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50 Jahre Nordfriisk Instituut : Offene Türen im neuen Instituts-Anbau

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Doppelter Anlass für einen „Nachmittag der offenen Türen“ im Nordfriisk Instituut: Die seit 50 Jahren bestehende Bredstedter Einrichtung nimmt einen Anbau in Betrieb.

Was Instituts-Mitarbeiter Harry Kunz auf unserem Foto macht, kann jeder: nämlich einen Blick in den Anbau und die neuen Angebote der Einrichtung in der Süderstraße 30 werfen. 50 Jahre Nordfriisk Instituut und Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus – aus beiden Anlässen lädt die Bredstedter Einrichtung für Sonnabend, 5. Dezember, zu einem „Nachmittag der offenen Türen“ ein. Die Möglichkeit, von 14.30 bis 17.30 Uhr die Räumlichkeiten mit all ihren Präsentationen zu besichtigen, ist allerdings nicht alles. Außerdem werden Führungen in die „Schatzkammer“ des Instituts – den neuen, sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Magazinkeller – angeboten. Einige Lesungen, Bücher- und Informationstische runden das Programm ab. Es besteht Gelegenheit, eigene Kommentare zur Institutsarbeit in das „Goldene Jubiläumsbuch des Nordfriisk Instituut“ einzutragen. Geldspenden für die weitere Ausgestaltung des Anbaus sind willkommen. Wer sich an diesem Nachmittag dem Trägerverein anschließt oder ein neues Mitglied wirbt, kann sich einen „Jarling“-Kalender für 2016 gleich mitnehmen.

 

Von Bredstedt aus in viele Länder

Zeitschriften, Jahrbücher und Kalender aus dem Nordfriisk Instituut sind auch in Australien, Russland sowie Japan gefragt

Seit einem halben Jahrhundert veröffentlicht das Nordfriisk Instituut Zeitschriften und Jahrbücher, die über die Region Nordfriesland informieren. Versandt werden sie an viele Interessierte in der Region, aber auch in anderen Teilen Deutschlands und der Welt. Abonnenten gibt es zum Beispiel in Amerika, Australien, Russland, Japan.

„Nordfriesland“ heißt die Vierteljahresschrift, deren Name Programm ist. Als die erste Nummer vor genau 50 Jahren im Dezember 1965 erschien, gab es einen Kreis Nordfriesland noch gar nicht. „Nordfriesland“ ist die einzige Zeitschrift, die sich auf das gesamte Gebiet des 1970 gebildeten Kreises Nordfriesland sowie auf die Insel Helgoland bezieht. Gründungsredakteur war Reimer Kay Holander, Lektor des Nordfriisk Instituut, der die Zeitschrift bis 1986 redigierte. 1977 trat Thomas Steensen, damals 25 Jahre alt, in die Redaktion ein. Zehn Jahre später kamen Peter Nissen und Fiete Pingel hinzu. 192 Nummern mit ungezählten Artikeln und Kommentaren über „friesische Themen“ sind erschienen. Die Zeitschrift geht an alle Mitglieder des Vereins Nordfriesisches Institut, viele Abonnenten und auch an die Mitglieder der „Friisk Foriining“.

Das erste „Nordfriesische Jahrbuch“ erschien ebenfalls 1965. Es handelt sich um die zentrale regelmäßige wissenschaftliche Veröffentlichung für Nordfriesland. Auf knapp 11.000 Seiten veröffentlichten in 50 Jahren mehr als 250 Autorinnen und Autoren weit über 500 Aufsätze zu Sprache, Geschichte und Kultur Nordfrieslands. Die Spannbreite der Themen reicht von der ältesten Geschichte bis in die Gegenwart, von der Literatur bis hin zur Naturkunde.

Bis 1965 bestanden zwei Periodika nebeneinander, nämlich das zuerst bereits 1904 erschienene „Jahrbuch des Nordfriesischen Vereins für Heimatkunde und Heimatliebe“ sowie das 1949 begründete „Jahrbuch des Nordfriesischen Instituts“. Deshalb sind in der Schriftleitung stets der Nordfriesische Verein und das Nordfriisk Instituut vertreten, zurzeit mit Frenz Bertram vom Nordfriesischen Verein sowie Fiete Pingel und Professor Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut. Auch die Sprachwissenschaftler Professor Dr. Volkert F. Faltings (Ferring-Stiftung und Universität Flensburg) und Professor Dr. Jarich Hoekstra (Universität Kiel) gehören dazu. „Dienstältester“ Redakteur ist der Niebüller Geschichtsforscher Albert Panten, der mit einer kurzen Unterbrechung seit 1985 mitwirkt.

Seit 1981 veröffentlicht die im Nordfriisk Instituut ansässige Interessengemeinschaft Baupflege (IGB) die Zeitschrift „Der Maueranker“. In vielen Hundert Artikeln wurden und werden Informationen über die besondere Baukultur Nordfrieslands vermittelt. Immer wieder enthielt die Zeitschrift Appelle, vom Abriss bedrohte Gebäude zu erhalten. Begründet wurde „Der Maueranker“ von Gerd Kühnast, dem ersten Vorsitzenden der IGB. Heute gehören sein Nachfolger Hans-Georg Hostrup, Ulrike Blum und Manfred Nissen zur Redaktion.

Ein „Flaggschiff“ des Nordfriisk Instituut ist der Fotokalender „Jarling“. Der friesische Name bedeutet „dieses Jahr“. Für 1978 erschien mit Bildern des Eiderstedter Fotografen Ernst C. Payns der erste Kalender, unverwechselbar gestaltet von dem Grafiker Rainer Kühnast, der ihn gemeinsam mit Thomas Steensen ins Leben rief. Herausgegeben wird der allseits beliebte Kalender zurzeit von Mirko Honnens, Marlene Kunz und Gondrun Verch. Die Kalendertexte sind, je nach Bildmotiv, friesisch oder plattdeutsch gehalten. Jahr für Jahr hängt der „Jarling“ in vielen Wohnungen an einem „Stammplatz“.

 

 

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erstellt am 03.Dez.2015 | 19:50 Uhr

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