Mein Schreibtisch und ich : Nüchterner Arbeitsplatz für eine bunte Kulturwelt

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In der Reihe „Mein Schreibtisch und ich“ berichten Menschen über ihr Verhältnis zu diesem Arbeitsmöbel. Diesmal ist es Leefke Rosenberg aus Niebüll.

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16. November 2018, 15:45 Uhr

Wenn Schreibtische erzählen könnten: Sie schultern Akten, balancieren Familienfotos oder ertragen Schläge, wenn ihre Besitzer sich ärgern. In unserer Serie beschreiben Nordfriesen ihr Verhältnis zu dem Möbel.


Der praktische Büro-Schreibtisch, an dem Leefke Rosenberg sitzt, hat schon vielen jungen Menschen gedient. Seit Jahren steht das sachliche Stück Möbel im Niebüller Kulturbüro, das im Rathaus zu finden ist.

Hier arbeiten Jahr für Jahr neue Freiwillige im Kulturellen Jahr. Leefke Rosenberg hat am 1. September das frisch aufgeräumte Dienstmobiliar von Chiara Meyer übernommen. Beherrscht wird der Schreibtisch vom unvermeidlichen Bildschirm und zahlreichen Ablage-Kästen und weiteren übersichtliche angeordneten Stapeln. „Mit einem Griff habe ich Fairtrade-Flyer, Kulturtafel-Infos oder Unterlagen zum Filmworkshop“, freut sich die 18-Jährige über das gut durchdachte Ordnungssystem. Ob Broschüre, Prospekt oder Anmeldeformulare – alles ist in Reichweite. „Die Plakate für eine Veranstaltung in der Stadthalle muss ich demnächst in den Geschäften verteilen“, erläutert Leefke Rosenberg unter Hinweis auf eine dicke Rolle.

Persönliches gibt es nicht zu entdecken. Als kleines individuelles Zugeständnis gibt es an der Wand drei Postkarten mit lustigen Sprüchen. Und an der großen Pinnwand sind Einladungskarten zu Ausstellungen im Richard-Haizmann-Museum zu entdecken; alle Ausgaben der Stadtzeitung „Prisma“ hängen ebenfalls wie ein Signal an Außenstehende dicht an dicht.

Ein eingekreister großer Merkzettel verweist auf kommende Aufgaben: Das Weihnachtsbasteln auf dem kleinen Niebüller Weihnachtsmarkt steht an. Dazu denkt sich die Tangstedterin derzeit ein Konzept aus. „Das verfasse ich hier am Schreibtisch“, sagt die FKJlerin. Ein Teil des Tages geht mit Formulieren, Telefonieren und dem Beantworten von Mails dahin. Im digitalen Zeitalter kommen kaum noch Besucher herein. Umso mehr freut sie sich, wenn Kulturinteressierte gleich neben ihrem Schreibtisch Platz nehmen. Dann wird in Ruhe informiert – und die freundliche Holsteinerin kann dem Besucher den druckfrischen, mit vielen Tipps angereicherten Fairtrade-Kalender, der gerade erstellt wurde, in die Hand drücken.

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