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Vorbereitung auf den Sturm : Nur im echten Notfall die Feuerwehr anrufen!

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auch Husums Umland bereitet sich auf die Ankunft von "Xaver" vor. Kurz bevor der Orkan losbricht, geht die Feuerwehr in Bereitschaft. Über weitere Maßnahmen werden die Krisenstäbe entscheiden, sobald es notwendig wird.

Gestern war noch alles ruhig, heute in den Mittagstunden soll der Wind stark zulegen, ehe gegen 17 Uhr der Kern des Orkantiefs auf die Küste trifft. Die Feuerwehren in den Ämtern Nordsee-Treene und Viöl verfolgen das Wettergeschehen sehr genau, „wir rechnen schon mit ordentlich Schäden“, sagt Tim Petersen, Amtswehrführer des Amtes Nordsee-Treene. Auf eine Alarmierung im Vorwege sei verzichtet worden, teilte Petersen mit, betonte aber, dass vermutlich eine Stunde bevor Orkan "Xaver" mit voller Wucht über Nordfriesland tobt, wohl eine Bereitschaft einberufen wird. Dann seien die Gerätehäuser der Wehr besetzt und es könne sofort ausgerückt werden. Ähnlich sieht es auch im Amt Viöl aus, wie Amtswehrführer Rolf Schadwald sagt.


Er und auch Petersen bitten allerdings die Bevölkerung, nur in echten Notfällen die Feuerwehr anzurufen. So seien 70 Prozent aller Anrufe während des Orkans "Christian" eigentlich nicht notwendig gewesen, erläutert Tim Petersen. „Wenn die Mülltonne des Nachbarn über ein fremdes Grundstück rollt, dann muss nicht die Feuerwehr anrücken.“ Schadwald macht sich Sorgen, dass dennoch wieder echte Notrufe hängen bleiben. Während "Christian" tobte, hätten 300 Anrufer bei der zentralen Leitstelle in der Warteschleife festgesessen. Der Disponent könne nicht den wirklich echten Notfall - beispielsweise den Herzinfarkt oder den Unfall - erkennen, er müsse alle Anrufe nach und nach abarbeiten. Der Appell der beiden Amtswehrführer: „Bitte nur in einem echten Notfall anrufen - und nicht alle Aufgaben können von der Wehr erledigt werden.“


Sowohl Schadwald als auch Petersen hoffen, dass es nicht zu so vielen Einsätzen kommen wird wie beim Orkan "Christian". „Wir werden uns darauf konzentrieren, nur die Rettungswege frei zu halten“, sagt der Viöler Amtswehrführer, denn das Sägen bei Dunkelheit sei sehr gefährlich. Er hoffe auch auf eine bessere Koordination, denn Ende Oktober mussten in den Abendstunden seine Leute eine Bahnstrecke freisägen, die absehbar auch am nächsten Tag noch nicht genutzt werden konnte.


So sehr ein auf einem Auto liegender Baum auch den Pkw-Besitzer treffen mag, dabei handele es sich nicht um einen Notfall. Wenn, dann würde die Wehr die Straße freimachen, sagt Schadwald. Auch ein im Garten umgestürzter Baum könne einige Tage später entfernt werden.


Auch auf Eiderstedt heißt es:  gerüstet sein und abwarten, wie schlimm es kommt.  Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Verwaltung sind in  Alarmbereitschaft.  „Wir werden in einer kleinen Krisenrunde mit  Mitarbeitern des Amtes und den Leitern der beiden Bauhöfe zusammenkommen“, sagte St. Peter-Ordings Bürgermeister Rainer Balsmeier.  Am Strand wurden gestern die Treppen zu den Pfahlbauten abgebaut. „Alles andere haben wir bereits nach dem letzten Sturm entfernt“, so Balsmeier. Auch die Baustelle Dünen-Therme  mit ihrem Gerüst  ist gesichert.


Die Amtsverwaltung Eiderstedt mit ihren Nebenstellen in St. Peter-Ording und Tönning ist wegen des Sturms heute  ab 12.30 Uhr geschlossen, erklärte Amtsdirektor Herbert Lorenzen. Der Katastrophenstab für ganz Eiderstedt tritt  heute Vormittag in Garding zusammen. Über Straßensperrungen und andere Maßnahmen werde situationsbedingt entschieden. Lorenzen bat alle Bürger, unbedingt im Haus zu bleiben und nur bei Gefährdung von Personen oder des Straßenverkehrs um Hilfe zu bitten.

 
In Tönning ist heute das Rathaus ab 12.30 Uhr und der städtische Kindergarten ganztägig geschlossen. Bürgermeister Frank Haß weist daraufhin, dass für alle städtischen Waldflächen bis  einschließlich Sonntag ein Betretungsverbot gilt.
Auch  in Bredstedt  ist der  Sturm das Top-Thema. Der Handels- und Gewerbeverein der Stadt  teilt mit, dass der Weihnachtsmarkt heute vorsorglich geschlossen bleibt. Für den  Nikolaustag hatten die  Budenbeschicker eine X-Mas-Party geplant. Ob diese  stattfindet,  ist noch fraglich. Es wird erst einmal abgewartet, „was da auf uns zu kommt“.

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