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Ein Buch als Anstoss : Nordfrieslands Fahne noch mehr hochhalten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit ihrem neuen Buch „Husum in Zentrum“ wollen Thomas Steensen und Fiete Pingel das nordfriesische Bewusstsein stärken. Am 11. November wird es offiziell vorgestellt.

Ist sich die Kreisstadt der Nordfriesen eigentlich ihrer zentralen Rolle bewusst? Wissen die Husumer überhaupt, wie eng ihr Lebensmittelpunkt mit der friesischen Kultur und Geschichte verknüpft ist? Wenn hier gelegentlich die nordfriesische Flagge gehisst wird, dabei aber unglücklicherweise auf dem Kopf hängt, hat Fiete Pingel daran so seine berechtigten Zweifel. Und wenn unter all den rund 20 Sprach-Tafeln, mit denen internationale Gäste zu Veranstaltungen im Nordsee-Congress-Centrum begrüßt werden, ausgerechnet das friesische Exemplar fehlt, findet das auch Prof. Dr. Thomas Steensen mindestens „ein bisschen schade“.

Der Direktor des Nordfriisk Instituut in Bredstedt (Steensen) und sein Lektor (Pingel) haben in ihrem hauseigenen Verlag ein Buch verfasst, das die eine oder andere in diese Richtung gehende Bewusstseinslücke schließen soll. „Husum im Zentrum“ heißt der Titel der 17 mal 24 Zentimeter großen Publikation, die 64 Seiten stark und reich bebildert ist. Gespeist wird die im Geleitwort von Bürgervorsteher Peter Empen und Bürgermeister Uwe Schmitz als „immer informativ und bisweilen hochspannend“ geadelte Lektüre von zwei Vorträgen, die jeweils wichtige Bestandteile der über das Jahr 2012 verteilten Veranstaltungsreihe „Husum – Kreisstadt der Nordfriesen“ des Nordfriisk Instituut waren: eben das gleichnamige Referat von Steensen und Pingel sowie Dr. Ulf von Hielmcrones Abhandlung „Husumer Baukultur im Wandel?“. Dessen Beitrag zeige wirkliche Perspektiven für die Stadt auf, ist das Autoren-Duo vom nicht nur für die Friesen, sondern für alle Nordfriesen zuständigen Institut „sehr froh, dafür den Kenner der Husumer Baugeschichte schlechthin gewonnen zu haben“.

Co-Autor von Hielmcrone ist denn auch selbstverständlich mit dabei, wenn Steensen und Pingel am Dienstag, 11. November, anlässlich der offiziellen Buchvorstellung im Rathaus von Empen und Schmitz empfangen werden. Die in der Husum Druck- und Verlagsgesellschaft hergestellte, 7,80 Euro teure Schrift ist laut Steensen Mittelglied einer Art Triologie – zwischen dem erschienenen Druckerzeugnis „Das kleine Husum-ABC“ und dem wohl rechtzeitig vor Weihnachten auf den Markt kommenden Roman „Ellen Ole Stjerne“ von Franziska zu Reventlow, in dem die Autorin ihre Kindheit und Jugendzeit in Husum beschreibt, bevor sie nach Lübeck und München zieht.

Doch zurück zu „Husum im Zentrum“: Auf den Seiten 39 und 40 erfährt der geneigte Leser, was möglich ist in Sachen Identitätsstiftung – am Beispiel von Cottbus, der größten zweisprachigen Stadt Deutschlands, die sich auch als Hauptstadt der sorbischen, aber nur noch zum kleinen Teil sorbischsprachigen Niederlausitz betrachtet. Aus eben diesem Grunde werden in Chosebuz sogar Straßen sorbisch und deutsch beschildert. Also, Hüsem, da geht noch was . . .

Friesisch gehöre zum Europa der kulturellen Vielfalt, betonen Steensen und Pingel im Rahmen einer exklusiven Buchvorstellung bei den Husumer Nachrichten. Schon mit der besagten Reihe vor zwei Jahren habe man das Ziel verfolgt, das nordfriesische Bewusstsein der Bevölkerung zu stärken, so Pingel. Und mit dem Buch wolle man die Stadt weiter „ein bisschen kitzeln, die friesische Fahne noch mehr hochzuhalten“.

Der Wunsch nach größerer Identifikation und stärkerem Profil muss kein frommer bleiben – denn es gibt durchaus schon positive Signale, die Steensen natürlich nicht entgangen sind. So beschreibt etwa Tourismus-Chefin Jutta Albert im Editorial des aktuellen Stadtreiseführers Husum als städtisches Zentrum Nordfrieslands mitten in der deutsch-dänischen Grenzregion, das geprägt ist „durch einen Sprachenmix aus Hoch- und Plattdeutsch, Friesisch und Dänisch“. Doch so lange im Norden des Kreises Menschen nach wie vor eher in Richtung Flensburg als gen Husum tendieren, ist noch jede Menge Luft nach oben – und Überzeugungsarbeit zu leisten.

>ISBN-Nummer: 978-3-88007-392-0

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erstellt am 05.Nov.2014 | 11:30 Uhr

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