Hans-Momsen-Preis 2018 : Nordfrieslands Kultur bereichert

Die vom Niebüller Goldschmiedemeister Markus Haas kunstvoll gefertigten Ringe.
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Die vom Niebüller Goldschmiedemeister Markus Haas kunstvoll gefertigten Ringe.

Der Kreis Nordfriesland verleiht den Hans-Momsen-Preis 2018 an Prof. Dr. Arno Bammé und Dr. Ulf Bästlein.

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28. Oktober 2018, 16:48 Uhr

Der 1735 geborene Landmann Hans Momsen aus Fahretoft war als wissenschaftlicher Autodidakt ein hervorragender Mathematiker und Mechaniker. Landrat Dieter Harrsen nannte ihn am Sonntag anlässlich der Verleihung des Hans-Momsen-Preises 2018 im Schloss vor Husum ein Genie, das sich vorbildlich in die Gesellschaft eingebracht habe. Und in diesem Sinne hat der Kreis Nordfriesland für seine höchste kulturelle Auszeichnung in diesem Jahr zweifellos zwei würdige Preisträger gefunden: den seit 40 Jahren in Oldenswort wohnenden und lange Zeit im österreichischen Klagenfurt sowie in Nordfriesland wirkenden Prof. Dr. Arno Bammé und den in Husum aufgewachsenen und heute in Graz lebenden Prof. Dr. Ulf Bästlein.

Den beiden herausragenden Persönlichkeiten, die sich Verdienste um das wissenschaftliche und kulturelle Leben in Nordfriesland erworben haben, war bereits im Juni (wir berichteten) der zum 32. Mal vergebene Hans-Momsen-Preis, mit dem es künftig im Wechsel auch einen Jugend-Kulturpreis geben soll, zugesprochen worden (wir berichteten). Verbunden ist er für beide Ausgezeichneten jeweils mit einem goldenen Ehrenring – einmal graviert mit „Literatur“, das andere Mal mit „Liedkunst“ – sowie einer kunstvoll gefertigten Urkundenmappe und einem Geldpreis in Höhe von 2000 Euro.

Dr. Arno Bammé (Jahrgang 1944), dessen Wirken als Wissenschaftler, Pädagoge, Ökonom und Soziologe Kreispräsident Heinz Maurus in der Laudatio würdigte, erhielt den Preis für seine Verdienste um die nordfriesische Literatur – die Wiederveröffentlichung historischer Romane nordfriesischer Schriftstellerinnen, Neuauflagen der wichtigsten Werke Ferdinand Tönnies‘ und eine Biografie des Wattenmeer-Aktions- und Konzeptkünstlers Hein Hoop. „Aus der reinen Wissenschaft wurde im Laufe der Jahre Leidenschaft und ein herausragendes Engagement für unser Nordfriesland“, sagte Maurus an Bammé gewandt. Dieser möchte das Preisgeld nach eigenen Worten verwenden, um den nächsten Band der Tönnies-Werkausgabe mitzufinanzieren.

„Sie sind ein herausragender Botschafter Nordfrieslands“, bescheinigte Maurus dem Uni-Professor und Sänger Ulf Bästlein (Jahrgang 1959). Er leitet seit 2001 die inzwischen international renommierte „Liedkunst im Schloss vor Husum“ und damit in seiner „Seelenheimat Nordfriesland“. „Für mich ist das ein großer Moment in meinem Leben“, sagte er. Bästlein möchte mit Hilfe seines Preisgeldes eine CD realisieren mit Liedern des „völlig zu Unrecht vergessenen“ Sylters Gustav Jenner (1865-1920) – nach Texten von Theodor Storm und Klaus Groth. Für den Rahmen des Festakts sorgten zwei Preisträgerinnen der Liedkunst im Schloss: Susanna Frank (Sopran) und Maren Donner (Klavier).

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