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Bürgerpreis Schleswig-Holstein : Ohne Ehrenamt geht es nicht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Speicher Husum und die Viöler Theatergruppe „Junge Lüüd ut Löwenstedt “ sind für den Bürgerpreis Schleswig-Holstein nominiert. Alle freuen sich auf die Preisverleihung am 11. November in Kiel.

Gleich zwei Kultur-Einrichtungen aus Nordfriesland stehen in der Endrunde für den Deutschen Bürgerpreis Schleswig-Holstein: das soziokulturelle Zentrum Speicher in Husum sowie die Niederdeutsche Theaterbühne „Junge Lüüd ut Löwenstedt“. Ob einer von beiden oder vielleicht sogar beide zur Verleihung des Bundespreises nach Berlin fahren dürfen, entscheidet sich am 11. November in Kiel. Schwerpunktthema des Preises, der jährlich in fünf Kategorien verliehen wird, ist „Kultur leben – Horizonte erweitern“.

Aus 66 Bewerbungen hat eine Jury mit Experten aus den Bereichen Kultur und Ehrenamt zehn Projekte in die engere Wahl genommen – darunter die beiden aus Nordfriesland. Deren Initiatoren setzten sich „ehrenamtlich für die vielfältige Kulturlandschaft in Schleswig-Holstein ein“ und trügen mit ihrem „Engagement dazu bei, Menschen durch Kultur zu vereinen – ganz gleich, ob es sich um Literatur, Musik, Tanz, Malerei, Film, Museum oder Theater handelt“, heißt es. Die fünf Kategorien sind: „U21“, „Alltagshelden”, „Engagierte Unternehmer”, „Lebenswerk” sowie der „Publikumspreis“. Mit mehr als 2500 Bewerbungen im Jahr sowie Sach- und Geldpreisen im Wert von 400  000 Euro ist der Preis Deutschlands größte Auszeichnung für das Ehrenamt. Der Speicher und die Löwenstedter Theatergruppe gingen in der Kategorie „U 21“ beziehungsweise „Alltagshelden“ an den Start.

Den Speicher gibt es bereits seit 33 Jahren. Derzeit kümmern sich 50 ehrenamtliche Mitarbeiter um den Betrieb und die Programmgestaltung des Hauses. Den Besuchern werde ein nicht-kommerzielles, anspruchsvolles Programm geboten, das zu gesellschaftlicher Auseinandersetzung – zum Beispiel zur Toleranz gegenüber unterschiedlichen Kulturen und Lebensstilen – anregen solle, so die Begründung der Jury. Jährlich rund 170 Veranstaltungen bieten Konzerte, Lesungen, Theater, Diskussionen, eine offene Bühne, Filmabende, Märkte, Malgruppen, Ausstellungen und vieles andere mehr. Die regelmäßige Mitarbeit der Ehrenamtlichen, die zwischen 19 und 82 Jahre alt sind, bildet das Rückgrat sämtlicher Aktivitäten. Der Speicher hat rund 20  000 Besucher pro Jahr.

Speicher-Geschäftsführerin Noren Fritsch sieht in der Nominierung vor allem eine „Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit. „Und natürlich werden wir in großer Gruppe zur Preisverleihung nach Kiel fahren.“ Rechnet sie sich auch Chancen für Berlin aus? „Keine Ahnung“, sagt Fritsch und zuckt mit den Achseln. „Aber riesig gefreut haben wir uns auch so.“

Die Theatergruppe „Junge Lüüd ut Löwenstedt“ ist nur drei Jahre jünger als der Speicher. Zu den Gründungsmitgliedern der Viöler gehörte auch Tilla Lorenzen, die viele Jahre Mitarbeiterin unserer Zeitung war. Die Bühne hat derzeit etwa 30 Mitglieder. Gespielt wird in wechselnden Besetzungen: ausschließlich plattdeutsches Theater. Die Stücke werden von den Jugendlichen selbst ausgewählt, einstudiert und zur Aufführung gebracht. Meist handelt es sich um zeitgenössische, jugendgerechte Inszenierungen, die teilweise selbst geschrieben werden. Ziel des Projekts ist die Pflege und der Erhalt der niederdeutschen Sprache sowie deren Weitergabe an die nächste Generation. Zudem sollen die Jugendlichen durch das gemeinsame Theaterspielen vernetzt werden. Die Stücke werden in der Gemeinde und der weiteren Umgebung aufgeführt. Gesa Retzlaff ist über die Nominierung gleichermaßen überrascht wie erfreut. „Mal sehen, was noch geht“, sagt sie mit Blick auf den 11. November.

Tag für Tag leisten 23 Millionen Menschen einen freiwilligen Beitrag für das soziale und gesellschaftliche Zusammenleben. Um ihnen für ihren gemeinnützigen Einsatz Anerkennung und Dank auszusprechen, wurde der Deutsche Bürgerpreis 2003 von der Initiative „für mich. für uns. für alle.“ ins Leben gerufen.

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erstellt am 01.Sep.2015 | 14:00 Uhr

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