgt werden“, so Marja-Leewa Hahn.


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