Bürgermeisterwahl in Bredstedt : Nur noch zwei Bewerber im Rennen

Wichtige Themen in Bredstedt sind das Einzelhandelskonzept ...
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Wichtige Themen in Bredstedt sind das Einzelhandelskonzept ...

Christian Schmidt ist gemeinsamer Bürgermeisterkandidat der CDU und WGB, die SPD unterstützt Ilse Johanna Christiansen (SSW).

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13. Juni 2018, 07:00 Uhr

Wenn am Donnerstag (21.), 19.30 Uhr, die Stadtvertretung in der Aula der Landwirtschaftsschule ihre konstituierende Sitzung abhält, wird es nur noch zwei Kandidaten für die Nachfolge von Bürgermeister Knut Jessen geben: Christian Schmidt (CDU) und Ilse Johanna Christiansen (SSW). Dr. Edgar Techow (WGB) hat seine Kandidatur zurückgezogen. CDU und WGB haben sich auf einen gemeinsamen Kandidaten Christian Schmidt geeinigt. Harald Rossa, Ortsvereins-Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender der Bredstedter SPD, stellt dazu klar: „Die SPD-Fraktion bleibt nach dem Rückzug der WGB bei ihrer Unterstützung der Kandidatin Johanna Christiansen vom SSW.“

Eine mögliche Pattsituation ist am Sitzungstag bei der Bürgermeisterwahl durch diese Lösung nun nicht mehr zu befürchten. Die WGB ist in der 20 Sitze starken neuen Stadtvertretung mit sieben Sitzen (einen hat sie durch ein Direktmandat hinzugewonnen), die CDU mit sechs Sitzen, die SPD mit vier Sitzen und der SSW mit drei Sitzen vertreten. Da am Sitzungstag sowohl ein Vertreter der WGB als auch der SPD fehlen werden, hätte bei drei Bürgermeister-Kandidaten jeder sechs Stimmen (die SPD hat von Anfang an die SSW-Kandidatin unterstützt) auf sich vereint. Elf Stimmen aber sind für die absolute Mehrheit nötig.

„Das wäre unglücklich gewesen“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Schmidt in einem Gespräch. Sollte er zum neuen Bürgermeister gewählt werden, würde Dr. Edgar Techow 1. stellvertretender Bürgermeister werden. Geplant ist, dass die WGB den Vorsitz im Finanz- sowie im Bauausschuss übernimmt, die CDU die Stellvertreter stellt.

Erklärtes Ziel von WGB und CDU sei nicht nur ein Generationswechsel an der Stadt-Spitze, sondern auch bessere Aufgabenverteilung. So sollen künftig die Stellvertreter, die Stadtvertreter und die Ausschüsse mehr beteiligt werden. Dr. Edgar Techow (67), pensionierter Direktor der Landwirtschaftskammer, Fachbereich Pflanzen, ist WGB-Gründungsmitglied und seit fünf Jahren Fraktionsvorsitzender. Er steht seit vielen Jahren dem Schulverband vor und ist Vorsitzender des Zweckverbands Beltringharder Koog. Christian Schmidt: „Er ist auch im Film, was Tourismus-Projekte betrifft. Es wäre schade, wenn dieses Wissen fehlen würde.“


Kandidaten und Ziele

Christian Schmidt (38) ist Online-Unternehmer, selbstständiger Finanzdienstleister und seit 2003 in der Stadtvertretung. „Ich möchte mich der Herausforderung stellen“, sagt er. Demnächst werde das Einzelhandelskonzept vorgestellt. Das müsse mit dem HGV abgestimmt werden. Weitere Wünsche: den Norden der Stadt mit dem geplanten Wohngebiet und Kindergarten neu zu beleben (auch hier ist er mit Edgar Techow auf einer Linie), eine Bredstedt-App, auf der Verbraucher sehen könnten, ob die gewünschte Ware/Dienstleistung auch vor Ort erhältlich ist. Wichtiges Thema bleibt die Umsetzung der beschlossenen Straßenausbau-Beitragssatzung.

Ilse Johanna Christiansen (64) ist Psychologin. „Ich kandidiere, auch wenn es so aussieht, dass ich im ersten Wahlgang die Stimmen nicht bekommen kann“, sagt sie. „Ich möchte zu meinem Wort stehen, die Absprachen zwischen SPD und SSW sind bindend.“ Sie ist seit zehn Jahren in der Stadtvertretung. „Durch die Einigkeit in der Bredstedter Stadtvertretung wurde vieles auf den Weg gebracht“, sagt sie. „Wir haben gute Schulen, die Sportplätze sind auf einem guten Niveau.“ Ihre Fraktion hätte gerne auch den Sportentwicklungsplan umgesetzt, denn die Gelder seien nur für ein Jahr bewilligt. Pflichtaufgaben seien die neue Kita, auch um junge Familien zu binden. In Sachen Straßenausbaubeiträge müsse man mehr in den Dialog gehen. Johanna Christiansen möchte Frauen bei Entscheidungsprozessen mehr beteiligen, für die neue Kita mehr nähergelegene Räumlichkeiten für den Sport der Kinder schaffen. Und: „Wir müssen mehr für Menschen machen, die sich nicht alles kaufen können.“

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