St. Peter-Ording : Offene Tür im Nordseegymnasium

Moderner Unterricht:  Eltern konnten sich ein Bild machen. Foto: wis
Moderner Unterricht: Eltern konnten sich ein Bild machen. Foto: wis

Familien erlebten an diesem Tag den Unterricht ihres Nachwuchses und genossen das Rahmenprogramm. Schulleiter Dr. Blank war das letzte Mal dabei. Er will wieder ins Ausland.

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30. März 2009, 12:49 Uhr

St. Peter-Ording | Beim Tag der offenen Tür im Nordseegymnasium konnten Eltern ihren Sprösslingen einmal beim Unterricht über die Schulter schauen. Während dreier Schulstunden sahen die Besucher, wie moderner Unterricht gestaltet wird. So zum Beispiel in der Biologie-Stunde von Dr. Jürgen Neumann, wo die Kinder Experimente durchführten.
Zudem hatten die Schüler für ein Rahmenprogramm gesorgt, das auch Essen und Getränke einschloss. Die Spannbreite reichte von Kaffee und Kuchen in der Cafeteria über spanisches Essen (passend zum Unterricht der Sprache) bis hin zu Pfannkuchen. Eine lange Warteschlange zeigte die Beliebtheit dieses Gerichts. Zu den Vorführungen gehörte neben einem Zirkus in der Turnhalle das "Theater zum Mitmachen" in der Aula, in der danach noch eine öffentliche Probe der Big Band stattfand.
Politik sollte pädagogisch nicht bürokratisch denken

Für Dr. Hartmut Blank, Leiter des Nordseegymnasiums, war dies der letzte "Tag der offenen Tür": Er verlässt die Schule Mitte des Jahres. Zunächst war die brasilianische Stadt Sao Paulo Blanks Ziel, doch inzwischen muss auch in Athen der Schulleiter-Posten einer internationalen Anstalt neu besetzt werden. Dr. Blank hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Fest steht nur, dass er das Nordseegymnasium, das er zur "Europaschule" machte, auf jeden Fall in Richtung Ausland verlassen wird: "Ich halte die Schulpolitik in Deutschland und ganz besonders in Schleswig-Holstein für verfehlt", stellte er fest und nannte "Turbo-Abitur und Profil-Oberstufe eine gnadenlose Überforderung von Lehrern und Schülern". Es müsse seitens der Politik mehr pädagogisch gedacht und gehandelt werden und nicht bürokratisch. Ein weiterer Grund für seinen Weggang: "Ein Schulleiter in anderen Ländern hat größeren Einfluss. Er bestimmt nicht nur über ein Budget, sondern kann auch seine Lehrkräfte selbst aussuchen."

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