Corona-Krise in Nordfriesland : Notbetreuung in der Kita: Langer Weg zum Regelbetrieb

Bis der Regelbetrieb in den Kitas wieder los gehen kann, dauert es noch.

Bis der Regelbetrieb in den Kitas wieder los gehen kann, dauert es noch.

Das neue Kita-Gesetz kann nur in Teilen in Kraft treten . Einrichtungen, Tagespflegepersonen und Eltern bekommen finanzielle Unterstützung.

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20. Mai 2020, 17:16 Uhr

Eilentscheidungen des Landrates und die Änderungen der Satzungen zur Förderung von Kindertageseinrichtungen sowie der Kindertagespflege standen auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses des Kreises Nordfriesland. Das Land Schleswig-Holstein hatte im Dezember vergangenen Jahres im Rahmen des Kita-Reform-Gesetzes auch das Kindertagesstättengesetz (KiTaG) neu verabschiedet.

Teile der Reform aufgrund von Corona verschoben

Dieses ersetzt das geltende KiTa-Gesetz zum 1. August. In Teilen zumindest, denn auch dieser Reform hat die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Teile der Reform werden auf den Januar 2021 verschoben“, sagte Fachbereichsleiter Daniel Thomsen. Einige neue Regelungen gelten dennoch ab dem 1. August (Infokasten). Diesen Änderungen der Satzung stimmte der Ausschuss zu.

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Was aber viel eiliger und wahrscheinlich besonders für Eltern, aber auch für Kitas und Tagespflegeeinrichtungen momentan von Belang sein sollte, ist die Notbetreuung. Denn mit dem neuesten Erlass und den damit verbundenen Lockerungen steigt die Zahl der Kinder, die unter die Notbetreuung fallen.

Systemrelevante Eltern haben festen Platz

So dürfen seit dem 18. Mai zehn Kinder pro Kindertageseinrichtung und fünf pro Tagespflegeperson betreut werden. Das gilt weiterhin für Kinder, deren Eltern einen systemrelevanten Beruf ausüben sowie für Kinder von Alleinerziehenden. Dann erst kommen Vorschulkinder und Kinder mit Förderbedarf.

Doch die Plätze sind begrenzt: „Wir weisen die Eltern immer darauf hin, dass sie möglichst auf alternative Betreuungsmöglichkeiten zurückgreifen sollen, weil die Kitas sonst gar nicht klar kommen“, erklärt Indra Kopittke, Hauptsachgebietsleitung für die Zentralen Sozialen Dienste beim Kreis.

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Daneben sollen sowohl Einrichtungen als auch Eltern finanziell unterstützt werden. So werden Eltern drei Monatsbeiträge für Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflege erstattet. Das gilt auch, wenn eine Notbetreuung in Anspruch genommen wird.

Das Land erstattet Kreis und Kommunen fehlende Einnahmen

Die entfallenden Einnahmen sollen vom Land erstattet werden. Die Einrichtungen werden unterstützt, indem sie – sofern sie auf Notbetreuung umstellen – auch weiterhin für diejenigen Kinder bezahlt werden, die aufgrund der Notbetreuung nicht kommen können. Diese Regelung gilt laut einer Eilentscheidung des Landrates auch für Tagespflegeeinrichtungen.

Ab dem 1. Juni stehen dann weitere Lockerungen auf dem Programm. Dann ist zwar kein Kind mehr vom Betreuungsverbot betroffen, jedoch bleibt aufgrund der weiterhin geltenden Hygienebestimmungen die Gruppengröße von zehn Kindern zunächst bestehen. Da stand nicht ganz unberechtigt die Frage im Raum, wie das funktionieren soll, wenn die Gruppen jetzt schon voll sind.

Änderungen ab dem 1. August
  • Elternbeiträge werden auf 7,21 Euro für Kinder, die zum Beginn des Monats das 3. Lebenjahr noch nicht vollendet haben und auf 5,66 Euro ab dem vollendeten 3. Lebensjahr pro betreuter wöchentlicher Stunde gedeckelt
  • 50 % Geschwisterermäßigung für das zweite Kind
  • 100% Geschwisterermäßigung für jedes weitere Kind
  • Übernahme von Hortbetreuung wird als freiwillige Leistung betitelt
  • Nutzung KiTa-Datenbank ist Grundvoraussetzung für Förderung
  • Qualität in den Einrichtungen muss gesichert sein
  • Mindestbetrag für Tagespflegepersonen: 4,73 Euro pro Kind pro Stunde (Qualifizierung von 160 Unterrichtseinheiten), 5,05 Euro (300 Stunden Qualifizierung)
  • Erhöhter Sachkostenaufwand: 1,10 Euro (Betreuung im eigenen Haus)/2,08 Euro erhöhter Aufwand, 1,33 Euro (Betreuung in anderen Räumen)/2,54 Euro erhöhter Aufwand, 0.06 Euro (Betreuung im Haus der Eltern)/ 0,12 Euro erhöhter Aufwand
  • Doppelter Anerkennungsbeitrag und erhöhte Sachaufwands-Pauschale für Betreuung von Kindern mit Behinderung sowie Kinder, die den 9. Lebensmonat noch nicht vollendet haben
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