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Ergebnis einer Umfrage : Nur Note Vier für Husums Radwege

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beim Fahrradklima-Test 2014 des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs hat Husum schlecht abgeschnitten. Im Städte-Ranking reichte es nur zu Platz 191 (von 292). Vor allem den Radwegen wurde kein gutes Zeugnis ausgestellt.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Macht das Radfahren in der Stadt Spaß? Werden im Winter die Radwege geräumt? Gibt es häufig Konflikte mit Fußgängern oder Autofahrern? Diese und andere Fragen hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) im Fahrradklima-Test 2014 gestellt. Das Zeugnis für Husum fällt dürftig aus. Mit der Gesamtnote 3,9 belegt die Stadt unter 292 Kommunen vergleichbarer Größe in Deutschland lediglich den 192. Rang. In Husum hatten 61 Radfahrer bei der Umfrage mitgemacht. Zur fahrradfreundlichsten Stadt in Deutschland wurde Münster gewählt.

Barbara Ganter, die für die Grünen in der Stadtvertretung sitzt und Mitglied der hiesigen ADFC-Ortsgruppe ist, schätzt die Ergebnisse als realistisch ein. Doch erst einmal ist sie froh über die Tatsache, dass es Husum überhaupt in die Wertung geschafft hat – dazu sind mindestens 50 Umfrage-Teilnehmer erforderlich. Das zeige, dass die Einwohner Interesse an der Frage haben, wie fahrradfreundlich ihre Stadt sei. Besonders der Komfort, den Radfahrer hier genießen, wurde negativ bewertet. So kritisieren viele der Befragten etwa die mangelnden Kontrollen von Falschparkern auf den Radwegen. Dagegen sind nur zwei Prozent der Meinung, dass Radfahrer sicher und bequem an Baustellen vorbeigeführt werden, sie deshalb absteigen und schieben müssten.

Die größten Schwächen sehen die Husumer allerdings in der Beschaffenheit der Radwege. 51 Prozent der Teilnehmer bewerten die Oberflächen mit der Note sechs. 26 Prozent geben dafür eine Fünf. Dass viele Radwege in einem schlechten Zustand sind, weiß auch der ADFC-Ortsverband. Deshalb gibt es ja auch seit 2010 ein Radverkehrskonzept. Bis dato konnte allerdings noch nicht vieles von dem, was drinsteht, umgesetzt werden – doch für das laufende Jahr sind konkrete Umsetzungen geplant. So sollen auf der Berliner Straße Schutzstreifen für Fahrradfahrer eingerichtet und markiert werden. Ganter erhofft sich, dass zusätzlich noch kleinere Maßnahmen verwirklicht werden können. Dazu zählten zum Beispiel Bordsteinsenkungen oder die Versetzung einiger Verkehrsschilder. Das Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Innovative Verkehrskonzepte verdeutlicht, dass jedes Jahr etwas Neues angepackt werden müsse – und wünscht sich einen Sonderbeauftragten im Rathaus, der sich um die Realisierung des Konzepts und Fahrrad-Angelegenheiten im Allgemeinen kümmert. Insgesamt werden für die Umsetzung der vor fünf Jahren zusammengestellten Projekt-Sammlung 3,2 Millionen Euro veranschlagt. Das Radverkehrskonzept beinhaltet zahlreiche Verbesserungs-Vorschläge.

In ihrem Abschlussbericht schreibt die in Hannover sitzende Planungsgemeinschaft Verkehr, die das Konzept mit den Husumern seinerzeit zusammen ausgearbeitet hat: Die Voraussetzungen für eine fahrradfreundliche Stadt seien bestens. Der Stadt werden denn auch große Hoffnungen in Sachen Fahrradtourismus gemacht.

Doch zurück zur ADFC-Umfrage. Die Husumer Stärken liegen im Umgang mit den Radlern und im Verkehrsnetz. Pluspunkte gibt es vor allem deshalb, weil zumeist zügig gefahren werden kann – ohne viele Umwege und Behinderungen. Ein weiterer Vorteil: Das Stadtzentrum ist leicht zu erreichen. Die größte Stärke wird allerdings der Tatsache beigemessen, dass in Husum alle Fahrrad fahren – egal ob jung oder alt.

 

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