zur Navigation springen

Leichte Entspannung : Nur 500 Gäste in Erstaufnahme-Einrichtung Seeth

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Seether Erstaufnahme-Einrichtung des Landes ist eine deutliche Entspannung zu spüren. Im Augenblick seien auch keine größeren neuen Kontingente an Flüchtlingen angekündigt, teilte der Einrichtungsleiter mit.

Die Lage ist ein ganzes Ende entspannter als noch vor zwei Monaten. In der Erstaufnahme-Einrichtung des Landes, in der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Seeth, sind gegenwärtig nur rund 500 Asylsuchende untergebracht, wie Einrichtungsleiter Stefan Scholle gestern auf Anfrage sagte. Zudem, so Scholle, seien augenblicklich keine größeren Kontingente für Seeth angekündigt. Vor zwei Tagen waren sogar nur noch 237 Gäste in der Einrichtung. Allerdings war auch schon mal die 1000-Gäste-Grenze überschritten.

Bürgermeister Peter Dirks war sich schon Ende vergangenen Jahres sicher, dass das Land die Anzahl in der Einrichtung Ende März heftig herunterfahren wird. Warum? Weil dann der Stichtag für die Ermittlung der Einwohnerzahlen in den Gemeinden angesetzt ist, in denen es solche Einrichtungen gibt. Peter Dirks wurde vom Land versprochen, als die Erstaufnahme aufgebaut wurde, dass die Asylsuchenden in der Stapelholmer Kaserne genauso für die Schlüsselzuweisungen an die Gemeinde mitgerechnet werden, wie die rund 600 Einwohner des eigentlichen Dorfes. Allerdings müssten die Zahlungen der Landeskasse an die Kommune natürlich wesentlich höher ausfallen, wenn dort die anvisierten 2000 Personen untergebracht sind, als die gegenwärtig rund 500.

In einer Bürgermeisterrunde im Kieler Innenministerium, wurden die Chefs der von Aufnahmeeinrichtungen betroffenen Kommunen über die weitere Entwicklung unterrichtet. Demnach wird es künftig im Land nur noch drei große Erstaufnahme-Einrichtungen geben: Neumünster, Rendsburg und Glückstadt. Seeth wird als Landesunterkunft dann Glückstadt zugeschlagen.

Auch in der Landesaufnahme Seeth wird die Kapazität gegenwärtig auf 2000 ausgebaut. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben dazu geführt, das Plätze vorgehalten werden, auch wenn der augenblickliche Bedarf nicht vorhanden ist. Ralf Heßmann, Vorsteher des Amtes Nordsee-Treene, der an dem, Infotreffen in Kiel teilnahm, sagte unter anderem, dass er den Eindruck habe, dass das Land aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt habe. Seiner Einschätzung nach laufe es im ganzen Land rund. Jetzt müsse die Integration in Angriff genommen werden. „Und da sehe ich noch Probleme auf uns zukommen, denn der Wohnraum wird knapp.“ Eine Gettoisierung lehne das Amt ab, denn dann könnten die nach Deutschland geflohenen Menschen auch gleich in die Großstädte ziehen, so Heßmann.

Die augenblickliche leichte Entspannung habe auch einen großen Vorteil für die Menschen in den Einrichtungen. War bislang vorgesehen, dass in den Containern jeweils vier Personen untergebracht werden, sollen es künftig nur noch zwei sein. Sollte sich aber die Lage nach dem Winter wieder zuspitzen, oder die Lage im Nahen Osten weiter eskalieren, dann könnte diese Neuregelung schnell wieder vom Tisch sein.

Heßmann lobte die mittlerweile gute Zusammenarbeit mit dem Land. Man sehe deutlich das Bemühen, die Gemeinden mitzunehmen und ihnen bei der Bewältigung der Aufgaben zu helfen.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert