St. Peter-Ording als Tattoo : Nordseeliebe, die unter die Haut geht

Ein Eiderstedter Jung: Michel Komorowski trägt seine Heimat auf dem Arm.
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Ein Eiderstedter Jung: Michel Komorowski trägt seine Heimat auf dem Arm.

Wattwurm, Wal und immer wieder Leuchtturm: Tattoos mit SPO-Bezug liegen voll im Trend.

shz.de von
03. August 2018, 12:00 Uhr

„Vor einigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass sich ein Tattoo-Studio in St. Peter-Ording hält“, sagt Michel Komorowski. Doch das Klientel habe sich geändert, es kommen viele junge Leute, Kitesurfer und Wellenreiter, oder solche, die einfach ein paar Tage mit ihrem Bulli in
St. Peter-Ording bleiben. Auf dem rechten Oberarm des 31-Jährigen aus Wasserkoog prangt unübersehbar das Motiv des Westerhever Leuchtturms, eine Möwe, die sich bis über die Brust streckt und eine Windrose. Michel Komorowskis ganz persönliche Liebeserklärung an die Heimat hat er sich in St. Peter-Ording unter die Haut stechen lassen. In der Dorfstraße 33 hat sich der Wahl-St.-Peteraner Dennis Gatke niedergelassen und seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.Er hat das erste Tatoo-Studio in St. Peter-Ording eröffnet. Das war vor einem Jahr, und seitdem hat der 40-Jährige schon die verrücktesten Liebeserklärungen an St. Peter-Ording und Umgebung auf diverse Körperteile tätowiert. Einige tragen den Körperschmuck für alle sichtbar, andere haben ihn ganz versteckt.

„Bei den allermeisten handelt es sich um etwas ganz Persönliches“, weiß der Tätowierer, der jetzt schon bis November ausgebucht ist. Sie kommen alle: Einheimische und Touristen und jene, die extra nach St. Peter-Ording reisen, um sich dort von Gatke tätowieren zu lassen. Das Geschäft brummt. Und wen wundert es, dass hier an der Nordsee die maritimen Bilder ganz besonders gefragt sind. Anker, Seemannsknoten, Windrosen, Wellen, alles, was das Meer hergibt. Und nicht nur das, es darf auch gerne ganz konkret werden. Viele seiner Kunden lassen sich ein Stück St. Peter-Ording unter die Haut stechen. „Häufig wird St. Peter-Ording dann in Form von Koordinaten oder einfach den Initialen SPO integriert“, erklärt Dennis Gatke. Der Künstler weiß, wovon er spricht, denn der gebürtige Braunschweiger hat sich selbst in St. Peter-Ording verguckt, zog nach diversen Urlauben schließlich ganz an die Nordsee. Seine St. Peter-Ording-Liebe trägt er auf der Wade immer mit sich herum. In die Silhouette eines Herzens sind Leuchtturm und Pfahlbauten eingezeichnet.

Und viele tun es dem Künstler gleich. Wattwürmer, Pfahlbauten, Anker, Möwen und – nicht zu vergessen – der Westerhever Leuchtturm sind Motive, die Dennis Gatke schon entworfen und tätowiert hat.

So wie Michel Komorowski: „Ich wusste, dass ich den Leuchtturm will und als ich dann bei Dennis im Studio war, ist zuerst die Möwe dazugekommen und in einer späteren Session die Windrose“, sagt der 31-Jährige. Bereuen tue er nichts, eher überlege er schon, was als nächstes dazu kommen kann. Egal, ob Heimat oder Urlaubsort, Eiderstedt geht unter die Haut.

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