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Baumfrevel auf Gemeindeplatz : Obsternte in Wittbek fällt wieder aus

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bereits zum dritten Mal hat ein Unbekannter auf der öffentlichen Streuobstwiese in Wittbek die Kronen junger Bäume abgeknickt. Die Gemeinde überlegt jetzt Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen.

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erstellt am 11.Mai.2016 | 14:00 Uhr

„Ich bin richtig sauer. Da hat sich jemand am Gemeindeeigentum vergriffen“, sagt Wittbeks Bürgermeister Johannes H. Jürgensen. Zwar heißt es eigentlich aller guten Dinge sind drei, doch wenn es um die Obstbaumwiese zwischen der Dorfstraße und Knoll geht, dann versteht der Gemeinde-Chef keinen Spaß. Denn bereits zum dritten Mal haben noch immer Unbekannte die jungen Bäume stark beschädigt. Nicht aus Unachtsamkeit, sondern mutwillig. Betroffen von den Schäden sind quasi alle Wittbeker, denn die Früchte der Obstbaumwiese sollten eigentlich allen Einwohnern zugute kommen. Nun wird es wieder einige Jahre dauern, ehe die Äste und Zweige nachgewachsen sind, und die ersten Früchte in ausreichender Menge geerntet werden können.

Jürgensen ist mittlerweile so weit, dass er nun mit seinen Gemeindevertretern beraten will, ob Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt werden soll. „Eigentlich denke ich, dies ist der richtige Weg.“ Dabei handele es sich nämlich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um mutwillige Sachbeschädigung.

Voller Enthusiasmus pflanzten Anke und Ernst-Hermann Grund Ende März 2015 gemeinsam mit Nachbarn auf dem Gemeindegrund acht Bäumchen. Zu finden sind dort eine Herbstbirne Alexander Lucas und die bekannte Williams Christbirne, die Apfelsorten Ingrid Marie, Malus Jemba, Jonagold, Roter Finkenwerder und Cox Orange. Außerdem gibt es noch die Schönberger Pflaume. Alles leckere heimische Obstgehölze, die mit einer Höhe von knapp zwei Metern und einem Stammdurchmesser von knapp fünf Zentimetern noch sehr jung sind, aber vielversprechend wachsen.

Doch schon bald stellte sich heraus, dass es Obstbaumgegner in der Gemeinde gibt. Systematisch wurden die kleinen Bäume schon kurz nach der Pflanzaktion verletzt. Mal sind Äste abgeknickt, mal die Rinde abgekratzt oder ein Haupttrieb abgebrochen. Dann, nachdem die letzten Blätter gefallen waren, herrschte erst einmal Ruhe auf der Obstwiese. Doch im Februar schlugen die Unbekannten wieder zu. Von den acht Apfel- und Birnenbäumchen wurden nicht nur die Leittriebe abgeknickt, auch in den noch kleinen Kronen wurde ordentlich herumgefuhrwerkt. Allerdings, die Natur ist mächtig. Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen entwickelten sich die Bäumchen wieder kräftig, die Triebe schossen in die Höhe und die Pflanzen waren mit vielen Knospen überzogen. Doch dann hörte der Spaß auf. Wieder schlugen die Unbekannten zu. Diesmal brachen sie nicht nur vereinzelt Triebe ab, sondern auch schon daumendicke Äste. Teilweise wird es für die Bäumchen schwer, weiter zu wachsen, denn die Gefahr von Pilzbefall in den Bruchstellen besteht.

Bürgermeister Jürgensen vermutet eine Art Nachbarschaftsstreit zwischen den Baumpflanzer n Grund und den Unbekannten. Allerdings, beweisen könne das niemand. Der Täter, so sagt Jürgensen, sollte aber bedenken, dass es sich bei der Obstwiese um eine gemeindeeigene Fläche und auch um der Gemeinde gespendete Bäume handele, also um öffentliches Eigentum. Er wolle sich nun auch mit dem Amt beraten, ob womöglich eine Kameraüberwachung des Platzes aufgebaut werden kann. Dies dürfte aus datenschutzrechtlichen Gründen aber schwer werden, ist der Gemeinde-Chef sicher.

Die Wittbeker jedenfalls können aus gutem Grund stinksauer auf den Baumfrevler sein, denn wer sich auf leckere Äpfel und Birnen gefreut hat, der wird auch in diesem Jahr wieder leer ausgehen – vielleicht klappt die Ernte ja 2017.

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